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Moosburgs Pfarrarchiv zieht nach Neufahrn - Kirche bittet um Spenden für Aufarbeitung von Inhalten

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Akten in einem Archiv
Diese Akten erhalten demnächst eine neue Heimat – und sollen zudem inhaltlich aufgearbeitet werden. © MJ

Das Pfarrarchiv von St. Kastulus wird nach Neufahrn verlagert, um den Fortbestand zu retten. Die Kirche sammelt nun Spenden, um die Inhalte dort rasch auszuwerten.

Moosburg – Leicht modrige Luft durchzieht den Raum im Pfarrhaus, und im etwas fahlen Deckenlicht sind zahlreiche Bücher zu erkennen: Amtsblätter der Erzdiözese, Bücher, in denen Taufen, Trauungen oder Sterbefälle verzeichnet sind und auch viele Pakete mit der Aufschrift „Akten“ liegen in den Regalen des Moosburger Pfarrarchivs. Vor dem Beginn des staatlichen Verwaltungswesens sind die kirchlichen Unterlagen die einzigen Quellen, die über die Vergangenheit Auskunft geben können. Gerade in einer Stadtpfarrei wie St. Kastulus kommt da über die Jahrhunderte eine Menge an Material zusammen, das für Forschungen eine wichtige Rolle spielt. So kann zum Beispiel beim Leinberger-Altar nicht allein anhand von Befunduntersuchungen eine vorherige Fassung bewiesen werden – dank der vorliegenden Rechnung ist es möglich, diese Fassung genau zu terminieren.

Das Problem ist aber, dass sämtliche Unterlagen im Moosburger Pfarrhaus nicht sach- und fachgerecht gelagert werden können. Eine ständig gleichbleibende Temperatur ist zum Beispiel kaum zu gewährleisten. Ein auftretender Wasserschaden verschlimmerte die Situation zusätzlich. Das Verwischen der alten Schriften, Schimmelbildung und teilweise Auflösung der noch mit sogenanntem Knochenleim gebundenen Schriften sind die Folgen unsachgerechter Lagerung. Aus diesen Gründen hat sich die Kirchenverwaltung in der jüngsten Sitzung entschlossen, das gesamte Pfarrarchiv dauerhaft in das Zentralarchiv des Ordinariats nach Neufahrn zu verlagern.

Spendenaufruf der Kirchenstiftung St. Kastulus

Kosten entstehen hierfür keine. Die Kirchenstiftung bleibt trotzdem Eigentümer, eine Auskunftsmöglichkeit oder auch ein Ausleihen sind nach Voranmeldung jederzeit möglich. Neben einer Einlagerung unter klimatisch perfekten Bedingungen leistet das Archiv dort auch eine inhaltliche Aufarbeitung, die aber mit eigenem Personal derzeit nur in einem Zeitraum von rund zehn Jahren möglich ist. Sofern die Kirchenstiftung für diese Tätigkeit Zuschüsse leistet, können dafür externe Arbeitskräfte verpflichtet werden, um das Ganze zu beschleunigen.

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Um auch künftigen Generationen einen Eindruck vom Pfarreileben in den vergangenen Jahrhunderten vermitteln zu können, wird die Sammlung aller Gottesdienste vom 1. und 2. Januar dafür verwendet. Wer zusätzlich spenden will, kann dies auf folgendes Konto tun: Katholische Kirchenstiftung St. Kastulus, IBAN: DE49 7435 1740 0000 0031 23 – Verwendungszweck: Archiv.

Stadtpfarrer Reinhold Föckersperger dazu: „Wenn auch der Fokus der Spenden in der Zeit um Weihnachten und Neujahr auf sozialen Projekten liegt, so ist die inhaltliche Aufarbeitung des Archivs nicht zu vernachlässigen.“ Sie bilde das Fundament, auf dem Forschung erst möglich werde. „Deshalb sage ich im Namen aller Beteiligten Vergelt’s Gott für die Spenden.“
Markus John

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