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Umstrittene Bauvorhaben in Figlsdorf: Vier Einfamilienhäuser abgelehnt

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Von: Andrea Hermann

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Start für ein neues Baugebiet war 2020 in Nandlstadt
In Nandlstadt wird fleißig gebaut - etwa im Neubaugebiet. Doch in Figlsdorf sprach sich der Bauausschuss nun gegen den Neubau von vier Einfamilienhäuser aus. © Symbolbild: hel

Der Bauausschuss Nandlstadt lehnte jüngst den Neubau von vier Einfamilienhäusern in Figlsdorf ab. Auch über eine Lagerhalle für Hackschnitzel wurde diskutiert.

Nandlstadt – Diskussionen gab es in der jüngsten Sitzung des Nandlstädter Bauausschusses – zum einen beim Neubau von vier Einfamilienhäuser in Figlsdorf, zum anderen bei einer Tektur zum Neubau einer landwirtschaftlichen Halle zur Energieholzverarbeitung.

Ländliche Struktur statt„hochpreisige Häuser“

In Figlsdorf möchte ein Bauherr vier Einfamilienhäuser errichten. Doch das ist einigen Bauausschuss-Mitgliedern ein „Dorn im Auge“, wie es Sebastian Unger (CSU), der wie Franz Mayer (CSU) in Vertretung an der Sitzung teilnahm, formulierte. Zu den Hintergründen wurde Patrick Nocker (UWN) deutlich: „Der wollte für seine vier Kinder bauen – und dann standen die Häuser im Internet.“ Nocker und auch einige andere Bauausschuss-Mitglieder befürchten, dass in dem Nandlstädter Ortsteil „hochpreisige Häuser“ entstehen sollen, bei denen „die Nandlstädter keine Möglichkeiten haben, ein Grundstück zu erwerben“, wie es Bernd Stöckeler (GoL) zusammenfasste. Jedoch: „Ziel ist nicht, dass erweitert wird, sondern dass die bäuerlichen Strukturen erhalten bleiben.“

Franz Mayer wollte wissen, ob man „rechtlich überhaupt eine Möglichkeit hat?“. Hier winkte Bauamtsleiter Johann Pichlmaier ab: Bei den geplanten Häusern in Figlsdorf handele es sich um eine „klassische Innenraumverdichtung – das Baurecht unterscheidet nicht zwischen Einheimischen und Zuzug“. Fazit: „Wir können uns vom Gesetz her nicht wehren. Es sei denn, wir überplanen die ganze Ortschaft.“ Mit Blick auf die Gesetzeslage war auch Patrick Nocker klar: „Wir kommen da nicht aus.“

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Bernd Stöckeler betonte indes: „Wir müssen dem nicht zustimmen.“ Mit einer Ablehnung könne man zumindest „dem politischen Willen Ausdruck geben.“ Doch das gefiel Sebastian Unger nicht: „Das ist nicht der richtige Weg. Wir werden unglaubwürdig. Vor zwei Monaten stimmen wir zu, und jetzt lehnen wir ab“, sagte er mit Blick auf den genehmigten Vorbescheid. Jedoch: „Wir sind getäuscht worden“, warf BLN-Marktrat Thomas Bogner ein.

Pichlmaier warnte vor möglichen juristischen Konsequenten: „Wir können zweimal das Einvernehmen verweigern. Aber beim dritten Mal unterhalten wir uns mit dem Rechtsanwalt.“ Letztlich lehnte der Bauausschuss mit 4:3 Stimmen alle vier Bauanträge ab.

„Rigoros durchgreifen“bei Tektur-Antrag

Deutliche Worte fand Pichlmaier, als es für den Bauausschuss darum ging, der Tektur zum Neubau einer landwirtschaftlichen Halle zur Energieholzverarbeitung in Baumgarten zuzustimmen: „Das ist eine Lagerhalle für Hackschnitzel – und das soll es auch bleiben.“ Pichlmaier befürchtet, dass sich möglicherweise die Nutzung ändern könnte. Denn: Einst wurde die Lagerhalle mit einer Außenmauer-Stärke von 24 Zentimetern genehmigt – errichtet wurde indes eine Mauer mit 36 Zentimetern.

„Mit dem Maß der Außenmauer habe ich prinzipiell kein Problem“, sagte Patrick Nocker. „Aber wir müssen festlegen, dass das eine landwirtschaftliche Halle ist und bleibt und nicht in drei Jahren ein Wohnhaus wird.“ Franz Mayer hakte deshalb nochmal nach: „Es geht nur um die Dicke der Mauer, oder?“ Und Pichler erklärte: „Ein Kamin ist auch dazu gekommen.“

Sebastian Unger (CSU) vertrat deutlich seinen Standpunkt: „Tektur bedeutet: Wir genehmigen im Nachhinein etwas. Ich will aber nichts dazugenehmigen, was vorher noch nicht da war.“ Sein Appell an die Bauausschuss-Mitglieder: „Rigoros durchgreifen“ und „die Härte des Gesetzes walten lassen“.

Der Antragsteller, der in der Sitzung kurz das Rederecht bekam, begründete die dickeren Wände mit der Statik. Doch Stöckeler störte sich noch an dem weiteren Kamin. Auch hier hatte der Betroffene eine Antwort parat: „Wenn man Hackschnitzel lagert, will man die auch verheizen.“ Doch Stöckeler ließ nicht locker: „Es ging um ein Lager, nicht ums Verheizen.“

Letztlich stimmt der Marktrat gegen die Stimme von Unger dem Tektur-Antrag zu, allerdings mit der Auflage, dass nur Hackschnitzel gelagert werden dürfen.

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