Ein Mann mit Handschellen.
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Die Polizeiinspektion Moosburg hat jetzt die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr 2020 veröffentlicht.

Kriminalstatistik 2020

Steigende Betrugs- und Sexualdelikte: Polizei Moosburg meldet mehr Straftaten – aber schnappt auch öfter Täter

  • Armin Forster
    vonArmin Forster
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Im Bereich der Polizei Moosburg steigt die Zahl der Straftaten. Wir geben Einblicke in die Kriminalstatistik 2020 - die auch positive Nachrichten bereithält.

Moosburg – Die schlechte Nachricht zuerst: Moosburgs Polizisten hatten vergangenes Jahr wieder mehr zu tun. Laut Kriminalstatistik 2020 der Moosburger Inspektion wurden mit 1267 Delikten 222 Straftaten mehr begangen als noch 2019. Damit bewegt man sich entgegen dem Trend, den das Polizeipräsidium Oberbayern Nord insgesamt sowie für den Landkreis Freising verzeichnet.

Nun die gute Nachricht: Die Aufklärungsquote stieg ebenfalls an und stellt mit 74,4 Prozent (Vorjahr: 72,8) einen Höchstwert im 15-Jahresvergleich dar. Auch hier liegt man über dem Landkreis- und Präsidiumswert. Betrachtet man diesen längeren Zeitraum, ist die Zahl registrierter Straftaten rückläufig. Die traurige Spitze der Häufigkeitszahl (Straftaten pro 1000 Einwohner) im Inspektionsgebiet belegen die Orte Moosburg (44), Nandlstadt (27) und Au (18), die positiven Schlusslichter bilden Mauern und Hörgertshausen (jeweils 9).

Straftaten im Bereich der Polizei Moosburg - die einzelnen Orte im Vergleich

Die Straftaten im Inspektionsgebiet der PI Moosburg verteilen sich auf die einzelnen Kommunen (Die Häufigkeitszahl wird hier mit Straftaten pro 1000 Einwohner angegeben) wie folgt:

Gemeinde:2020Häufigkeitszahl
Moosburg82644
Au/Hallertau11218
Nandlstadt14727
Rudelzhausen7120
Mauern309
Gammelsdorf1913
Wang4417
Hörgertshausen189

Während Körperverletzungen nur leicht zunahmen, verzeichnete die Polizei einen starken Anstieg von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung: immerhin 46 statt der 20 Vorjahresfälle. Wie PI-Leiter Christian Bidinger auf Nachfrage erklärte, sei dieser Anstieg nicht etwa auf mehr Vergewaltigungen im öffentlichen Raum zurückzuführen, sondern begründe sich beispielsweise in 22 Fällen durch Verbreitung verbotener pornografischer Schriften. Auch Verschärfungen des Gesetzgebers hätten den Effekt befeuert.

Corona führt zu mehr Betrug bei Online-Einkäufen

Als „erfreulich“ wird bewertet, dass nur sieben Wohnungseinbrüche gemeldet wurden. Auch die Fälle von Fahrrad- und Ladendiebstählen sowie Rauschgiftdelikte waren leicht rückläufig. Körperverletzungen nahmen geringfügig zu (von 125 auf 134 Fälle). Einen eklatanten Anstieg melden die Ermittler im Betrugsbereich: „Die 176 Delikte (Vorjahr 116) fallen hier stark ins Gewicht.“ An dieser Stelle mache sich laut Polizei bemerkbar, „dass wohl aufgrund der Corona-Pandemie häufiger Waren im Internet gekauft wurden“.

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