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Moosburger Sommerfestival

Red Corner Night: Alles gut - nur viel zu wenig Leute

Das haben sich die Veranstalter anders vorgestellt. Viel mehr als 120 Leute kamen am Samstag nicht zur groß angekündigten Red Corner Night am Plan. Schade eigentlich, denn das Line-up passte und die vier Bands wussten die, die gekommen waren, ziemlich zu begeistern.

Moosburg – Das Publikum sang begeistert mit, vor der Bühne hüpften Konzertbesucher ausgelassen herum, tanzten Ringelreihen. Alles gut eigentlich bei einer Band wie „Antiheld“ aus Stuttgart, die aus der Not gar eine Tugend machten. Frei nach dem Motto von Frontmann Luca Opifanti, der „Moosburg“ mit den Worten „Ihr seid nicht viele, aber schön“ begrüßte.

Schön war auch, dass in den Umbaupausen eine junge Moosburger Sängerin namens Carina Holzner den Besuchern die Zeit vertrieb – mit Songs aus unterschiedlichen Genres und einer Stimme, die großes Spektrum aufweist. Vielversprechend waren auch die Auftritte zwei Local-Hero-Formationen. Die Stimmung war gut bei der MIMO-Band „Minor Movement“, die Fan-Gemeinde zeigte sich begeistert von der kruden Mischung aus Balkan-Klängen, Gypsy-Swing und Dub-Reggae, mit der sich die junge Band einen Namen gemacht hat in und um Moosburg. Auch der Punk und der Alternative Rock, der bei „Everlasting Silhouette“ durchklang, war eigentlich genau das Richtige, um einmal auf ganz großer Bühne, mit entsprechender Licht- und Tonanlage, zum Besten gegeben zu werden. Aber eben nicht vor einer solch spärliche Kulisse, nicht bei einem Konzert, das immerhin an die legendäre Festival-Serie unter dem Titel „Red Corner“ anknüpfen hätte sollen .

Die Offiziellen, allen voran Kulturreferent Rudolf Heinz, waren ratlos. „Wir wissen es nicht“, erklärte er am Rande des Geschehens. Gerade bauten Roadies für den Headliner „Russkaja“ die Bühne um. Eine Band, für die andernorts allein so viel Eintritt verlangt wird, wie hier für vier Gruppen. Daran kann es nicht gelegen haben, wie Heinz mit dem Hinweis auf „17 Euro im Vorverkauf“ betonte. Stadtjugendpfleger Robert Achhammer, Mitbegründer des „Red Corner Festival“, schämte sich für die Kulisse. Und dafür, dass nicht mehr junge Leute gekommen waren bei so bekannten Namen wie „Antiheld“ und „Russkaja“.

Die Profis ließen sich die Laune nicht vermiesen. „Antiheld“ trieb Singspielchen mit dem Publikum, machte einen auf „Club-Atmosphäre“ wie Opifanti tönte. Durchaus mit Erfolg, die wenigen Party-Willigen machten jeden Spaß der Stuttgarter „Straßenköter-Pop“-Formation mit. Opifante, eine Rampensau vor dem Herrn, schonte weder die eigene noch die Stimme des Publikums. Selbst Balladen trällerten die Konzertbesucher bereitwillig mit.

Dass bei „Russkaja“ ordentlich die Post abgeht, ist nicht neu. Und ein paar mehr waren ja noch auf den Plan gekommen, um wenigstens den „Headliner“ noch mitzubekommen. Enttäuscht dürften auch die Nachzügler nicht gewesen sein. Zumindest nicht von der mitreißenden Musik. „Russkaja“ macht nicht lange Federlesen. Balkan-Pop und Polka, gepaart mit Tempo, mit betörendem Gebläse und einem Bär von einem Sänger, der allein durch seine Statur den Eindruck eine Berserkers macht. Ganz zu schweigen von einer Stimme, die einen wie Ivan Rebroff vor Neid erblassen lassen hätte können.

Nein, es war viele gut an dieser Konzertnacht. Nur, es hätten mehr Leute kommen können. Vor allem Junge, für die die „Red Corner Night“ gedacht war.

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