Im Thonstettener Moos wurde jetzt ein neuer Storchenhorst errichtet.
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Im Thonstettener Moos wurde jetzt ein neuer Storchenhorst errichtet. Das letzte dort brütende Tier war 1945 erschossen worden.

Präparierter Nistplatz

Neuer Storchenhorst errichtet: Das steckt hinter dem Projekt im Thonstettener Moos

Fehlen nur noch die Tiere: Nahe Thonstetten (Stadt Moosburg) wurde jetzt ein neuer Storchenhorst installiert. Hinter der Aktion steckt ein spezielles Projekt.

Thonstetten – Für Meister Adebar steht alles bereit: Im Rahmen des Projekts „Landschaft + Menschen verbinden – Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund“ wurde jetzt im Thonstettener Moos unter Anleitung des Landschaftspflegeverbands Freising ein neuer Storchenhorst aufgestellt.

Der letzte dort brütende Storch wurde im Jahr 1945 erschossen – daher ist es umso erfreulicher, dass diesem anmutigen Vogel wieder eine neue Ansiedlungsmöglichkeit geschaffen werden konnte. Der Horst mit einem Durchmesser von rund eineinhalb Metern besteht aus Edelstahl und wurde mit Nistmaterial eingedeckt sowie mit weißer Farbe besprüht, um die Hinterlassenschaften der Störche zu simulieren. So soll der Storch angelockt werden und sich gleich wohlfühlen, weil er den Eindruck vermittelt bekommt, dass der Horst schon einmal besetzt war.

Auf diesen Anblick hoffen die Initiatoren: ein brütender Storch in einem Horst. (Symbolbild)

Der präparierte Nistplatz wurde von einem Landwirt auf einen Baumstamm in 13 Metern Höhe passgenau montiert. Dieser bietet nun dem Storch eine Aussicht auf die Wiesen des Thonstettener Mooses, in denen das Tier seine Nahrung finden kann.

Gleichzeitig wurde auf Initiative der Stadt Moosburg auf dem Kirchturm in Thonstetten der vorhandene Storchenhorst wieder mit neuem Nistmaterial befüllt und mit Farbe angestrichen, damit sich auch dort Störche niederlassen können. Dieser Horst wurde vor sieben Jahren vom Landschaftspflegeverband aufgestellt – leider ist er aus unerklärlichen Gründen noch nicht zum Brüten angenommen worden. Ein Storch wird aber immer wieder dort gesichtet.

Doch dabei soll es nicht bleiben. Da die Art durch Nahrungsmangel gefährdet ist, möchte der Verband vor Ort bestandsstützende Maßnahmen durchführen, die der Schaffung von Nahrungsflächen dienen. Geplant sind unter anderem Grabenaufweitungen und die Schaffung von feuchten extensiven Wiesen.

Vernetzte Biotope

Nach und nach soll zudem im Landkreis ein Netz aus Lebensräumen für Tiere und Pflanzen entstehen, die miteinander vernetzt sind und so einen sogenannten Biotopverbund bilden. Das entsprechende Projekt bei Thonstetten hat zum Ziel, die Kommunen des Ampertals für die praktische Umsetzung von Biotopverbundmaßnahmen zu gewinnen. Die zwölf Gemeinden im Ampertal sollen zum Mitmachen animiert und bei der Umsetzung von Biotopverbundmaßnahmen in ihren Gemeinden durch den Landschaftspflegeverband Freising unterstützt werden.

Möglich war die Umsetzung des Storchenhorstbaus nur mit Einverständnis der beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe, der beteiligten Gemeinden Haag, Langenbach und Marzling, der Stadt Moosburg sowie der Unteren Naturschutzbehörde Freising. Das Verbundprojekt „Landschaft + Menschen verbinden – Kommunen für den bundesweiten Biotopverbund“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Es wird von der Heinz-Sielmann-Stiftung koordiniert und in drei Modellregionen (Rügen, Grafschaft Bentheim, Freising) umgesetzt. Finanziert wird das Teilprojekt des Landschaftspflegeverbands Freising in der Modellregion Ampertal auch durch den Bayerischen Naturschutzfond.
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