Die denkmalgeschützte Sabathiel-Baracke des Moosburger Stalag VII A ist in einem erbärmlichen Zustand.
+
Die denkmalgeschützte Sabathiel-Baracke des Moosburger Stalag VII A ist in einem erbärmlichen Zustand.

Maßnahmen-Budget auf den Weg gebracht

Stadt Moosburg bewilligt 50.000 Euro für den Erhalt der Sabathiel-Baracke

  • vonNico Bauer
    schließen

Sie ist der letzte Zeuge des größten Gefangenenlagers im Dritten Reich: die Sabathiel-Baracke in Moosburg. Die Stadt nimmt jetzt Geld für den Erhalt des Denkmals in die Hand.

Moosburg – Die Sabathiel-Baracke in Moosburg, um die herum nach dem Zweiten Weltkrieg die Neustadt entstanden ist, ist die einzige noch vorhandene Gefangenunterkunft aus dem einst größten Nazi-Gefangenenlager innerhalb Deutschlands. Wenn die Stadt sie erhalten will, dann muss man einen Wettlauf gegen die Zeit gewinnen – und dieser ist auch Teil des künftigen Haushalts 2021. Nach Anträgen des Stalag-Moosburg-Vereins und des Stadtrats Stefan John (Linke) einigte man sich vergangene Woche auf 50 000 Euro für Erhaltungsmaßnahmen. Auch das zukünftige Infozentrum soll vorangetrieben werden.

Die Stadt hatte die extrem einsturzgefährdete Baracke bereits eingehaust, um den Verfall zu stoppen. Nun lagen zwei Anträge auf dem Tisch. Die große Lösung wäre der Antrag von Stefan John gewesen, der in seinen Antrag Haushaltsmittel von 100 000 Euro geschrieben hatte. Der Stalag-Förderverein kam in seinem Antrag ebenfalls auf 100 000 Euro, die aber aufgeschlüsselt wurden in die reinen Erhaltungsmaßnahmen der Baracke (30 000 Euro), die Planung eines Stalag-Museums (40 000), Gutachten aller noch stehender Bauwerke des einstigen Lagers (20 000) sowie der Erstellung eines 3D-Modells der Sabathiel-Baracke (10 000).

Wir haben eine historische Aufgabe.

Stefan John (Linke)

Bürgermeister Josef Dollinger sagte, dass die beantragten Summen nicht allzu weit von den Haushaltsansätzen entfernt seien. Die Stadt habe mit 50 000 Euro Erhaltungsmaßnahmen der Sabathiel-Baracke geplant und liege damit zwischen den beantragten Summen von 30 000 und 100 000 Euro. Weitere 40 000 Euro bestünden an einer anderen Haushaltsstelle für das künftige Informationszentrum an der Schlesierstraße. Diese beiden Ansätze wurden letztlich auch vom Finanzausschuss bestätigt.

Dollinger sagte weiter, dass so ein Dokumentationszentrum in einer der drei ehemaligen Wach-Baracken an der Schlesierstraße eine sehr ansprechende Lösung wäre, um Besuchern die Geschichte näherzubringen. Er habe bezüglich des Erhalts des ehemaligen Lagers auch schon Landrat Helmut Petz das Thema nahe gebracht. Dollinger machte gegenüber dem Landrat und nun auch den Stadträten vor allem deutlich, dass die Entscheidung über den Standort an der Schlesierstraße eile. Die drei ehemaligen Wachbaracken stehen auf einer Fläche, die dringend für die Erweiterung des Schulzentrums um eine Mensa, Sportanlagen und Lehrerparkplätze benötigt wird. „So oder so brauchen wir eine Entscheidung“, forderte Dollinger.

„Wir haben hier eine historische Aufgabe“, betonte Stefan John. Sein Antrag auf 100 000 Euro wurde vom Ausschuss aber mit 1:11 abgelehnt. Die 50 000 Euro im Haushalt wurden einstimmig bestätigt.

Lesen Sie auch: Beim Driften Unfall gebaut - mehrere Anzeigen sind raus.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare