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Politisch, kritisch, kreativ: Moosburgs Frauenunion feiert 30. Geburtstag

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Von: Armin Forster

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In 30 Jahren hat die FU viel bewegt – dank der Ehrenvorsitzenden Anita Meinelt, aber auch den langjährigen Mitgliedern Gerda Bauer, Monika Vogg (beide 30 Jahre), Herta Heinz (25) und Sibylle Banner (30), wozu Kreisvorsitzende Monika Hermann gratulierte.
In 30 Jahren hat die FU viel bewegt – dank der Ehrenvorsitzenden Anita Meinelt, aber auch den langjährigen Mitgliedern Gerda Bauer, Monika Vogg (beide 30 Jahre), Herta Heinz (25) und Sibylle Banner (30), wozu Kreisvorsitzende Monika Hermann gratulierte. © Forster

„Immer mit der Zeit und ihr oft voraus“: Die Moosburger Frauenunion blickt auf drei Jahrzehnte mit vielen Themen, Aktionen und noch mehr Engagement zurück.

Moosburg – „Das hätten wir nicht erwartet“, staunte die Vorsitzende Sibylle Banner. Am Mittwochabend wurde es richtig eng im Nebenraum der Südtiroler Stube, vormals Rosencafé. Die, die zur Weihnachtsfeier der Moosburger Frauenunion (FU) nicht zeitig genug gekommen waren, fanden bloß noch im Eckerl zwischen Tür und Garderobe Platz. 

Dass so viele Mitglieder und Gäste da waren, lag nicht nur am Jahresabschluss, sondern vor allem am Jubiläum: 30 Jahre schon engagiere sich die FU „politisch, kritisch und kreativ“, wie Banner betonte. Dafür gab es an diesem Abend viel Applaus, auch von den anwesenden Männern.

Gegründet wurde die Gruppe im Frühling 1988 von einer ambitionierten Christsozialen, die es später im Ort noch weit bringen sollte: Anita Meinelt. „Mein zweites Kind war eineinhalb, und ich war schwanger mit dem dritten“, beschrieb die Bürgermeisterin die damaligen Umstände. Es seien von Anfang an keine „reinen Frauenthemen“ gewesen, die man angepackt habe – „weil es gibt ja auch keine reinen Männerthemen“, so Meinelt. Von der Gesundheitsvorsorge über Verbraucherschutz, Wirtschafts- und Haushaltsdebatten bis hin zur Rentenreform: Zu allen möglichen und für die Moosburger relevanten Bereichen, habe man sich in den drei Jahrzehnten Gedanken gemacht, Lösungen für Probleme erarbeitet und so viel bewegt, erinnerte Meinelt in ihrem Rückblick.

Damals: Als im April 1988 die Moosburger Frauenunion von einer gewissen Anita Meinelt (vorne, M.) gegründet wurde, ahnte wohl noch niemand, dass die engagierte CSU-Frau später einmal Bürgermeisterin der Dreirosenstadt sein wird.
Damals: Als im April 1988 die Moosburger Frauenunion von einer gewissen Anita Meinelt (vorne, M.) gegründet wurde, ahnte wohl noch niemand, dass die engagierte CSU-Frau später einmal Bürgermeisterin der Dreirosenstadt sein wird. © Forster

Dass die Frauen dabei stets mit der Zeit gegangen und ihr manchmal voraus gewesen seien, hatte Meinelt ein Blick in ihr Privatarchiv und dort aufs Redemanuskript zum Zehnjährigen der FU vor Augen geführt: „Wir haben schon in unseren Anfängen die Organspende, häusliche Pflege und die innerörtliche Verkehrsbelastung behandelt, als noch kaum jemand darüber gesprochen hat“, sagte sie. Die Kompetenz daraus leitete die Rathauschefin daraus ab, dass „wir Frauen auch zuhause wahre Managerinnen sind und immer schnell auf neue Umstände reagieren müssen“. Diese Fähigkeit sei auch in der Politik gefragt. Vielen Aktivitäten, die Solidarität und der spürbare Mut in der Gruppe hätten der FU einen raschen Mitgliederzuwachs beschert.

Dass es nach 100 Jahren Frauenwahlrecht in Deutschland inzwischen eine Kanzlerin gebe, bezeichnete Sibylle Banner als große Errungenschaft – gleichwohl gelte es, noch viel mehr Frauen in die Politik zu bringen. „Wir sind dort immer noch unterrepräsentiert.“ Dass sich das ändert, daran will die FU auch in den kommenden Jahren arbeiten.

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