Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Navis-Vorsitzender Wolfgang Wagner
+
Mit dem Bundespräsidenten (l.) im Gespräch: Navis-Vorsitzender Wolfgang Wagner.

Moosburger Verein produziert Trinkwasser in Region Ahrweiler

Navis e.V. von höchster Stelle gewürdigt – Hilfsorganisation noch immer in Flut-Katastrophengebiet

Noch immer befindet sich die Hilfsorganisation Navis im Einsatz, um die Auswirkungen der westdeutschen Flutkatastrophe zu bekämpfen. Nun gab es dafür hohes Lob.

Moosburg – Sechs Wochen nach der Flutkatastrophe von Westdeutschland haben Kirchen, die gesamte deutsche Staatsspitze und die Regierungschefs der beiden besonders betroffenen Bundesländer im Aachener Dom mit einem Gottesdienst der Opfer gedacht. Im Anschluss hielt unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Rede. Der Moosburger Verein Navis e.V. war als eine der Hilfsorganisationen der ersten Stunden ebenfalls zu dieser Gedenkveranstaltung eingeladen.

Vorsitzender Wolfgang Wagner und Technik-Leiter Tobias Venus vertraten das Team bei der Feier und wurden von der evangelischen Pfarrerin Claudia Rössling-Mahrenbach aus Ahrbrück begleitet. Wie berichtet, hat Navis sein Camp in Ahrbrück auf dem Gelände der evangelischen Kirche aufgeschlagen und das Gemeindezentrum dient derzeit als Quartier für die Teams vor Ort.

Bundespräsident würdigt „überwältigende Hilfsbereitschaft“

Der Bundespräsident betonte, das Leid der Betroffenen dürfe nicht in Vergessenheit geraten. „Sie sind nicht allein“, sagte er, „wir vergessen Sie nicht!“ Er erinnerte auch an die Menschen, „denen die Fluten alles genommen haben: ihre Häuser, ihr Hab und Gut, ihre Erinnerungen, ihre Lebensträume“. Steinmeier dankte zudem für die „überwältigende Hilfsbereitschaft“. Einsatzkräfte von Feuerwehr, DLRG, Polizei, Rotem Kreuz, Bundeswehr, Technischem Hilfswerk und weitere Hilfsorganisationen hätten bis zur vollkommenen Erschöpfung geholfen. Sein Dank galt auch Bürgermeistern, Verwaltungsmitarbeitern und den vielen freiwilligen Helfern und Spendern.

Am Rande der Gedenkfeier hatten die Navis-Vertreter auch ausreichend Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit den Vertretern der Kirchen, dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sowie dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron. Auch die Bundesregierung, an der Spitze Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie das Präsidium des Bundestags, Wolfgang Schäuble und Claudia Roth, war ebenso vertreten wie Bundesratspräsident Reiner Haseloff.

Die Arbeit läuft weiter – Siebtes Team vor Ort

Derweil sind die Ehrenamtlichen der Moosburger Hilfsorganisation nach wie vor im Einsatz. Die sechste Einsatzwoche von Navis in Ahrbrück war übermäßig von Routinearbeiten geprägt. Das Team 6 mit Teamleiter Gernot Schönfeld, Simon Kupfer und Max Kriebel wurde am Dienstag um Ulrich Dörschel ergänzt, und Tobias Venus löste da auch Gernot Schönfeld als Teamleiter ab, der wieder nach Hause musste.

Vor dem Moosburger Navis-Lager wurden kürzlich die Mitglieder von Team 7 verabschiedet, bevor sie ins Katastrophengebiet aufbrachen.

Wegen Brückenabrissarbeiten musste Navis die Rohwasser-Entnahmestelle verlegen und auch die Schlauchleitungen zur Versorgung der Wasserbecken neu ausrichten. Da es zuletzt immer wieder weitere kleinere Unwettern gab, werden fast täglich Reinigungsarbeiten durchgeführt, um eine konstante Wasserqualität zu erhalten sowie die Trinkwasseraufbereitungsanlagen störungsfrei in Betrieb zu halten. Ebenso müssen Pumpen und weiteres Equipment sukzessive aus dem laufenden Betrieb genommen und gewartet werden.

Die Dankbarkeit ist groß - die Angst jedoch auch

Vor Ort ist die Dankbarkeit von Betroffenen weiterhin groß – allerdings auch die Angst, wie es weitergehen soll, wenn die „Wasserengel aus Bayern“ nicht mehr vor Ort sind. Navis führt dazu mit örtlichen Verantwortlichen Gespräche über den weiteren Verlauf des Einsatzes. Derzeit geht man davon aus, noch rund vier Wochen mit Material und Helfern zu unterstützen. Dafür ist der Verein nach wie vor auf Spenden angewiesen und über jede Unterstützung dankbar, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Team 7 startete vergangenen Freitag wieder von Moosburg aus, Teamleiter Benjamin Bäcker ist bereits das zweite Mal dabei, ebenso wie Stefan Binder. Max Kriebel aus Team 6 bleibt eine weitere Woche vor Ort. Ergänzt wird das Team durch Dieter Marten.
ft

Mit Überschwemmungen hatten am Montag auch Menschen im Landkreis Freising zu kämpfen. Besonders betroffen waren Teile des Marktes Au sowie Ortschaften in der Gemeinde Rudelzhausen. Dort formulierte der Bürgermeister jetzt einen Appell - es geht um den Hochwasserschutz.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Freising-Newsletter.

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare