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Söder beißt in 150 Meter langen Hefezopf zum Moosburger Stadtjubiläum - „Butterweich“

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Nach der Festtafel bot Moosburg nun das nächste Jubiläums-Großevent: den Herbstschau-Umzug inklusive Rekord-Gebäck, Polit-Promis und einer Großzahl an Beiträgen.

Moosburg – Am vergangenen Sonntag hat Moosburg wieder einmal eines bewiesen: Die Dreirosenstadt versteht es, auf den Putz zu hauen! Um 1250 Jahre Moosburg und 98 Jahre Herbstschau gebührend zu feiern, hat sich die Stadt nicht lumpen lassen und ein Rahmenprogramm auf die Beine gestellt, von dem man sich noch lange erzählen wird.

Ein Mann in Tracht trägt beim Herbstschauumzug ein Kind, das ein Moosburg-Fähnchen hält
Da steht’s: Dieser Herbstschau-Umzug stand heuer ganz im Zeichen des Moosburger Stadtjubiläums. © Lorenz

Illustre Gäste

Eingeladen wurden dazu höchst illustre Gäste – nämlich unter anderem der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Staatsminister Florian Herrmann und Europapolitikerin Angelika Niebler. Gleichzeitig wurde Söder auch eine ganz besondere Ehre zuteil – er durfte nämlich den 125 Meter langen Hefezopf, der zum Stadtjubiläum extra gebacken worden war, eigenhändig anschneiden und den ersten Bissen probieren.

Markus Söder probiert den 125 Meter langen Jubiläums-Zopf anlässlich des Moosburger Herbstschau-Festzugs.
Markus Söder probiert den 125 Meter langen Jubiläums-Zopf anlässlich des Moosburger Herbstschau-Festzugs. © Gleixner

Es lag eine gewisse Spannung in der Luft. Kommt er? Wann kommt er? Oder steht er im Stau? Lange bevor der Ministerpräsident auftauchte, war allerdings schon eine sehr starke Polizei-Präsenz in Moosburg zu sehen und zu spüren – Streifenpolizei, Bundespolizei und eine Reiterstaffel. Auch Landrat Helmut Petz, die Bundestagsabgeordneten Andreas Mehltretter und Erich Irlstorfer sowie die Landtagsabgeordneten Johannes Becher und Benno Zierer wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

Butterweicher Zopf

Alles war perfekt vorbereitet, als Markus Söder dann endlich eintrudelte: Der 125 Meter lange Hefezopf schlängelte sich vom Rathaus bis zum „Plan“. Für das Team des Moosburger Bäckermeisters Thomas Grundner eine Mordsarbeit, die erfreulicherweise trotz schlechter Wetterprognose nicht verregnet wurde. „Butterweich“, so lautete Söders Resümee beim Anschneiden und weiter nach der ersten Verkostung: „Der schmeckt super!“

Ministerpräsident Markus Söder trägt sich umringt von Politikern ins Goldene Buch der Stadt Moosburg ein
Während sich der Ministerpräsident ins Goldene Buch eintrug, scharte sich um ihn herum die lokale und bayerische Polit-Prominenz – und hatte sichtlich beste Laune. © Gleixner

Söder, der von Bürgermeister Josef Dollinger und dessen Vize Georg Hadersdorfer in der Dreirosenstadt willkommen geheißen wurde, klärte dann auch gleich auf, weshalb er an diesem Tag gerne nach Moosburg gekommen sei: „Ich wurde immer gefragt, weshalb ich für Moosburg extra Termine abgesagt habe. Aber der ländliche Raum ist mir sehr wichtig, weil er die Seele von Bayern ist.“

Rund 6000 Besucher

Das Highlight neben dem Mammut-Zopf war allerdings ohne Zweifel der Jubiläums-Umzug zum Herbstschau-Festplatz mit sage und schreibe 137 Gruppen, die per Wagen, zu Fuß oder per Rad teilnahmen und Moosburg für über eine Stunde lang eine berauschende Mardi-Gras-Stimmung schenkten. Von Spielmannszügen über Sportvereine, Kindergärten, umliegende Gemeinden und hiesigen Unternehmen war alles dabei und bot den rund 6000 Besuchern einen prächtigen Festzug. Die Wagen selbst waren herausgeputzt und glänzten durchwegs durch mühevolle Installationen – beispielsweise durch die Aufbauten von alten Moosburger Gebäuden als historische Rückschau.

Trachtengruppe beim Herbstschauumzug in Moosburg
Bayerisches Brauchtum war beim Herbstschau-Umzug allgegenwärtig. © Lorenz

Eine geschichtliche Zeitreise gelang auch zahlreichen Vereinen und Einzelpersonen, die in den Kleidungen von anno dazumal durch die Moosburger Innenstadt streiften und so die Stadtgeschichte wieder zum Leben erweckten. Ein Hingucker, neben den Hochrädern und Draisinen: ein wunderschöner roter alter Omnibus aus dem Fundus der örtlichen Firma Hadersdorfer. Einen Gruß gab es auch von „Moosburg ist Bunt“, die mit bester Musik und den Fahnen der Welt ein deutliches Statement setzten, dicht gefolgt von der türkischen Gemeinde und den Fahrradfreunden, die mit riesigen Seifenblasen ein wenig Woodstock-Feeling auf die Straße brachten.

Bunt und vielseitig

Insgesamt, und das muss deutlich attestiert werden, war dieser Festumzug nicht ein klassischer Blaskapellen-Aufmarsch, sondern eine demonstrative Bekundung für das Zusammenhalten und das Zusammenstehen der Moosburger – bunt, vielseitig, facettenreich, ideenvoll, schlicht und einfach wunderschön.

Fußgruppe mit „Moosburg ist bunt“ Banner beim Herbstschauumzug
Eine Stadt – viele Nationen: Das repräsentierte diese Fußgruppe mit vielen Fahnen. © Lorenz

Von dieser Vielseitigkeit war dann auch Söder selbst ziemlich begeistert, der nach dem Umzug für kurze Grußworte auf die Bierzelt-Bühne stieg. „Es geht mir das Herz auf bei so viel Engagement“, so Söder, der die Vielzahl von Trachten und Vereinen in der Dreirosenstadt mit den Worten „Ihr seid toll“ lobte. Seine knappe Rede nutzte Söder aber auch für eine Herzensangelegenheit von ihm: „Jeder darf anziehen, was er will und die Filme anschauen, die er möchte – und natürlich darf in einem Bierzelt auch ,Layla‘ gesungen werden!“ Der johlende Applaus gab ihm Recht, und sein „Gott schütze Bayern, Gott schütze Moosburg“ ging davon beinahe unter.

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Das Festzelt auf der Moosburger Herbstschau ist gut gefüllt
Im festlich geschmückten Bierzelt der Herbstschau trafen am Ende alle zusammen. © Lorenz

Appell für Frieden

Deutliche Worte fand aber auch der Bürgermeister von Moosburg in Kärnten, Herbert Gaggl, der extra zur Feierlichkeit angereist war: „Wir müssen alle zusammenhalten und zusammenstehen, denn was wir brauchen, ist Frieden!“ Was sein Wunsch sei: ein Niederreißen von Grenzen und eine Achtung aller Menschen. „Wir müssen uns gegen Populisten stellen“, so Gaggl. Was seinen Kollegen aus Moosburg an der Isar, Josef Dollinger, aber am meisten freute: „Es ist toll, dass der Umzug so ein großer Erfolg war und das Zelt jetzt so voll ist.“ Die 1250-Jahrfeier habe mit der gewaltigen Festtafel laut Dollinger begonnen und wurde nun mit dem 125 Meter langen Hefezopf und dem Umzug einzigartig weitergeführt.

Der Erlös der Spenden aus der Hefezopf-Aktion geht an die Aktion „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks.
Richard Lorenz

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