In der Bayerischen Bauordnung wurde das Abstandsflächenrecht geändert. Gemeinden wie Lenggries wollen eine zu dichte Bebauung aber durch eigene Satzungen verhindern.  dpa
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Über das Thema Nachverdichtung wurde in der jüngsten Sitzung des Moosburger Bauausschusses diskutiert. Symbolbild

Zum Teil massive Bedenken

„Städtebaulicher Fehler“ und „Zumutung für Nachbarn“: Intensive Nachverdichtung gerät in Moosburg in die Kritik

In Moosburg könne nicht alle Bauwerber so großzügig bauen, wie sie möchten. In der jüngsten Bauausschusssitzung gab es an vielen Plänen Kritik.

Moosburg – Ihre Grundstücksflächen optimal nutzen zu können, das wird von vielen Bauwerbern in Moosburg gewünscht. Doch nicht alle dürfen so großzügig bauen, wie sie es sich erhoffen. Deutlich wurde das in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses, in der zahlreiche Baugesuche kritisch diskutiert wurden.

Kästl bemängelt fehlende Fahrradabstellflächen

Nachverdichtung sei zwar angesagt, jedoch nicht so, dass es an „jeglicher Realität“ vorbeigehe, wie dies Stadtrat Jörg Kästl (ÖDP) hinsichtlich eines Bauvorhabens an der Anton-Nagel-Straße ausdrückte. Dort sollen auf einem knapp 1800 Quadratmeter großen Grundstück zwei Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage entstehen. Insgesamt 16 Wohneinheiten inklusive 18 Tiefgaragenstellplätzen und sechs ebenerdigen Besucherparkflächen sind angedacht. Für Kästl enthalten die Pläne zu wenig Fahrradabstellflächen auf dem Grundstück. Dass dafür sogar Flächen in der Tiefgarage vorgesehen seien, das passe doch nicht, meinte der ÖDP-Rat.

Einen „städtebaulichen Fehler“ nannte 3. Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) den geplanten Neubau. Das Maß der baulichen Verdichtung sei zu hoch. Man müsse auch daran denken, Grünflächen als Frischluftschneise zu erhalten. „Wir wollen Wohnraum schaffen“, hielt Bürgermeister Josef Dollinger (FW) dagegen. Dass der Bauwerber die Dächer als Grünflächen abbilde und darauf eine flach aufgeständerte PV-Anlage installieren wolle, das sei doch „richtig“. Dollinger: „Da wurde ökologisch gedacht und jetzt passt’s auch wieder nicht.“ Dass die Stellplatzfrage sogar gut geregelt sei, befand SPD-Stadtrat Martin Pschorr. „Alles da, was man sich wünscht“, meinte auch Ludwig Kieninger (FW). Mit 7:4 Stimmen wurde der Bauantrag vom Ausschuss bewilligt.

Stellplätze könnten Unfallrisiko erhöhen

Abgelehnt wurde indes ein Vorbescheid zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit sechs Wohneinheiten und Stellplätzen an der Thalbacherstraße: Dort könnte die Anordnung der Stellplätze zu Unfallrisiken führen, lautete die einhellige Meinung im Gremium. Beim rückwärts Ausparken aus dem Grundstück, das schräg gegenüber dem BayWa-Lagerhaus liegt, seien gefährliche Situationen an der viel befahrenen Thalbacherstraße vorprogrammiert. „Wenn da was passiert, sind wir alle dran“, meinte Evelin Altenbeck (Grüne). Außerdem seien ihrer Meinung nach die ausgewiesenen Fahrradstellplätze nicht ausreichend. Der Vorbescheid wurde mit 2:9 Stimmen abgelehnt.

Sogar einstimmig abgelehnt wurde ein Vorbescheid zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit fünf Wohneinheiten an der Gärtnerstraße. Dort soll ein Garagengebäude abgerissen und an gleicher Stelle ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohneinheiten errichtet werden. Insgesamt 24 Stellplätze müssten auf dem Grundstück nachgewiesen werden, erläuterte Ortschef Josef Dollinger. Ob man aufgrund der Bestandssituation – auf dem Grundstück wurden 1979 und 1984 bereits zwölf Wohneinheiten genehmigt – eine Befreiung von der Satzung in Aussicht stellen könne? Das lehnte das Gremium ab. Außerdem füge sich die Wandhöhe des geplanten Neubaus nicht in die Eigenart der näheren Gebäude ein.

„Zumutung für die Nachbarn“

An der Asternstraße wurden der Abbruch einer Doppelhaushälfte und der Neubau eines Dreifamilienhauses mit sechs Stellplätzen genehmigt – entgegen massiver Bedenken von Evelin Altenbeck: „Eine Zumutung für die Nachbarn“, urteilte die Grünen-Stadträtin. „Letztes Jahr gab es ein Bürgerbegehren für geringere Nachverdichtung. Da sollten wir nicht einfach so darüber hinwegsehen.“ Die Mehrheit im Bauausschuss (7:4) sah es anders – und stimmte zu.

Maria Martin

Der Moosburger Bauausschuss hat ebenfalls beschlossen, den Fahrbahnbelag auf der Münchener Straße zwischen Weingraben und Grabensepperlweg auszutauschen. Aus dem Kopfsteinpflaster wird Asphalt.

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