Ein privater See, aber der Öffentlichkeit zugänglich: Gäste, die ständig Forderungen stellen, müssten sich laut Schmid bewusst machen, dass der Betrieb des Areals wirtschaftlich sein muss. 

Evago-Geschäftsführer äußert sich

Situation am Moosburger Aquapark: Baden ja, Kiosk nein

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Paradiesische Zustände sehen anders aus – doch bei der Evago Immobilien GmbH bemüht man sich, sie am Aquapark wiederherzustellen. 2018 bleiben Kiosk und WCs aber geschlossen – auch, weil sich die Umbaupläne weiter verschieben.

Moosburg– Die Wellen schlugen in der vergangenen Woche hoch – nicht aber, weil die Wakeboard-Anlage im Moosburger Aquapark schon in Betrieb ist. In den sozialen Medien sammelten sich Beschwerden über ein Müllproblem am Badesee. Zudem hat der Kiosk nicht geöffnet und die angekündigten Bauarbeiten sind immer noch nicht gestartet. Was steckt dahinter?

Evago-Geschäftsführer Lorenz Schmid klärt auf: „Die Maßnahmen, die wir umsetzen wollten, machen nur im Paket Sinn.“ Das bedeutet: Der Rundweg um den See, zwei neue Sanitäranlagen, ein neuer Kiosk mit hochmoderner Gastronomie und die Wakeboard-Anlage kommen nur zusammen. Das Problem: Für die Wakeboard-Anlage wird ein Bebauungsplan benötigt – und der steht noch nicht. Ohne diese Anlage könne man die anderen Projekte laut Schmid auch kaum refinanzieren, ein Pächter für den Kiosk findet sich wegen des hohen finanziellen Risikos auch nicht. Ohne diese zusätzliche Attraktion sei es, so die Begründung der vergangenen Kiosk-Betreiber, momentan „wirtschaftlich nicht darstellbar“. Bisher sei auch nicht abzusehen, wann man mit den Bauarbeiten letztlich beginnen könne. Das Risiko, eine zeitlang ohne diesen Magneten Wakeboard-Anlage den Kiosk zu öffnen, will offenbar niemand auf sich nehmen.

Durch die weiteren Verzögerungen ist Evago auch ein mehrfacher Wakeboard-Weltmeister abgesprungen, der die Anlage inklusive eines kleinen Shops für Badebedarf übernehmen wollte. „Die Tür ist aber noch nicht ganz zu“, erklärt Schmid. Der Weltmeister hat derzeit ein heißes Eisen in München im Feuer – sollte das nichts werden, könnte man erneut ins Gespräch kommen. „Der hätte da etwas hingestellt, was internationale Aufmerksamkeit bekommen hätte“, bedauert Schmid. Im Moment sei man dabei, den Bebauungsplan zu erstellen. Im Optimalfall möchte man das aber mit Kiosk- und Wakeboard-Anlagenbetreiber zusammen machen. „Es soll einfach kein Stückwerk, sondern eine runde Sache werden.“

Unter dem Strich bedeutet das, dass mit dem Aquapark heuer auch kein Geld verdient werden kann. „Wir werden uns um Rasen mähen und Müllentsorgung kümmern“, erklärt Schmid. Das Parken ist zudem momentan kostenlos. Recht viel mehr dürfe man heuer aber nicht mehr erwarten: Kiosk und WCs werden geschlossen bleiben. „Man muss verstehen, dass das ein privater See ist, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Das muss wirtschaftlich sein“, sagt Schmid.

Mit einigen Gerüchten möchte der Evago-Geschäftsführer außerdem noch aufräumen: „Was da oft in Umlauf gerät, ist nicht zu fassen.“ Man habe das Gelände weder nach Russland noch an irgendeinen Scheich verkauft – „absoluter Schwachsinn. Wir wollen einfach ein attraktives Angebot schaffen.“

Übrigens: Das Utopia Festival 2019 soll wie geplant stattfinden. Verschieben sich aber die Baumaßnahmen weiter nach hinten, sei nicht auszuschließen, dass man noch ein Jahr aussetzen müsse. „Da geht’s dann auch um Sicherheitsfragen, wenn man auf einer Baustelle feiert.“ Und nicht zuletzt freilich auch um die Optik.

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