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Bericht aus dem Gericht

Reumütigem Schläger-Duo aus Moosburg droht Haft

Moosburg - Die Vorwürfe sind massiv: Raub und gefährliche Körperverletzung. Umso überraschender der Auftritt von zwei Moosburgern (22 und 27) vor der 6. Strafkammer des Landgerichts, wo sie sich nicht nur vollumfänglich geständig, sondern auch reumütig zeigten.

Der gravierendste Anklagepunkt gegen das Duo: ein brutaler Überfall am 26. Januar in einem Bank-Vorraum am Moosburger Stadtplatz, bei dem die beiden gegen 2.15 Uhr einen Mann überfielen. Der 27-Jährige verpasste dem Opfer einen Faustschlag ins Gesicht und raubte ihm unter Androhung, ein Messer in der Tasche zu haben, aus dem Geldbeutel 410 Euro. Das Duo entfernte sich kurz, kehrte dann in die Bank zurück, wo sich ihr Opfer immer noch aufhielt, forderten es auf, ihnen seine EC-Karte zu geben. Als der Mann erklärte, nur eine ungültige EC-Karte bei sich zu haben, durchsuchten ihn die beiden, schlugen ihn zu Boden und traten mit den Füßen auf ihn ein. Das Opfer trug Prellungen, unter anderem im Gesicht und am Rücken, sowie großflächigen Hämatome im Bauchbereich davon.

Bereits am 20. Oktober 2015 gegen 22.45 Uhr, so ein weiterer Anklagepunkt, verpasste das Duo einem Nachtschwärmer, der auf der Bahnhofstraße unterwegs war, zunächst Schläge ins Gesicht. Als das Opfer wegrannte, verfolgte die Täter den Mann und versuchten, dem Flüchtenden in die Beine zu treten. Der allerdings war schneller, entging damit weiteren Schlägen. Kurz zuvor soll es der 22-Jährige auf ein türkisches Opfer abgesehen haben: Vor der Gaststätte des deutsch-türkischen Vereins versuchte er, dem Türken eine Bierflasche über den Kopf zu ziehen. „Mit voller Wucht, nahm zumindest billigend in Kauf, dass dieser Schlag generell lebensgefährlich war“, heißt es in der Anklage. Nur weil ein Landsmann dazwischen ging und dem Täter die Flasche abnahm, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Die Anklage wirft dem 22-jährigen Täter vorsätzliche und gefährliche Körperverletzung in Tatmehrheit mit Raub und versuchten Raub jeweils in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in Mittäterschaft vor. Sein Kumpel sitzt wegen vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung, Raub und versuchten Raub jeweils in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in Mittäterschaft auf der Anklagebank des Landgerichts Landshut

Bereits zum Prozessauftakt gab es auf Anregung der Verteidiger Verständigungsgespräche, in deren Rahmen man sich weitgehend auf die von der Staatsanwaltschaft geforderten Freiheitsstrafen einigte: rund vier Jahre für den 27-Jährigen, der bereits 18 Voreintragungen in seinem Strafregister hat, und eine Freiheitsstrafe zwischen zwei und drei Jahren für den 22-Jährigen. Er hatte sich bisher insgesamt sechs Verurteilungen bei Jugendgerichten eingehandelt.

Beide Angeklagten räumten über ihre Verteidiger die Vorwürfe ohne Abstriche ein, machten für die Tatzeiten lediglich erhebliche Alkoholisierungen geltend. Außerdem ließen sie erklären, dass sie die Taten zutiefst bereuten und sich bei ihren Opfern entschuldigen werden.

Der Prozess wird am 6. November fortgesetzt.

Walter Schöttl

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