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Das Moosburger Neubaugebiet Amperauen (Archivfoto).

Bieterverfahren

„Nicht unter Wert verkaufen“: Lange Debatte um Preise für Moosburgs Neubaugebiet „Amperauen“

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In Moosburg wurden jetzt für 17 Parzellen im Neubaugebiet Amperauen die Mindestpreise eines Bieterverfahrens festgelegt - und lang debattiert: Vielen Stadträten waren die angesetzten Preise deutlich zu hoch.

Moosburg – Die Stadt Moosburg hat die Verpflichtung, ihre seine Grundstücke im Bieterverfahren nicht unter Wert zu verkaufen. Also mussten jetzt für die Grundstücke von 13 Einfamilienhäusern und vier Doppelhaushälften im Baugebiet „Amperauen“ die Mindestpreise festgelegt werden. Das Rathaus hatte einen Gutachter beauftragt und heraus kamen Mindestpreise von 181.400 bis 342.400 Euro. Acht Parzellen werden auch mit der Auflage zur Errichtung von sogenannten Sonnenhäusern verkauft: Hier muss der Bauherr mindestens die Hälfte der Energie und Wärme durch Solarenergie generieren.

Doch einige Stadträte äußerten massive Kritik an den Preisen und errechneten Quadratmeter-Tarife zwischen 510 und 640 Euro. Bürgermeisterin Anita Meinelt (CSU) verwies darauf, dass der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Landkreis bei 535 Euro liege und sich die Moosburger Preise damit im Rahmen bewegten. Dietersheim (609) und Eching (714) lagen zuletzt bei Einheimischenmodellen noch über den Moosburger Mindestpreisen. Dem Gremium war auch klar, dass dieser Verkauf wohl Gebote deutlich über dem Startpreis erbringen würde.

Alfred Wagner (Grüne) forderte dennoch die Expertise eines zweiten Gutachters, „der dann seinen Bewertungsspielraum für niedrigere Preise ausnutzen soll“. Wagner dachte vor allem an künftige Grundstücksverkäufe im Einheimischenmodell, die sich an den Mindestpreisen der aktuellen Veräußerung orientieren würden. Meinelt konnte nicht verstehen, was ein zweiter Gutachter bringen soll: „Herr Wagner, Sie sind weit weg von der Realität.“ Martin Pschorr (SPD) sprang der Bürgermeisterin zur Seite, „weil die Preise sich täglich verändern, aber eben immer nur nach oben.“

2. Bürgermeister Josef Dollinger (FW) forderte ein Moosburger Selbstvertrauen bei der Bewertung: „Warum soll Moosburg schlechter sein als andere Kommunen? Wir sind die zweite Stadt im Landkreis und da sind die Preise gerechtfertigt. Wir verkaufen unsere Stadt doch nicht unter Wert.“ Erwin Köhler (UMB) dagegen hoffte, dass die Preisliste der Grundstücke keine Mehrheit finde. Letztlich beschloss der Stadtrat dann aber doch mit 14:8 Stimmen die Mindestpreise und mit 17:5 das Prozedere des Bieterverfahrens.

Ausschreibung für Baugebiet wird in der Heimatzeitung veröffentlicht

Die Ausschreibung wird am kommenden Samstag, 26. Januar, in Münchner Merkur/tz und allen Heimatausgaben (Beilage Wohnen und Leben) inseriert. Des Weiteren können Interessenten die Ausschreibungsunterlagen online unter www.moosburg.de/aktuelles in den nächsten Tagen herunterladen.

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