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Aus der Schleuse am Moosburger Amper-Überleitungskanal nahe des Flugplatzes wurden insgesamt drei Katzen gerettet.

Ominöse Geschichte aus Moosburg

Sollten drei Katzen im Kanal ertrinken? Retter glauben nicht an Zufall

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Moosburg - Zweimal in einer Woche muss Moosburgs Feuerwehr Katzen aus einer Schleuse retten. Die Helfer glauben nicht an einen Zufall. Und auch die weiteren Umstände sorgen für Unverständnis bei Tierfreunden.

Es ist dunkel, als die Feuerwehrleute am Freitag, 2. September, gegen 21.30 Uhr bei der Schleuse ankommen. Unweit des Moosburger Flugplatzes am Amper-Überleitungskanal hatten zuvor Angler das verzweifelte Maunzen von Katzen bemerkt – und die Retter alarmiert. Die suchen mit Taschenlampen und Scheinwerfern die Schleuse ab und entdecken die Tiere: Wenige Zentimeter von der Wasserkante entfernt kauern sie zu zweit auf einem Balken und miauen hilflos in die Nacht.

Die Feuerwehr öffnet Absperrgitter, lässt eine Leiter hinab und schickt einen mit einem Seil gesicherten Helfer zu den Tieren. Eine Katze springt sofort Schutz suchend in seine Arme, die zweite folgt ihr nach einigen Lockversuchen. Unversehrt kann das Duo, kaum zwei Jahre alt, in Sicherheit gebracht werden.

Video von der Rettung

Geht die Feuerwehr bei diesem Einsatz noch von einem Missgeschick der Vierbeiner beim Spielen aus, erscheint der Vorfall nur eine Woche später in einem ganz anderen Licht: Sieben Tage später, am vergangenen Freitag, wird die Feuerwehr erneut zu einer Katzenrettung an die Schleuse gerufen. Dieses Mal sitzt gegen 7.45 Uhr früh ein einzelnes Kätzchen, gerade erst ein paar Monate alt, auf dem Querbalken. Ein Spaziergänger mit Hund hatte das Miauen gehört.

Der Kommandant glaubt nicht an einen Zufall

Drei Katzen in derselben Schleuse, innerhalb von nur einer Woche? Josef Schwertl, Kommandant der Moosburger Wehr, glaubt nicht an einen Zufall. „Dieser Zufall wäre schon sehr seltsam. Ich könnte mir vorstellen, dass es das Werk eines Katzenhassers war, der die Tiere irgendwo erwischt und in den Kanal schmeißt“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Für Schwertl, selbst Besitzer von zwei Katzen, ein grausiger Gedanke. Er hat deshalb die Polizei informiert.

Die Schleuse liegt nur wenige Meter entfernt vom Moosburger Flugplatz.

Die ominösen Vorgänge rund um die Katzen sorgen auch in den Tagen nach den Rettungsaktionen für Aufsehen – und Unverständnis. Nach einiger Recherche lässt sich Folgendes rekonstruieren: Am 3. September, dem Tag nach der Rettung, starten Tierfreunde eine Suche bei Facebook. Sie posten Fotos der geretteten Katzen – die sich mittlerweile im Tierheim Heinzelwinkel befinden – und suchen nach dem Besitzer. 

Und tatsächlich: Eine junge Moosburgerin meldet sich erst per Facebook-Kommentar und später persönlich im Tierheim. Vor Ort gibt sie an, die Eigentümerin zu sein – und nimmt die Katzen mit nach Hause. Doch nur wenige Tage später laufen die beiden Stubentiger einer Familie in der Bonau zu. Die starten ihrerseits einen Facebook-Aufruf – und stoßen bei ihrer Suche erneut auf die junge Frau. Doch nun heißt es von ihr, die Tiere gehörten doch nicht ihr.

"Die Tiere einfach wieder ausgesetzt"

Das FT hat mit der vermeintlichen Katzenbesitzerin am Montag telefoniert. Im Gespräch bestätigt sie: „Ich hab’ die Katzen im Internet gesehen und bin ins Tierheim gefahren.“ Erst später habe sie festgestellt, dass es doch nicht die richtigen Tiere seien. „Meine Katzen sind zuhause.“

Eine der geretteten Katzen.

Silvia Richter vom Tierheim Heinzelwinkl, die das Katzenduo nun wieder aufgenommen hat, ärgert dieser Sinneswandel, wie sie dem Tagblatt sagt. „Die Frau hat gesagt, erst daheim das Missverständnis bemerkt zu haben – und hat die Tiere dann einfach wieder ausgesetzt.“ Das Verhalten der Moosburgerin bezeichnet Richter als „Sauerei“. Sie sagt: „Wenn man eine Katze nicht mehr haben möchte, dann kann man sie uns bringen, dafür sind wir da.“

Alle drei Katzen befinden sich in der Obhut des Tierheims - und sind wohlauf.

Auch das dritte Kätzchen, das am Freitag gerettet wurde, befindet sich nun in der Obhut von Silvia Richter. Gina hat sie die Kleine genannt, die, wie die anderen beiden Findelkatzen, „gepflegt und verschmust“ sei. Das Duo hört jetzt auf den Namen Tom und Jerry. Alle drei will Richter impfen lassen und dann vermitteln. Wer Hinweise auf die Besitzer hat, kann sich im Tierheim melden: Tel. (08709) 1723.

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