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Radweg bei Pfrombach/Aich könnte an Grundbesitzern scheitern - Klare Ansage von Moosburgs Ortschef

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Von: Nico Bauer

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Zeichen für Radweg
Entlang der St2082 soll bei Pfrombach/Aich ein Radweg errichtet werden. Doch das Vorhaben könnte an Grundstücksfragen scheitern. (Symbolbild) © Gabbert/dpa

Weil die St2082 bei Pfrombach und Aich saniert wird, bietet sich der Bau eines Radwegs an. Doch dafür müssten Anlieger Grundstücke verkaufen.

Moosburg – Unstrittig ist, dass die an Pfrombach und Aich vorbeiführende Staatsstraße 2082 erneuert werden muss. Bei der Maßnahme soll nun auch ein durchgehender Radweg realisiert werden. Aus diesem Grund hatten die Stadt Moosburg sowie die benachbarten Gemeinden Buch am Erlbach (Kreis Landshut) und Langenpreising (Kreis Erding) Grundstücksbesitzer eingeladen, um die Maßnahme vorzustellen. Denn für den Radweg, den alle unbedingt wollen, werden an der Strecke Grundstücke benötigt. Die kurze Diskussion in der Moosburger Stadthalle zeigte, dass dies kein Selbstläufer wird.

Drei Bürgermeister aus Moosburg und Buch am Erlbach
Wollen den Radweg: (v. l.) Sabine Gröger (2. Ortschefin Buch), Elisabeth Winklmaier-Wenzl (1. Bürgermeisterin Buch) und Josef Dollinger (Stadtoberhaupt Moosburg). © Nico Bauer

Die Vertreter der drei beteiligten Kommunen sprachen davon, dass man an dem „Dreiländereck“ eine riesige Chance habe. Der Radweg parallel zur Straße sei ein großer Schritt für sichere Radverbindungen nach Landshut und nach Erding, während im Kleinen die Menschen aus Buch und Wartenberg über Aich sicher das Moosburger Gewerbegebiet Degernpoint erreichen könnten.

Keine Tauschgeschäfte

Der wichtigste Mann des Abends war allerdings Marius Bierlein vom Staatlichen Bauamt Landshut, der die Planung vorstellte. Er betonte, dass man flächensparend plane und der Radweg in der Regel 2,5 Meter breit werde. Bei einer Erschließung von landwirtschaftlichen Flächen sollen es drei Meter werden. Den Grundstücksbesitzern wurde mitgeteilt, dass das Staatliche Bauamt den ermittelten Preis von 17 Euro pro Quadratmeter bezahlen könne. Bierlein machte deutlich, dass die Behörde nicht freihändig andere Preise bezahlen könne.

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Und Moosburgs Bürgermeister Josef Dollinger ergänzte, dass man im Zuge der Gleichbehandlung aller Grundstücksbesitzer keine Tauschgeschäfte machen werde. Marius Bierlein zeigte in seiner Präsentation das Ziel auf, dass an der Straße zwischen Möbel Biller bei Eching und Langenpreising eine Nutzung durch Radfahrer von etwa 20 Prozent angestrebt werde. Jeder fünfte Nutzer der Strecke soll auf zwei Rädern unterwegs sein.

Bürger in der Stadthalle Moosburg
Sind teilweise noch skeptisch: Nicht alle der in die Stadthalle gekommenen Anlieger reagierten begeistert auf die Radweg-Pläne parallel zur St 2082. Die Trasse soll Radeln auf Höhe Pfrombach und Aich deutlich sicherer gestalten. © Bauer

Bei den wenigen Nachfragen der eingeladenen Grundstücksbesitzer war die Begeisterung für den Radweg teilweise nicht allzu groß. Ein Bürger schlug vor, die sechs Meter breite Straße einfach noch zwei Meter breiter zu planen und dann brauche es den separaten Radweg nicht mehr. Dem entgegneten der Vertreter des Staatlichen Bauamts und die Bürgermeister der drei Kommunen, dass ein von der Straße abgetrennter Weg für Radfahrer deutlich sicherer sei.

Deutliche Ansage

Zum Ende der Informationsveranstaltung kam dann auch die Frage an das Bauamt auf, was man tun werde, wenn für den Radweg nicht alle Flächen gekauft werden können. Da wurde Bierlein deutlich: „Dann wird der Radweg nicht gebaut.“ Die Staatsstraße werde trotzdem erneuert, denn das sei angesichts des Zustands dringend notwendig. Es scheint, als müssten die Bürgermeister bei noch nicht verkaufsbereiten Grundstücksbesitzern weitere Überzeugungsarbeit leisten, damit man nicht eine große Chance für eine Verbesserung des regionalen Radwegenetzes liegen lässt.

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