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Im kleinen Kreis: Zum 80. Geburtstag gratulierte Heinz Marschoun neben Ehefrau Helga auch Bürgermeisterin Anita Meinelt.

Runder Geburtstag

Der Polizist, der die Schiris beschützt hat: Heinz Marschoun wird 80

Er hat viele Jahre lang in Moosburg für Sicherheit und Ordnung gesorgt: Heinz Marschoun. Kürzlich wurde der ehemalige Erste Polizeihauptkommissar 80 Jahre alt - und erinnerte sich an bewegte Zeiten.

Moosburg – Heinz Marschoun wurde am 7. Dezember 1937 in Troppau im Sudetenland geboren. Mit seinen zwei Brüdern Horst und Dieter wuchs er die ersten Jahre friedlich auf – bis zum Beginn des 2. Weltkriegs. Schon mit sieben Jahren musste er einen Schicksalsschlag verkraften: Sein Vater fiel Weihnachten 1944. Doch zur Trauerverarbeitung hatte die Familie kaum Zeit, da sie nach dem Einmarsch der Russen flüchten musste.

Gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Brüdern kam Marschoun in ein Auffanglager nach Freising. „Es war eine schwierige, aber auch eine schöne Zeit“, erinnert er sich. „Im Lager hat ein großer Zusammenhalt geherrscht.“ Langweilig wurde es auch nicht. Schwimmen hat Marschoun in der Moosach gelernt. Auf einer großen Wiese trafen sich die Kinder zum Bogenschießen, und schon da flammte sein späterer Beruf auf: „Wir haben oft Räuber und Gendarm gespielt.“

Nach seinem Abschluss an der Volksschule absolvierte Heinz Marschoun eine Lehre bei der Post. 1960 dann die wegweisende Entscheidung: Marschoun wollte zur Polizei. Als Polizeianwärter kam er zur Bayerischen Bereitschaftspolizei in Nürnberg. Schnell arbeitete er sich zum Wachmeister hoch. 1962 begann der damals 25-Jährige seinen Dienst bei der Stadtpolizei Bad Tölz, wo er besonders an bewegende Einsätze bei den Eishockey-Bundesligaspielen des EC Bad Tölz zurückdenkt. „Da ging es immer rund“, erinnert er sich. Viel Zeit, um die Partien zu verfolgen, hatte er nicht. Dafür musste er – nach strittigen Entscheidungen – immer mal wieder die Schiedsrichter bis zur Autobahn begleiten. „Die hatten den Schutz manchmal nötig.“ 1965 folgte ein großer Karrieresprung: Marschoun wurde zum Polizeihauptwachtmeister befördert.

Da war der Jubilar bereits verheiratet. 1963 hatte Marschoun seine Helga, die er in einem Jugendclub, der „Deutschen Jugend“, kennengelernt hatte, vor den Traualtar geführt. Der erste Sohn der Eheleute, Andreas, wurde zwei Jahre später geboren. 1969 kam Christoph zur Welt. Sesshaft wurde die Familie in der Westerberg-Siedlung in Moosburg. In die Dreirosenstadt hatte es Marschoun aus beruflichen Gründen verschlagen. Er war dort zur Landpolizeistation versetzt worden.

Das private Glück beflügelte den Jubilar auch beruflich. Er holte die Mittlere Reife nach, machte Fortbildungslehrgänge und stieg bei der Polizei kontinuierlich auf. 1979 wurde er ins Bayerische Innenministerium berufen. Dort war er auch für den Katastrophenschutz zuständig. Marschouns Kontakte reichte von den Rettungsdiensten über Bundeswehr und Feuerwehr bis zu den Feldjägern der US-Army. Auch als er 1989 zum Ersten Polizeihauptkommissar befördert wurde, war sein Tatendrang noch lange nicht erschöpft. Unter anderem war er für unterschiedliche Hilfsorganisationen tätig – etwa für „Bayerns Polizei hilft“, aber auch für die NATO.

Nach 45 Jahren Dienst trat er 1998 in den mehr als verdienten Ruhestand ein. Doch auch als Rentner krempelte Marschoun die Ärmel hoch: 1994 und 2004 wurde er für sein besonderes Mitwirken rund um das bayerische Tennis ausgezeichnet. 2005 wurde er Ehrenmitglied des TC Moosburg. Als Zeichen der Russisch-Deutschen Freundschaft wurde er mit der Goldenen „Heiliger Fürst Alexander Newskij“ ausgezeichnet. Zwischen 2005 und 2008 fungierte er zudem mehrmals als ehrenamtlicher Richter im Amtsgericht Freising.

Neben der Beschäftigung mit seinen mittlerweile drei Enkeln, gelegentlichen Besuchen im Sommer am Berglerner Weiher und Tagesausflügen mit seiner Helga bleibt der herzensgute und junggebliebene Rentner noch immer seinem Tennissport treu. Seit dem folgenschweren Schlaganfall seiner Frau Helga pflegt er diese aufopferungs- und liebevoll. Seine tägliche Lektüre gilt auch dem Freisinger Tagblatt. Dem Jubilar gratulierten bereits viele Freunde und Nachbarn, doch feiern möchte der 80- Jährige lieber im Kreise seiner Familie.

Vanessa Schreyögg

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