Riesenandrang herrschte am Sonntag an der Stadionstraße beim 3. Oldtimer-Treffen des AMC Moosburg.
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Riesenandrang herrschte am Sonntag an der Stadionstraße beim 3. Oldtimer-Treffen des AMC Moosburg.

Über 400 Fahrzeuge präsentiert

Riesenandrang bei Moosburger Oldtimer-Treffen - Das Thema „Elektroautos“ spaltet die Teilnehmer

Das 3. Oldtimer-Treffen des AMC Moosburg am Sonntag war ein voller Erfolg. Über 400 Fahrzeuge konnten bewundert werden, dazu gab‘s reichlich Benzin-Gespräche.

Moosburg – Die Mitglieder und Helfer des AMC Moosburg hatten am Sonntag ein Luxus-Problem: Die Erfolgswelle schwappte über sie hinweg. Beim 3. Oldtimertreffen in der Stadionstraße wollten so viele Fahrzeuge teilnehmen, dass die Zufahrt geschlossen werden musste, und der Besucherandrang war so enorm, dass die Kuchen-, Getränke- und Grillstationen restlos ausverkauft waren. Dementsprechend zufrieden war der AMC-Vorsitzende Hinrich Groeneveld nach der Veranstaltung. Zwar sei es bedauerlich, dass nicht genügend Stellplätze für alle da gewesen seien, „aber lieber zu voll als zu leer.“

Insgesamt gab es mehr als 400 Mobile zu bestaunen. Vom Nutzfahrzeug über Kleinwagen der Mittel- und Oberklasse bis zum Sportwagen und Motorrad war alles am Start. In Moosburg waren nicht nur „echte“ Oldtimer, deren Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurückliegen muss, zugelassen, sondern auch sogenannte Youngtimer bis Baujahr 2001. Eine Erweiterung, die nicht bei allen Oldtimer-Enthusiasten Freudenstürme auslöste.

Dicht an dicht standen auf dem Gelände über 400 Old- und Youngtimer. Das sonnige Wetter sorgte für die perfekten Rahmenbedingungen.

Der Mehrzahl der Besucher schien es nichts auszumachen, denn sie wählten als Lieblings-Fahrzeug eine 1200 BMW Cruiser, Baujahr 1999. Auf Platz zwei hinter dem Motorrad landete ein tschechisches Aero-Cabrio aus den 1930er Jahren.

Ausstellungsstücke wecken Emotionen

An den leuchtenden Augen der Fans und dem Dauereinsatz von Fotoapparaten und Handykameras konnte man deutlich erkennen, dass die Ausstellungsstücke Emotionen auslösen. Bei einigen Ausstellern und Besuchern waren die Outfits sogar dem Baujahr der Fahrzeuge angepasst. Den zahlreichen Fachgesprächen rund um die bereiften Exponate konnte man entnehmen, dass auch Markentreue bei den Oldtimer-Freunden eine Rolle spielt. Und die wurde in Moosburg umfassend bedient. Goggomobil, Messerschmitt Kabinenroller, VW, Porsche, BMW, Cadillac, Chrysler, Chevrolet, Buick, Kawasaki, Ford, Fendt, Mercedes, Opel und viele mehr – für fast jeden Geschmack war etwas dabei.

93 Jahre alt war dieser Ford „Model A Tudor Sedan“. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er auf Kaliforniens Straßen.

Den Altersvorsitz beim 3. Moosburger Oldtimertreffen hatte ein Ford „Model A Tudor Sedan“, der 1928 in den USA gebaut worden war. Valeska Ostermaier, Mitglied der Scuderia Adlkofen und Liebhaberin von Vorkriegsfahrzeugen, hat das Schmuckstück vor vier Jahren erstanden und ist erst die dritte Besitzerin. Sie findet den Wagen nicht nur wunderschön, sondern auch eher pflegeleicht, denn „er hat wenig Technik, die kaputt gehen kann. Er braucht nur viel Schmierfett, ein paar Tropfen Öl und viel Wasser und Liebe“.

Neben den gängigen Fabrikaten gab es an der Stadion-straße in Moosburg auch den einen oder anderen Exoten wie den Sunbeam oder auch einen Jensen Healey zu bewundern. Georg Freilinger von den Pfettrachtaler Oldtimerfreunden präsentierte gar einen Hanomag „13 Autobahn“, Baujahr 1939. Der heißt so, weil er damals schon 115 Stundenkilometer schnell war und deshalb als autobahntauglich galt. Gebaut wurde er in den Hanomag-Werken in Hannover, die in der Maschinenbau-Branche tätig waren und vor dem Zweiten Weltkrieg neben Nutzfahrzeugen und Baumaschinen auch einige Pkw-Modelle herstellten.

Georg Freilinger mit seinem Hanomag „13 Autobahn“, einem von nur noch fünf in ganz Deutschland.

Vor 15 Jahren hatte der heute 70-jährige Freilinger den Hanomag aus dem Nachlass eines Automobilsammlers in ganz schlechtem Zustand erstanden. In unzähligen Stunden restaurierte er das Fahrzeug von Grund auf. Vor allem sei das Problem gewesen, so der Tüftler, dass es keine Ersatzteile mehr gab. Denn in ganz Deutschland gäbe es überhaupt nur noch fünf Stück, vier davon stehen in Hannover im Hanomag-Klub. „Aber das mit den Oldtimern ist wie ein Virus, wenn man dem verfallen ist, dann bringt man ihn nicht mehr los“, erklärt Georg Freilinger.

Dieses Phänomen scheint altersübergreifend zu sein. Auch der 25-jährige Florian Glück hat vor einem Jahr seine Leidenschaft für Oldtimer entdeckt. „Das sind einfach Autos mit Seele“, beschreibt der stolze Besitzer eines Cadillac „Deville 64“ den Unterschied zur heutigen Massenware.

Auch die Motorrad-Freunde kamen am Sonntag nicht zu kurz.

Auch Heinrich Heinz aus Moosburg ist absoluter Oldtimer-Fan und bietet beruflich sogar Oldtimer-Reisen an. Für ihn sind die Fahrzeuge so faszinierend, „weil man aus der hektischen Zeit, die man heute hat, in die Nostalgie der früheren Jahre entfliehen kann.“ Das sei ein ganz anders Fahrgefühl. „Mit diesen Autos ist noch der Weg das Ziel.“ Ein Oldtimer-Treffen, bei dem zukünftig auch E-Autos mit dabei sind, kann sich der Moosburger Unternehmer nicht vorstellen.

E-Fahrzeuge für manchen „keine richtigen Autos“

„Wenn E-Autos bei solchen Veranstaltungen sind, dann wird es traurig, weil das keine richtigen Autos sind“, ist Florian Glück überzeugt. Der AMC-Vorsitzende Hinrich Groeneveld hält es dagegen für denkbar, dass in einigen Jahren auch ein Tesla als Youngtimer mit dabei sein könnte. Negative Erfahrungen mit dem neuen Zeitgeist rund um die Energiewende hat bisher noch keiner der „Benzin im Blut“-Enthusiasten gemacht. Vielmehr sei das Feedback extrem positiv, wenn die Oldtimer bei ihren Ausfahrten bewundernde Blicke anderer Verkehrsteilnehmer und Passanten ernten. Das war auch beim abschließenden Autokorso am Sonntagnachmittag durch die Moosburger Innenstadt nicht anders.

Im Autocorso durchquerten die Teilnehmer des Oldtimer-Treffs am Sonntag die Moosburger Innenstadt.

Bleibt noch die Frage, ob die Oldtimer-Freunde Angst haben, dass ihnen bald der Sprit ausgehen könnte? „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es kein Benzin mehr gibt“, meint Heinrich Heinz. „Es hieß auch damals beim bleifreien Benzin, dass es für ältere Motoren Probleme geben würde. Doch dafür gibt es den Bleiersatz zu kaufen. Vielleicht wird auch noch ein neuer synthetischer Kraftstoff entwickelt, mit dem auch Oldtimer fahren können. Ich denke, die nächsten 50 Jahre ist unsere Leidenschaft noch nicht Gefahr.“
Josef Fuchs

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