+
In Deutschland verboten: Das Hakenkreuz-Symbol.

Verbotene Körperbemalung

Eklat in Neufahrner Sporthalle: Sportler entblößt Hakenkreuze auf dem Unterarm

Bei einem Volleyball kamen die entblößten Hakenkreuze im Januar um Vorschein, nun musste sich der Sportler dafür verantworten.

Moosburg – Der Mann war mit einer Volleyball-Mannschaft am 8. Januar dieses Jahres in der Sporthalle in Neufahrn zu Gast und sorgte für einen Eklat; denn ein Spieler aus der Heimmannschaft entdeckte auf seinem Unterarm eine Vielzahl von Hakenkreuzen: Je vier ober- und unterhalb einer Fahne aus dem Baltikum. Wie sich später im Rahmen der Ermittlungen herausstellte, waren die Hakenkreuz-Tattoos allerdings gespiegelt, also seitenverkehrt gestochen.

Strafbefehl: 2000 Euro

Dennoch flatterte dem Moosburger zunächst ein Strafbefehl ins Haus – gegen den er Einspruch einlegte. Jedoch handelte er sich auch beim Strafrichter des Freisinger Amtsgerichts eine Verurteilung wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein: eine Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro (80 Tagessätze à 25 Euro). Dagegen legten der Beschuldigte, aber auch die Staatsanwaltschaft Berufung ein.

Vor der 2. Strafkammer des Landshuter Landgerichts räumte Verteidiger Daniel Amelung den Sachverhalt ein: Sein Mandant habe gewusst, dass bei besagtem Volleyballspiel sein Tattoo sichtbar gewesen sei. Allerdings, so der Anwalt, sei der 35-Jährige keinesfalls in der rechten Szene anzusiedeln. 

Plötzlich Quadrate statt Hakenkreuze

Das gespiegelte Hakenkreuz sei vielmehr in seiner Heimat, einem baltischen Staat, bis zum Verbot ein Symbol für Feuer gewesen und im Hinduismus und Buddhismus stehe es als „Swastika“ seit Jahrtausenden als religiöses Glückssymbol für Freude, Licht und Leben. Im Übrigen, so der Anwalt, habe sein Mandant umgehend gehandelt und das Tattoo überdeckt.

Tatsächlich präsentierte der 35-Jährige den Prozessbeteiligten seinen Unterarm, auf dem statt der Hakenkreuze jetzt lauter Quadrate erkennbar sind. Vorsitzender Richter Pöhlmann machte deutlich, dass die gespiegelten Hakenkreuze den echten zum Verwechseln ähnlich seien. Da spiele es keine Rolle, welche Gesinnung dahinter stecke, noch dazu wo auch in seinem Heimatland inzwischen das Hakenkreuz wie auch der rote sowjetische Stern verboten seien.

Angeklagter offenbar nicht rechtsextrem

Allerdings verschlossen sich die 2. Strafkammer und die Staatsanwältin dem Ansinnen des Verteidigers nicht, das Verfahren einzustellen. Grund dafür war vor allem die umgehende „Nachbehandlung“ und die Tatsache, dass man es dem 35-Jährigen abnahm, mit der rechten Szene nichts am Hut zu haben. Einen kleinen Denkzettel bekam er allerdings mit auf den Weg: Er muss an das Landshuter „Haus International“ eine Geldauflage von 1500 Euro berappen, ehe das Verfahren endgültig eingestellt wird. 

von Walter Schöttl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trio aus dem Landkreis Freising gelingt Einzug in den Bezirkstag
Mindestens ein Trio vertritt den Landkreis Freising in den nächsten vier Jahren im Bezirkstag. Noch unklar ist, ob Grünen-Kandidatin Siglinde Lebich den Sprung ins …
Trio aus dem Landkreis Freising gelingt Einzug in den Bezirkstag
Aufgehoben oder nur aufgeschoben? CSU und FW sondieren auch Position zur 3. Startbahn
Bei den Freien Wählern und der CSU läuten schon die Hochzeitsglocken. Ob gleichzeitig dem Projekt dritte Startbahn das letzte Stündlein schlägt? Im Umland des Airports …
Aufgehoben oder nur aufgeschoben? CSU und FW sondieren auch Position zur 3. Startbahn
Pfrombach: Neues Gewerbegebiet stößt auf Kritik - Stadträte fühlen sich überrumpelt
Ein Betrieb in Pfrombach bei Moosburg möchte expandieren. Das sorgt für Unmut bei manchen Stadträten - und Forderungen nach mehr Transparenz.
Pfrombach: Neues Gewerbegebiet stößt auf Kritik - Stadträte fühlen sich überrumpelt
Bei der Westtangente „auf der Zielgeraden“: CSU beleuchtet Moosburgs Großprojekte
Beim Stammtisch der Moosburger CSU ging es jetzt um die großen Moosburg-Themen: Westtangente, Amperauen, Hallenbad und Pfrombachs neues Gewerbegebiet.
Bei der Westtangente „auf der Zielgeraden“: CSU beleuchtet Moosburgs Großprojekte

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion