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Stellten sich den Bürgern: die Geschäftsführer der Firma ELA Container, Günter Albers und Oliver Hake (v.l.).

Erweiterung von ELA Container

Ausbau-Pläne: Firma stellt sich kritischen Bürgern in Pfrombach und erntet Unmut

Beim Dialog mit der Containerfirma ELA wird der Unmut der Pfrombacher und Aicher deutlich: Sie hegen viel Misstrauen und üben Kritik am Ausbauplan des Betriebs.

Pfrombach/Aich – Es war ein deutliches Signal: Die Bürger der beiden Moosburger Stadtteile Pfrombach und Aich möchten bei den Erweiterungsplänen der Firma ELA-Container in Pfrombach mitreden. Knapp 200 Anwohner waren am Montagabend zu einem Infogespräch auf das Firmengelände an der Naustraße gekommen, um zu erfahren, wie es weiter gehen wird, nachdem der Stadtrat kürzlich den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan genehmigt hatte.

50.000 Quadratmeter groß ist das gesamte Gelände, das ELA-Container für die Erweiterung des Betriebs angekauft hat. 80 Prozent davon dürfen bebaut werden, das sind fast 40.000 Quadratmeter. Das sei nötig, um dem ständig steigenden Bedarf an „mobilen Raumlösungen“ nachzukommen. So schilderte es ELA-Geschäftsführer Günter Albers eingangs. Die Branche boome, das familiengeführte Unternehmen agiere weltweit mit 17 Standorten in acht verschiedenen Ländern. Für den Sitz in Moosburg habe man sich vor vier Jahren entschieden. Die gute Anbindung zum Flughafen und kompetente Mitarbeiter, die man in der Region vermutet habe, hätten dazu den Ausschlag gegeben.

Flächenversiegelung aus Sicht der Firma unerlässlich

Warum fruchtbares Ackerland zerstören, wenn doch am Nachbargrundstück, das bisher von der Firma Nau genutzt worden sei, bereits Infrastruktur vorhanden sei, wollte ein Zuhörer wissen. Container müssten innerhalb des Geländes transportiert und umgesetzt werden, man brauche Lagerkapazität für Rückläufer und man benötige große Fertigungsstraßen: Das waren nur einige Punkte, warum eine neue Versiegelung von so viel Fläche aus Sicht der Firma unerlässlich sei.

Zahlreiche Bürger wollten hören, was die Firma ELA Container in Pfrombach plant.

Die Bürger sahen das anders. Dem Landesentwicklungsprogramm sei zu entnehmen, dass land- und forstwirtschaftlich genutzte Gebiete erhalten werden sollten, erinnerte Sebastian Greil, Mitglied der Bürgerinitiative Pfrombach/Aich, die sich gegen das Firmenvorhaben positioniert. Hochwertige Böden sollten nur in unbedingt notwendigem Umfang für andere Nutzungen in Anspruch genommen werden, heißt es in dem Zukunftskonzept der Bayerischen Staatsregierung.

„Was passiert, wenn sich die Firma aus Moosburg verabschiedet?“

„Waren Sie da draußen schon einmal mit dem Fahrrad unterwegs?“, wollte eine Bürgerin wissen. Wertvoller Heckenbestand würde mit der Versiegelung vernichtet, bester Ackerboden sei unwiederbringlich verloren. Auch das machte den Bürgern Angst: Was ist, wenn sich die Firma irgendwann von Moosburg verabschiede? Dann würde das Grundstück wohl veräußert. Und entgegen der heute von der Firma propagierten Versprechung, dass man „die Fläche nicht verkaufen werde“, bestünde dann die Gefahr, dass sich das Gewerbegebiet noch vergrößere.

Diese Grafik stammt von den Kritikern der ELA-Pläne. Sie soll am Vergleich der Moosburger Altstadt verdeutlichen, wie groß die versiegelte Fläche in Pfrombach wäre.

Apropos Versprechungen: Da gab es keine guten Noten für das Unternehmen. Man habe bei der Ansiedelung „keine Ahnung von Erweiterung“ gehabt, hatte die Firmenleitung beteuert. Das stimme nicht, meinte ein junger Mann aus dem Publikum. Er wisse, dass bereits vor drei Jahren Gespräche mit Landwirten stattgefunden hätten. „Mit wie viel Betriebsgelände rechnen Sie in zehn Jahren“, war eine weitere Frage. Die Antwort: „Wir gehen davon aus, dass nach der Erweiterung keine Fläche mehr nötig sein wird“, sagte Albers. 19.000 Quadratmeter müsse die Firma an Ausgleichsfläche stellen. Wo, bitte schön, könne in Oberbayern eine zusammenhängende Fläche dieser Größe zur Verfügung stehen? Das war das große Fragezeichen der Bürger.

Bürger in Aich fürchten noch mehr Schwerlastverkehr

Es klappere, es scheppere, wenn die Lkw mit den Containern den Ort passierten, monierte eine Bürgerin aus Aich. Das Dorf sei doch sowieso schon stark vom Lieferverkehr zum Gewerbegebiet Degernpoint betroffen. Die Sperrung der Naustraße für den Lkw-Verkehr wird von der Stadt Moosburg erlassen, wenn die Erweiterungsfläche fertiggestellt sei. Das ist beschlossene Sache. 

Auch auf Facebook macht die BI auf ihr Anliegen aufmerksam

Ob das auch zu 100 Prozent umgesetzt werden könne, das wurde jedoch bezweifelt. „Es werden uns jetzt Sachen zugesichert, die möglicherweise gar nicht eingehalten werden können“, hieß es dazu misstrauisch von den Bürgern.

Bürgerinitiative Pfrombach/Aich plant Bürgerbegehren

Nach den für sie unzufriedenstellenden Gesprächen will sich die Bürgerinitiative nun morgen, Donnerstag, im Gasthaus Sainer in Pfrombach erneut treffen. Wie zu erfahren war, geht es dort um ein mögliches Bürgerbegehren.

Maria Martin

Ebenfalls lesenswert: Moosburgs CSU hat jetzt offiziell ihren Bürgermeisterkandidaten nominiert. Georg Hadersdorfer möchte den Posten von Anita Meinelt für die Christsozialen verteidigen. Doch auch ein Grüner rechnet sich bei der Kommunalwahl 2020 Chancen aus: Michael Stanglmaier plant ebenfalls eine Kandidatur.

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