Ein Gebäude steht im Inneren unter Wasser.
+
Volle Keller hat es zuletzt häufiger in Moosburg gegeben. Die Betroffenen sehen die Stadt in der Verantwortung. (Symbolbild)

Stadt berät Hausbesitzer beim Hochwasserschutz

Vollgelaufene Keller nach Unwettern: Bürger häufig selbst schuld an der Misere - „Eigentum verpflichtet“

Dass nach heftigen Starkregen Keller volllaufen, liege nicht an Versäumnissen der Stadt Moosburg, betonen die Verantwortlichen - und bieten Hilfestellung an.

Moosburg – Vom schweren Unwetter, das in den vergangenen Tagen die niederbayerische Hauptstadt Landshut und die angrenzende Region in Südostbayern unter Wasser gesetzt hat, ist die Stadt Moosburg weitgehend verschont geblieben. Trotzdem kam es aufgrund des starken Wolkenbruchs zu einem beunruhigenden Spektakel für viele Bürger.

Vor allem im „Musiker-Viertel“ habe der Starkregen das Einsatzgeschehen der Feuerwehren bestimmt, berichtete Bürgermeister Josef Dollinger bei der Stadtratssitzung am Montag. Dass es dort zu überfluteten Kellern gekommen sei, wertete er jedoch nicht als Beweis für ein nicht funktionierendes Kanalsystem. Viel mehr habe es an gewissen baulichen Mängeln gelegen, dass die Keller vollgelaufen seien, meinte Dollinger.

Moosburg: Bürger müssen selbst auf Hochwasserschutz achten - „Eigentum verpflichtet“

Zusammen mit der kaufmännischen Geschäftsführerin der Kläranlage Moosburg, Angela Hagl, habe er sich in diesen Tagen auf den Weg zu den Geschädigten gemacht, um sich persönlich ein Bild zu machen. Vor Ort habe man feststellen können, dass viele Rückstauklappen zwar richtig gearbeitet hätten, das Wasser jedoch trotzdem in die Keller gedrungen sei. Über Außentreppen oder sogar ein Loch in der Kellerwand, berichtete Dollinger. Und da seien die Hausbesitzer gefordert, abmildernde Maßnahmen zu ergreifen. So stehe es auch in der Satzung der Stadt, erklärte Hagl. „Eigentum verpflichtet“, unterstrich dies auch Philipp Fincke (FDP).

Oft seien nur kleine Eingriffe nötig, betonte der Moosburger Rathauschef. „Vielleicht eine zusätzliche Stufe vor die Kellertreppe mauern“, schlug er vor. Damit könne viel abgehalten werden. In jedem Fall sollten betroffenen Bürger weitere Schadensfälle oder Problemstellen an das Rathaus melden. Dann würden Mitarbeiter der Kläranlage vor Ort beraten.

Bei einem Starkregen in der Größenordnung wie vor einigen Tagen sei allerdings jedes Abflusssystem überfordert, erklärte Hagl. „Um das Schmutzwasser zu entsorgen, dafür ist unser Kanalsystem ausreichend.“ Das Problem sei die große Masse, die bei Starkregenereignissen in kurzer Zeit runterkomme. Sie könne nur an die Hausbesitzer appellieren, Regenrückhaltemaßnahmen im eigenen Garten zu schaffen. Rasengittersteine verlegen etwa, statt voll versiegelter Flächen.

Der Regen in Bayern lässt nicht nach. Weitere Unwetter sind angekündigt.

Anlage an der BayWa-Unterführung entwässert nur die Straße

Bauwerke, um den Kanal bei Regen zu entlasten, unterhalte die Stadt Moosburg acht Stück – allesamt so situiert, dass das Wasser, sobald die Becken voll seien, durch einen Überlauf in angrenzende Gewässer „abgeschlagen“ werden könne. An der BayWa-Unterführung befinde sich kein Regenüberlaufbecken der Stadt, beantwortete die Fachfrau eine Frage von Ludwig Kieninger (FW). Dort werde nur im Rahmen der Straßeninstandhaltung entwässert.

Die Oberflächenversickerung auch in privaten Gärten vorantreiben, das sei sinnvoll, da waren sich die Räte einig. Ob man nicht einmal ein fachlich erarbeitetes Überflutungsszenario erstellen lassen sollte, regte Johannes Becher (Grüne) an. Schließlich sei künftig auch hinsichtlich des Klimawandels öfter mit solchen Szenarien zu rechnen. Rund 40.000 Euro würde so etwas kosten, meinte Hagl. „Eine gute Anregung“, bekräftigte Dollinger. „Darüber werden wir uns Gedanken machen.“ (Maria Martin)

„Saustall sondersgleichen“: Feiernde hinterlassen Forst als Müllhalde - das dritte Wochenende in Folge

Freising-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Freising-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Freising – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare