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Nicht offiziell: Der TÜV-Eintrag im Fahrzeugschein eines Moosburgers stellte sich als unecht heraus.

Prozess

Schwindel mit angeblichem TÜV-Stempel: Moosburger (53) landet vor Gericht

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Die Polizei sprach von „sehr hochwertigen Macharten“. Dennoch: Die TÜV-Stempel im Fahrzeugschein eines Moosburgers waren gefälscht, weshalb er nun vor Gericht landete.

Moosburg – Hätte er seinen Audi TT ganz gewöhnlich zur Hauptuntersuchung gebracht, wäre einem Moosburger wohl viel Ärger erspart geblieben. Weil zwei gefälschte Stempel im Fahrzeugschein die Verkehrspolizei zu Ermittlungen veranlasst hatte, musste sich der 53-Jährige nun wegen Urkundenfälschung vor dem Freisinger Amtsgericht verantworten.

Der Zulassungsstelle Moosburg waren Ungereimtheiten in den Papieren aufgefallen, woraufhin die Verkehrspolizei aufgrund von Fälschungshinweisen ermittelte. Heraus kam, dass die beiden jüngsten Einträge aus den Jahren 2015 und 2017 – einmal vom TÜV, einmal von der Überwachungsorganisation KÜS – im Fahrzeugschein des Moosburgers keine offiziellen Stempel seien. Tatsächlich handele es sich hierbei um „digitale Reproduktionen“, vermutlich aus einem Laserdrucker, erklärte der als Zeuge aussagende Polizeibeamte, der den Fall bearbeitet hatte. Die Signatur sei nachgezogen worden, um das Ganze authentisch aussehen zu lassen. „Der TÜV-Süd Moosburg bestätigt nicht, dass das Fahrzeug zum TÜV vorgefahren wurde“, sagte der Polizist. Stempelnachahmungen in dieser Qualität seien ihm noch nie untergekommen. „Das sind sehr hochwertige Macharten. Ein Laie würde auf jeden Fall sagen, dass die Stempel so passen.“

Es blieb nicht bei einer Unstimmigkeit

Laut dem Angeklagten stammen die Stempel aus der Werkstatt eines rumänischen Betreibers, bei dem er im Januar 2015 die Gasanlage seines Audi hatte reparieren lassen. „Die wollten gleich den TÜV machen, das hat für mich gepasst.“ Dass der zugehörige Stempel entsprechend der Zwei-Jahres-Frist nur bis Januar 2017 hätte gelten dürfen, in seinem Fahrzeugschein allerdings bis November 2017 eingetragen war, sei dem Moosburger nicht aufgefallen.

Das war nicht die einzige Unstimmigkeit. Der zweite Stempel datiert von 2017. Zuvor hatte der Moosburger angegeben, dass sein Wagen wegen der abgelaufenen Versicherung von April 2016 bis Februar 2018 von der Polizei zwangsstillgelegt worden sei. Sein Fahrzeugschein sei dabei jedoch nicht eingezogen worden. Wegen eines zwingend erforderlichen Stellplatzwechsels habe der 53-Jährige den Audi in dieser Zeit aber noch einmal in der rumänischen Werkstatt reparieren lassen. „Da wurde halt gleich wieder eine Untersuchung gemacht.“ Der KÜS-Stempel im Fahrzeugschein belege das. Auf die Frage von Richterin Tanja Weihönig, ob es dem Angeklagten nicht merkwürdig vorgekommen sei, dass die Werkstatt einen Eintrag für ein nachweislich abgemeldetes Auto mache, zuckte der Moosburger mit den Schultern. – „Ich kenne keinen anständigen Prüfer, der das machen würde“, sagte der Beamte der Verkehrspolizei.

Schließlich stellte Richterin Weihönig das Verfahren gegen eine Auflage ein. Der Angeklagte muss je 750 Euro an die Freisinger Wärmestube sowie an den Münchner Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr zahlen. Der Moosburger nahm die Auflage an.

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