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Alfred Wagner ist jetzt fraktionslos.

Entscheidung in Fraktionssitzung bekanntgegeben

Stadtrat Alfred Wagner verlässt überraschend die UMB-Fraktion

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Moosburg - Alfred Wagner zieht sich überraschend aus der UMB-Fraktion zurück. Er wolle sich stärker auf seine persönlichen politischen Schwerpunkte konzentrieren, begründet Wagner die Entscheidung.

Ob in der politischen Debatte oder in seinem Privatleben: Alfred Wagner, Spitzname Tscharli, verfolgt seine Ziele konsequent. Auch wenn er im Moosburger Stadtrat mit seinen Überzeugungen des Öfteren aneckt und dafür im gegnerischen Lager auch mal harsche Kritik einstecken muss. Bei seiner durchaus mutigen Entscheidung, als branchenfremder Privatmann einen Käseladen im Weingraben zu eröffnen, hat er sich jüngst ebenfalls nicht von seinem Weg abbringen lassen.

Wagner, der immer für eine Überraschung gut ist, sorgt nun für den nächsten Paukenschlag: Wie das Tagblatt aus gut unterrichteter Quelle erfuhr, hat der Stadtrat am Sonntag bei einer Fraktionssitzung seinen Rückzug von den Unabhängigen Moosburger Wählern (UMB) verkündet. Die Runde hatte im Vorfeld offenbar nichts von den Absichten ihres politischen Mitstreiters geahnt.

Die Nachricht zog schnell ihre Kreise. Als das FT Alfred Wagner am Mittwoch um Bestätigung bittet, ist der noch gar nicht zum Aufsetzen einer schriftlichen Stellungnahme gekommen. Zu seinem Entschluss steht er aber und betont zu allererst: „Es gab keinerlei persönliche Differenzen und keinen konkreten Auslöser.“ Vielmehr habe er zuletzt bei den UMB eine „Themenvielfalt vermisst, für die ich damals im Wahlkampf eingetreten bin“. Und so sei für ihn klar geworden: „Wenn das Bauchgefühl nicht mehr stimmt, macht man besser einen Schnitt.“ Jetzt, zur Halbzeit der Legislaturperiode, sei ein geeigneter Zeitpunkt für diese Veränderung.

Wagner: „Wechsel zu anderer Partei steht derzeit nicht zur Debatte“

Mit dem Gedanken an einen Abschied aus der Fraktion habe er sich bereits über die Weihnachtsfeiertage beschäftigt. „Natürlich habe ich auch die jüngsten Lagerwechsel von Kommunalpolitikern im Landkreis verfolgt.“ Schließlich habe er sich das Wahlprogramm der UMB angeschaut und sich gefragt: „Wofür stehe ich persönlich, wofür stehen die anderen?“ Es gebe weiterhin Schnittmengen zu den Sachthemen der Gruppierung, „aber bei manchen Themen wünsche ich mir mehr Breite“, sagt der 48-Jährige. Vor allem der Bereich der Innenstadtentwicklung und generell die Themen Bauen, Wohnen und Gewerbe seien ihm wichtig.

Einer anderen Partei möchte sich Alfred Wagner zunächst nicht anschließen. „Ich bleibe erst einmal fraktionslos, da gibt es auch keine Gedankenspiele.“ Aus seinen guten Kontakten zu anderen Stadträten macht er jedoch keinen Hehl: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich bei einer anderen Fraktion mal nachfrage, ob ich an der gemeinsamen Sitzungsvorbereitung teilnehmen kann – einfach, um mich vor Versammlungen zu den Themen auszutauschen.“ Wagner ist bekannt dafür, sich akribisch in Sitzungsunterlagen einzuarbeiten und hat immer wieder Freude daran, die Örtlichkeiten der Tagesordnung mit seinem Radl abzufahren.

In der UMB-Sitzung am Sonntag habe nach seiner Bekanntgabe zwar Überraschung geherrscht, „die Gespräche waren aber sachlich, konstruktiv und respektvoll“, betont Wagner. „Ich hatte vorher mehr Bauchweh, als danach. Ich bin ja doch eher ein emotionaler Mensch.“ Ihm liege viel an einer einvernehmlichen Trennung. Denn, so sagt Wagner: „Ich hatte eine gute Zeit bei den UMB.“

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