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„Müssen reagieren“: Moosburg braucht wohl bald dritte Grundschule - Jetzt geht es um den Standort

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Von: Armin Forster

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Eine Lehrkraft schreibt vor Schülern an die Tafel.
Die Zahl der Moosburger Schüler dürfte sich dank mehrerer Neubaugebiete bald erhöhen. (Symbolbild) © dpa

Weil die Stadt wächst, fordert Moosburgs CSU mehr Tempo bei der Planung einer dritten Grundschule. Die zentrale Frage lautet dabei: Wo könnte diese entstehen?

Moosburg – Es werden zwei Tage in idyllischer Atmosphäre, in denen aber auch drängende Themen auf den Tisch kommen: Diesen Freitag und Samstag befinden sich Moosburgs Stadträte auf Klausur im Kloster Seeon. Die Zusammenkunft, die sonst recht bald nach der Wahl eines neuen Stadtrats erfolgt und das Kennenlernen im Gremium sowie ein Abklopfen wichtiger kommunalpolitischer Themen zum Ziel hat, kann wegen der Pandemie erst jetzt stattfinden. Wenn sich die Mitglieder nun im Chiemgau zurückziehen, wird auch viel über Moosburgs Grundschulen gesprochen werden.

Das Neubaugebiet Amperauen in Moosburg
Die Stadt wächst: Neubaugebiete wie hier die „Amperauen“ sorgen dafür, dass in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Kinderbetreuung und Schulbildung steigt. © Josef Fuchs

Deren Klassenzimmer sind zwar momentan noch aufnahmefähig, wie Sachgebietsleiter Aicke Morgenstern im Rathaus meldet, „aber wir wissen, dass wir reagieren müssen“: Bei den Grundschulen werde der Bedarf laut vorliegenden Prognosen auf absehbare Zeit nicht mehr ausreichen.

Stadtrat Rudolf Heinz (CSU)
Rudolf Heinz (CSU): „Wir brauchen eine dritte Grundschule, da kommen wir nicht aus.“ © privat

Grund ist das Bevölkerungswachstum durch gleich mehrere Neubaugebiete. Die örtliche CSU-Fraktion hat auf die Vorhersagen mit einem Antrag an den Stadtrat reagiert und das Papier noch vor Beginn der Klausur veröffentlicht: Die Christsozialen fordern, dass ein Fachbüro den geeigneten Standort für eine dritte Grundschule ermitteln soll. „Aus den Prognosen wird klar ersichtlich, dass wir als Sachaufwandsträger zeitnah mit dem Bau einer weiteren Grundschule reagieren müssen“, betont Fraktionssprecher Rudolf Heinz. Eine Erweiterung der bestehenden Grundschulen an der Albin- und Münchener Straße stelle für die CSU „keine praktikable Lösung des erwarteten Bedarfs dar“. Wie Heinz im Gespräch mit unserer Zeitung bekräftigt, „brauchen wir auf jeden Fall eine dritte Grundschule, da kommen wir nicht aus“. Das Problem werde in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, glaubt auch sein Fraktionskollege Erwin Weber – als pensionierter Realschullehrer ein Mann vom Fach. Über die Notwendigkeit herrsche parteiübergreifend Konsens.

Aktuelle Schülerzahlen aus Moosburg

Theresia-Gerhardinger-Grundschule (Nord): 282

Anton-Vitzthum-Grundschule (Süd): 503

Georg-Hummel-Mittelschule: 549

Kastulus-Realschule: 812

Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium: 664

(Quelle: Stadt Moosburg / Realschule / Gymnasium)

Aus Sicht der CSU sollte ein neuer und gut gewählter Grundschulstandort mehrere wesentliche Kriterien auf sich vereinen: Im Antrag werden die Erreichbarkeit für die Sechs- bis Zehnjährigen, die Schulwegsicherheit, die Länge des Schulwegs, Möglichkeiten für Freiflächen und die Lage von Nebengebäuden aufgezählt. Heinz sagt: „Die Entscheidung über einen Standort sollte nicht von der spontanen Verfügbarkeit einer mehr oder weniger geeigneten Fläche abhängig gemacht werden.“

Der Fokus dürfte im Nordwesten liegen

Man habe bei den CSU-internen Beratungen natürlich instinktiv „nach Westen geschaut“, weil sich dort gerade das große Neubaugebiet in den Amperauen mit Leben fülle und in diesem Bereich noch keine Schule stehe. „Die Frage ist aber: Ist das auch aus Expertensicht der sinnigste Standort?“ Mit den weiteren Baugebieten „CS Sonnenhäuser“ und dem noch offenen Rockermaier-Areal dürfte der Nordwesten Moosburgs auf jeden Fall im Fokus liegen.

Das Moosburger Schulzentrum Nord vom Rockermaier Areal aus fotografiert
Bald zu klein? Die Theresia-Gerhardinger-Grundschule (linke Bildhälfte) dürfte wie auch die Anton-Vitzthum-Grundschule am anderen Ende der Stadt bald nicht mehr den Bedarf decken können. Für eine mögliche Erweiterung der Mittelschule (r.) steht immerhin eine Fläche des Rockermaier-Areals (Vordergrund) in Aussicht. © Josef Fuchs

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Das Geld für ein Fachbüro sei hier auf jeden Fall gut investiert, und die Zeit dränge, warnt Heinz: „Bei Planung und Bau einer Schule ist ein halbes Jahrzehnt gleich rum.“ Wie es nach den Grund- mit den weiterführenden Schulen aussieht, dazu könne man wohl erst in Kürze mehr sagen, berichtet der 44-Jährige. „Wir warten diesbezüglich noch auf eine Bedarfsanalyse, die für die Stadt und den Landkreis erstellt wird.“ Immerhin bei der Kastulus-Realschule, so Heinz, gebe es noch reichlich Kapazitäten: „Die Schüler verteilen sich da besser, seit die Realschule in Au gebaut wurde.“ Für die Moosburger Mittelschule gebe es noch Erweiterungsspielraum, da 4000 Quadratmeter des angrenzenden Rockermaier-Areals für schulische Zwecke vorgesehen seien.

Stadträte bekommen Zahlen präsentiert

Nicht nur die CSU wird also dafür sorgen, dass man sich im Kloster Seeon über Moosburgs Schüler Gedanken macht: Auch Aicke Morgenstern vom städtischen Amt für Bildungs- und Erziehungswesen wird bei der Klausur dabei sein, wie er sagt. Von ihm erhalten die Gremiumsmitglieder dann ein Referat mit detaillierten Zahlen. Und umgekehrt erhofft sich Morgenstern auf absehbare Zeit die nötigen Beschlüsse, um Moosburgs Schülern auch in Zukunft ordentliche Bildungsstätten anbieten zu können.

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