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Neuer Chef, neue Mitglieder: SPD Moosburg will sich zurückkämpfen

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Von: Armin Forster

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Wollen wieder angreifen: (v. l.) Herbert Bengler (2. Kreisvorsitzender), Victor Weizenegger (Bezirkstagskandidat), Schriftführer Ulrich Risse, Vorsitzender Mathias Kern, stv. Vorsitzender Jobst Mette, Kassier Erdogan Aydeniz und stv. Vorsitzende Anita Gegenfurtner.
Wollen wieder angreifen: (v. l.) Herbert Bengler (2. Kreisvorsitzender), Victor Weizenegger (Bezirkstagskandidat), Schriftführer Ulrich Risse, Vorsitzender Mathias Kern, stv. Vorsitzender Jobst Mette, Kassier Erdogan Aydeniz und stv. Vorsitzende Anita Gegenfurtner. © Forster

Aufbruchstimmung in Moosburgs SPD: Mit Eingliederungen aus der Hallertau und dem Ampertal sowie einem neuen Vorsitzenden wollen die Genossen wieder Fahrt aufnehmen. Helfen soll eine Rückbesinnung auf die Traditionsthemen der Sozialdemokratie.

Moosburg – 100 Prozent für den neuen Vorsitzenden der Moosburger SPD: Einen Schulz-Zug wollte Matthias Kern am Donnerstag durchs Gasthaus Zur Länd aber freilich nicht rollen sehen. „Das ist bei uns ein gefährliches Ergebnis“, witzelte er und übte sich in Bescheidenheit. Aber dem 36-jährigen Kern war die Freude über den Vertrauensvorschuss trotzdem ins Gesicht geschrieben.

Dem Votum war eine leidenschaftliche Bewerbungsrede vorausgegangen: Schon als 15-Jähriger habe er sich bei den Jusos engagiert und den Landkreis mit vielen Projekten aufgemischt – etwa mit der Einführung des Rufbusses. Ab 2000 habe Kern, der in Pfettrach bei Attenkirchen wohnt, auch zu Moosburgs Genossen eine Bindung aufgebaut. Trotz der schwierigen Lage im Ortsverband: „Die Stadtrats-Ergebnisse wurden immer schlechter, die Einigkeit hat nachgelassen.“

Mitglieder bei der Ehre gepackt

Die Rückschläge seien für ihn jedoch als Ansporn zu verstehen, Moosburg zu alter Stärke zu verhelfen. Herrsche im Ort doch eine lange Tradition an Sozialdemokratie. Er verlas ein knappes Dutzend Namen: „Das waren die SPD-Mitglieder, die nach der Nazi-Machtergreifung bis zum Ende im Ortsverband geblieben sind.“ Bei diesen Worten gab es viele zustimmende Mienen unter den Anwesenden, die ein bisschen bei ihrer SPD-Ehre gepackt schienen. Und Kern legte nach: „Durch unsere Schwäche sind die Arbeitnehmer am Ort nicht gut vertreten. Es ist deshalb an der Zeit, dass wir uns weniger mit uns selbst und wieder mehr mit der Sache beschäftigen. Großer Applaus.

Horrend steigende Immobilien- und Mietpreise, abwandernde Ärzte, die unsichere Zukunft von Moosburger Institutionen wie der Sparkasse – Stichwort: Fusion mit Freising –, das alles und noch mehr sah Kern als Auftrag für die SPD. Er wolle das Potenzial wieder ausschöpfen und Präsenz in der Stadt zeigen.

Mitglieder aus Ampertal und Hallertau nun vereint in Moosburg

Was die Mitgliederzahl angeht, schöpft man spätestens seit dem 1. April aus dem Vollen. An diesem Tag wurden sämtliche SPD-Mitglieder aus Wang, Mauern, Gammelsdorf, Hörgertshausen, Haag, Zolling, Attenkirchen und Wolfersdorf in den Ortsverband Moosburg eingegliedert. Kern – selbst also quasi ein Zugezogener im Verband – begründete den Schritt damit, dass es im Landkreis-Norden starke Gemeinsamkeiten gebe und man der Versprenkelung in einzelnen Verbänden ein Ende bereiten wollte.

Aus den bislang 49 wurden so 74 Mitglieder. Selbst wenn nicht alle da waren: Der bis zum letzten Platz gefüllte Raum allein schien schon für einen Motivationsschub bei den Anwesenden zu sorgen.

Die dankten schließlich noch mit kräftigem Applaus der scheidenden Vorsitzenden Eleanore Altmann, die den Verband zwei Jahre lang kommissarisch über Wasser gehalten hatte, künftig aber nur noch als Beisitzerin fungiert. Und Schriftführerin Josefine „Final“ Schreck, die nach vielen Jahren ihr Amt an Ulrich Risse übergab.

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