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Landgericht Landshut

Schlag gegen internationale Autoschieber: Moosburgerin verurteilt

Nach umfassenden Geständnissen hat das Landgericht eine vierköpfige Autoschieber-Bande verurteilt. Bei der hatte auch eine 38-Jährige aus Moosburg mitgemischt – und die kam noch am besten davon.

Moosburg/Landshut – Als großartigen Erfolg der niederbayerischen Strafverfolger wertete Staatsanwalt Achim Kinsky den spektakulären Schlag gegen eine internationale Autoschieber-Bande: Die 6. Strafkammer des Landshuter Landgerichts verhängte gegen ein Quartett, das von Landshut aus mit dem in Frankreich angesiedelten international agierenden Netzwerk zusammenarbeitete, Vollzugs- beziehungsweise Bewährungsstrafen.

Die türkisch-bulgarische Bande mit einem Landshuter Automatenaufsteller (45) als „Boss“, einem Fahrzeugüberführer (50) aus Mainburg sowie zwei Gehilfinnen aus Dachau (41) und Moosburg (38) schloss sich spätestens ab Juni 2015 zu einer laut Anklage „hoch organisierten und arbeitsteilig agierenden Gruppierung zusammen“, um eine Vielzahl hochpreisiger Kraftfahrzeuge zu übernehmen und dann abzusetzen. Die Fahrzeuge wurden zuvor unter anderem in Frankreich, den Niederlanden, in Belgien und Italien gestohlen respektive unterschlagen, dann auf andere Fahrzeugidentifikationsnummern „umfrisiert“ und mit verfälschten oder total gefälschten Papieren versehen. „Geliefert“ worden seien die Fahrzeuge gegen Barzahlung von einem in Frankreich angesiedelten Netzwerk zum Weiterverkauf in Deutschland. Von Juni 2015 bis Februar 2016 bezog die Landshuter Bande sieben gestohlene und mit verfälschter niederländischer Zulassung ausgestattete Kfz.

Als Chef der Bande hatten die Ermittler den Landshuter Automatenaufsteller ausgemacht, der die Deals mit dem Kopf des französischen kriminellen Netzwerks ausgehandelt hatte. Er organisierte auch den Weiterverkauf. Für die Überführung war dann der 50-Jährige aus Mainburg zuständig. Die beiden waren vor einigen Jahren in München wegen Steuerhinterziehung in großem Stil zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Mehr oder minder als „Werkzeuge“ waren die 41-Jährige aus Dachau und die 38-Jährige aus Moosburg aktiv: Sie ließen eine Vielzahl der Fahrzeuge jeweils auf sich zu, um vor deren Weiterverkauf die tatsächliche Herkunft der Fahrzeuge und deren Identität zu verschleiern.

Die Anklage warf den beiden Männern unter anderem jeweils banden- und gewerbsmäßige Hehlerei, Betrug und Urkundenfälschung sowie besonders schwere Fälle des Betrugs (bei hochpreisigen Kfz) vor. Bei den Frauen ging es um bandenmäßige Hehlerei beziehungswiese Urkundenfälschung. Bereits zum Prozessauftakt war es zu Verständigungsgesprächen gekommen, in deren Rahmen die Angeklagten über ihre Verteidiger umfassende Geständnisse ankündigten. Im Gegenzug wurden ihnen moderate, aber noch vertretbare Freiheitsstrafen in Aussicht gestellt, wie Staatsanwalt Kinsky in seinem Plädoyer ausführte. Die Ermittlungen seien mehr als aufwändig gewesen: 133 000 Telefongespräche und 4000 Textnachrichten mussten übersetzt und ausgewertet werden.

Die 6. Strafkammer verhängte gegen den Landshuter (45) eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und vier Monaten. Auf drei Jahre und zwei Monate lautete das Strafmaß für den 50-Jährigen aus Mainburg. Mit Bewährungsstrafen kamen hingegen die Dachauerin (18 Monate) und die Moosburgerin (ein Jahr) davon.

Walter Schöttl

Rubriklistenbild: © dpa

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