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Die Wohnraumhelden aus Hannover/Linden waren die heimlichen Stars des 11. Moosburger Red Corner Festivals.

So war das Red-Corner-Festival 2013

Moosburg - Wetter und Stimmung waren heiter an diesem Wochenende beim elften Red-Corner-Festival in Moosburg. Mehr als 20 Bands heizten den Besuchern zusätzlich ein, wobei eine davon den anderen fast die Show stahl.

„Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt habe: Wir sind die Wohnraumhelden aus Hannover Slash Linden, wir sind im Namen der Göttin der Musik unterwegs. Wir glauben an eine bessere Welt, wir kämpfen für eine bessere Welt.“ Zum ersten Mal an diesem Wochenende schallt der Satz beim Red-Corner-Festival am frühen Freitagabend über das Gelände.

Vereinzelt stehen ein paar Besucher davor, einige wundern sich, wer diese Band ist und warum sie über das Wochenende verteilt insgesamt acht Mal zu hören sein wird. Andere bestaunen „die Bühne“: Eine bunt bemalte Ape, auf deren kleiner Ladefläche ein Schlagzeug, ein Keyboard, zwei Mikros, ein Mischpult samt Tonmann sowie zwei Stühle, die mit den beiden Musikern und ihren Gitarren besetzt sind, Platz finden. Die Band gibt sozusagen den Pausenclown und unterhält die Festivalbesucher an den beiden Tagen jeweils zwischen den Auftritten auf der Hauptbühne.

Wie jedes Jahr war das Red- Corner-Festival auch heuer musikalisch geteilt. Der Freitag stand ganz im Zeichen des Hip-Hop mit Acts wie „Main Concept“ aus München und den „Vamummtn“ aus Wien. Aber auch die Moosburger Band „Die zickenden Tightbomben“ war vertreten.

Bilder vom Red Corner Festival in Moosburg

Red Corner Festival in Moosburg

Red Corner Festival Moosburg
Red Corner Festival Moosburg
Red Corner Festival Moosburg
Red Corner Festival Moosburg
Red Corner Festival in Moosburg

Am Samstag wurde es dann mit Metal- und Punkrockbands wie „Nasty“, „Vanilla Sky“ und „Caliban“ richtig laut. Dementsprechend gemischt zeigte sich auch das Publikum, das auf dem Festivalgelände anzutreffen war. Vom schwarzen Lackledermantel-Träger über den coolen Typen mit der Cap bis zum Punker mit den zehn Zentimeter abstehenden roten Stacheln auf dem Kopf war alles dabei. „Die Mischung kommt gut an, es gibt keine Probleme oder Rivalitäten unter den Besuchern“, sagt Stadtjugendpfleger und Organisator Robert Achhammer. Selbst auf dem Campingplatz, wo alle Tür an Tür hausen, gibt es wenig Ärger.

Camper Adrian Debryckyi (20) aus München sagt, die Bands seien eh nur Nebensache. „Das Festivalklientel ist eine homogene Masse, alle kommen gut miteinander aus, jeder sucht die Distanz zum Alltag.“ Besonders am Samstagabend bei der Band „Nasty“ wird das deutlich. Ihre Musik ist sehr aggressiv mit wenig Melodie. Vor der Bühne bildet sich eine große Freifläche, umringt von Zuschauern.

Es ist Tanz - und sieht aus wie Kampf

Die Fans dieser Szene beginnen wild zu tanzen. Es sieht aus wie ein Kampf, sie schleudern ihre Arme und Beine um sich, schubsen und treten. Der ein oder andere bekommt da schon mal die Hand ins Gesicht oder den Fuß in den Bauch. „Beatdown Hardcore ist meine Leidenschaft“, sagt Mario Schulze (20), einer der Tänzer. „Schmerz ist dabei relativ, das merkt man erst drei Tage danach.“

Kaum ist der letzte Ton aus den Boxen auf der Hauptbühne verstummt, stürmen alle zur kleinen Ape, um zum mittlerweile siebten Mal „die Wohnraumhelden aus Hannover Slash Linden“ zu hören. Songs wie „Fleischsalat“ und „Waldorflehrerin“ sind bereits zu Hymnen dieses Festivalwochenendes geworden.

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Viele Fans umringen das kleine Fahrzeug, das im Inneren sogar tapeziert ist. Sie grölen die Texte mit, eine kleine Gruppe langhaariger Jungs fängt an, wie wild zu headbangen. Auch wenn sich bei den restlichen Bands die Besucher in zwei Lager teilten: Die „Wohnraumhelden“ haben sie in den Pausen immer wieder zusammengebracht.

Lena Starkl

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