Eine Photovoltaik-Anlage.
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Auf einem Moosburger Feld ist eine Photovoltaik-Freiflächenanlage geplant. Doch der Stadtrat hat Vorbehalte.

Auch in der Altstadt wird ein Vorhaben gebremst

„Solarpark Moosburg“: Große Freiflächenanlage für Photovoltaik geplant - doch Stadträte haben Bedenken

  • Armin Forster
    vonArmin Forster
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Moosburg will die Energiewende vorantreiben, auch mithilfe von Photovoltaik. Doch Anlagen zu errichten, ist alles andere als leicht, wie zwei Debatten zeigen.

Moosburg – Gleich zwei Mal befasste sich der Moosburger Stadtrat am Montag mit geplanten Photovoltaikanlagen (PV). Zunächst ging es um einen Antrag der Firma One Solar aus Eching (Kreis Landshut), die auf einem 6820 Quadratmeter großen Acker zwischen Westtangente, Bahnlinie und Reiteraustraße den „Solarpark Moosburg“ errichten will. Im Auftrag des Grundeigentümers wurde dazu die Aufstellung eines Bebauungsplans beantragt.

Doch Bürgermeister Josef Dollinger (FW) machte gleich klar, dass die Verwaltung und er gegen das Vorhaben seien. Erstens verschandele es den Ortseingang, zweitens brauche man die Fläche eventuell für die weitere Stadtentwicklung und drittens werde durch die Anlage wertvolles Ackerland blockiert. Er regte an, PV-Kollektoren lieber auf Dächer von städtischen Liegenschaften zu bauen.

Photovoltaikanlage auf Feld bei Moosburg geplant - Grünen-Rat erinnert an Beschluss

3. Bürgermeister Michael Stanglmaier argumentierte anders: Er habe zwar in der Vergangenheit ebenfalls gegen PV-Freiflächenanlagen votiert, „aber in diesem Fall würde ich zustimmen“, sagte der Grünen-Stadtrat. Der Klimawandel mache es nötig und auf kommunalen Dächern oder Parkplätzen in Moosburg bewege sich in Sachen Photovoltaik bislang nichts. Die Stadt habe zuletzt fast alle Möglichkeiten verhindert, da blieben nur noch Freiflächen übrig.

Stanglmaier appellierte, den 2007 gefassten Energiewendebeschluss ernst zu nehmen. Nach einigem Hin und Her folgte der Rat mit großer Mehrheit dem Vorschlag von Jörg Kästl (ÖDP), die Angelegenheit zu vertagen und weitere Flächen zu prüfen.

Photovoltaik-Vorhaben in der Altstadt von Denkmalschützern kritisiert

Im Anschluss ging es wieder einmal um das Haus der Familie Wimmer, das an der Thalbacher Straße unterhalb von Johanniskirche und Kastulusmünster liegt. Die Stadt und das Ratsgremium hatten bereits Grünes Licht für eine auf dem Dach geplante PV-Anlage gegeben, doch die Genehmigungsbehörden und der Denkmalschutz blockieren das Vorhaben. Sie fürchten negative optische Auswirkungen auf das Kirch-Ensemble.

Die Familie hatte sich deshalb an den Petitionsausschuss des Landtags gewandt, das Verfahren ist noch offen. Nun sollte der Stadtrat über einen Vorschlag der Denkmalschützer entscheiden: Sie regen an, dass die Stadt per Pilotstudie grundsätzlich klärt, wie mit derartigen Fällen umzugehen sei. „Das ist aber nicht Aufgabe der Stadt“, fand Josef Dollinger. Den Hut solle sich die Denkmalschutzbehörde aufsetzen. Die Runde sah das anders: Einer Studie wurde mit 14:7 Stimmen zugestimmt.

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