Rohbau des neuen Moosburger Hallenbads
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Platz für 5500 Badewannen Wasser: Die Dimensionen des neuen 25-Meter-Beckens beeindruckten die Anwesenden beim Richtfest in der Bonau.

Richtfest

Neues Hallenbad in Moosburg: „Schon jetzt ein Augenschmaus“ - Video gibt erste Einblicke

  • Armin Forster
    VonArmin Forster
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Der Hallenbad-Neubau ist eine Herkulesaufgabe für Moosburg, das wurde jetzt beim Richtfest deutlich. Gleichzeitig ist man froh, das Projekt durchgezogen zu haben.

Moosburg – „Es ist eine Investition in die Stadt, um die uns viele Kommunen beneiden werden“, freute sich Bürgermeister Josef Dollinger am Freitag beim Richtfest des neuen Moosburger Hallenbads. Gleichzeitig war er überzeugt, „dass unsere Bürger eine Freude mit der Anlage haben werden und der Bau die richtige Entscheidung war“. Schon jetzt, im Rohbau, sei das Ambiente ein „Augenschmaus“ und die Dimensionen wirkten größer als gedacht, schwärmte der Ortschef in seinem Grußwort.

Die Vorgeschichte des Mammutprojekts in der Bonau ist so lang wie bewegt. Angefangen hatte sie mit der Frage, ob Moosburg sich überhaupt ein neues Hallenbad leisten kann. Dann wurde unter anderem um Ausstattung und Größe gerungen und darum, ob es eher in Richtung Zweckbau für den Schwimm- und Schulsport gehen solle oder ob der Zeitgeist nicht auch Kinderbecken und eine Saunalandschaft verlange. Selbst die Außengestaltung sorgte für intensive Debatten.

Bad der Kompromisse

Am Ende wurden Kompromisse gefasst, was jedoch immer noch nicht alle Kritiker überzeugte. Denn obwohl die Gesamtkosten nach derzeitigem Stand satte 12,5 Millionen betragen, hat es nicht zu einer Anlage gereicht, die als besonderes Spaß- oder gar Wellnessbad bezeichnet werden könnte: In der künftigen Halle wird es ein Lehrschwimmbecken mit fünf 25-Meter-Bahnen geben, das per Hubboden zum Nichtschwimmerbereich umfunktioniert werden kann. Dazu gibt es dann noch ein kleines Kinderbecken mit Wasserspielen.

Bevor im April 2020 – noch unter der Ägide von Bürgermeisterin Anita Meinelt – der Spatenstich erfolgen konnte, seien vier Jahre intensive Vorarbeiten nötig gewesen, berichtete Dollinger. Das Objekt sei für die Stadt ein finanzieller, vor allem aber auch ein personeller Kraftakt gewesen, schließlich sei das Team des Hochbauamts klein. „Aber es hat hervorragende Arbeit geleistet“, lobte er. Die von der Regierung zugesagten Zuschüsse seien mit knapp drei Millionen Euro zwar nicht riesig, aber man sei dennoch dankbar für die beachtliche Summe, „die uns zugutekommt“. Auf die Debatte zu Beginn der Pandemie bezogen meinte Dollinger, dass es sich bewährt habe, trotz der unklaren Pandemie-Lage mit dem Bau zu beginnen. „Es wäre sicher nicht einfacher geworden“, sagte er im Hinblick auf steigende Preise und drastische Knappheit an Baustoffen.

Großes Glück gehabt

In seinen Dank schloss der Rathauschef die Stadträte mit ein, „die immer mit Mehrheitsbeschlüssen das Projekt vorangetrieben haben“. Auch Anita Meinelt habe einen unermüdlichen Einsatz für das Projekt geleistet. Schließlich dankte Josef Dollinger noch allen beteiligten Arbeitern – und nicht zuletzt „dem Herrgott, dass der Bau bislang unfallfrei abgelaufen ist“. Er hoffe nun, dass die für das Freibad relevanten Bereiche wie etwa die Kasse rechtzeitig zur nächsten Sommersaison nutzbar seien und das Hallenbad dann zur Wintersaison 2022/23 in Betrieb gehen könne, sagte Dollinger.

Den traditionellen Richtspruch für den Hallenbad-Neubau gab es von Zimmerermeister Daniel Gradl (l.) zu hören.

Architekt Rainer Eckert erklärte der anwesenden Richtfest-Gesellschaft, dass man „unglaubliches Glück“ gehabt habe: Hätte es im Mai 2020 beim Bodenaushub so eine Wetterlage wie derzeit gegeben, „wäre die Baustelle abgesoffen“, so Eckert. „Wir haben hier sehr starke Grundwasserbewegungen.“ Dann nannte er Zahlen: Inzwischen seien über 13 600 Kubikmeter Raum geschaffen worden. Im Hallenbad gebe es Platz für 820 Kubikmeter Wasser: „Das entspricht ungefähr 5500 Badewannen.“ Besonders ins Schwärmen geriet Eckert, als er auf die Geräuschkulisse zu Sprechen kam: „Dank einer Holzdecke bekommen wir hier drin eine richtig gute Akustik.“

Nach den Reden und dem Richtspruch von Zimmerermeister Daniel Gradl oben auf dem Flachdach nutzten einige der Anwesenden die Gelegenheit für einen kleinen Rundgang. Während es nebenan im Freibad teils in Strömen regnete, schlenderten Vertreter der Baufirmen, Rathaus-Verantwortliche, Badeaufsichts-Personal und auch diverse Stadträte interessiert durch das Betongebäude. Unter den Mitgliedern des Kommunalparlaments waren dabei nicht nur Fans der Baumaßnahme. Doch so mancher schien angesichts der Erlebnisse vor Ort nun etwas positiver gestimmt und ließ beinahe so etwas wie Vorfreude auf das künftige Moosburger Hallenbad durchblitzen.

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