Michael Stanglmaier (l.) oder Georg Hadersdorfer (r.): Wer wird erster Stellvertreter von Moosburgs neuem Bürgermeister, Josef Dollinger?
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Michael Stanglmaier (l.) oder Georg Hadersdorfer (r.): Wer wird erster Stellvertreter von Moosburgs neuem Bürgermeister, Josef Dollinger?

CSU und Grüne wollen Amt des 2. Bürgermeisters

Stanglmaier vs. Hadersdorfer: Tauziehen um Dollingers Stellvertreter-Posten im Moosburger Rathaus

  • Armin Forster
    VonArmin Forster
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Die Frage, wer in Moosburg künftig neben Josef Dollinger 2. Bürgermeister wird, sorgt für intensive Debatten. Sowohl die Grünen als auch die CSU erheben Ansprüche.

Moosburg – Wer ergattert in der neuen Amtsperiode Moosburgs Bürgermeister-Stellvertreter-Posten? Kommenden Montag, 4. Mai, entscheiden die Stadträte bei ihrer konstituierenden Sitzung in geheimer Wahl über die Frage, zu der seit Wochen eifrig spekuliert und auch gestritten wird. Während die einen fordern, dass gemäß des Ausgangs der Bürgermeister-Stichwahl mit Michael Stanglmaier der knappe Verlierer zum ersten Stellvertreter des Gewinners – Josef Dollinger – bestimmt wird, sehen die anderen keinerlei Grund dafür.

Die CSU schickt vielmehr Georg Hadersdorfer ins Rennen um das Amt des 2. Bürgermeisters. Denn, so formuliert es der frisch ernannte Fraktionssprecher Rudolf Heinz: „In der Stichwahl wurde der 1. Bürgermeister gewählt. Es war keine Wahl zum 2. Bürgermeister.“ Einen Anspruch, dass der Stichwahl-Verlierer den Posten automatisch bekomme, gebe es nicht. Heinz: „Die CSU ist mit 46.180 Stimmen mit Abstand stärkste Fraktion, gefolgt von den Grünen mit 42.666 Stimmen.“ Für die Christsozialen ergebe sich dadurch ein klares Wählervotum, Hadersdorfer vorzuschlagen.

Zahlen seien für die Fraktion jedoch nur ein Nebenargument. Für ihren Kandidaten spreche, dass er über reichlich Erfahrung in Kommunalpolitik, Wirtschaft und Personalführung verfüge sowie einen guten Draht zu Josef Dollinger habe, „da viele politische Gemeinsamkeiten für künftige Maßnahmen vorhanden sind“.

Dollinger bestätigt Abmachung mit der CSU

Der neue Moosburger Rathauschef vermied im Gespräch mit dem FT zwar das Wort „Deal“, bestätigte aber Gerüchte, wonach es eine Abmachung zwischen ihm und der CSU gegeben habe. „Es ist nicht unüblich, dass zwischen Wahl und Stichwahl Gespräche zwischen Parteien geführt werden und bei anderen für Unterstützung geworben wird.“ Das habe er auch gemacht, „und die Wahlempfehlung ist erfolgt“. Da habe er natürlich im Gegenzug der CSU zugesagt, deren Kandidaten zu unterstützen. Dollinger: „Ich habe mein Wort gegeben und da halte ich mich auch dran.“

Aus seiner Sicht sei es auch „völlig unerheblich“, wer welche Stimmen in der Kommunalwahl gesammelt habe. „Einen Wählerwillen oder die Stichwahl als Vorgabe zu nehmen, das würde ja die Stadträte in ihrer Entscheidung entmündigen.“ Auch die Gemeindeordnung sehe eine solche Regelung nicht vor. Für Dollinger ist es „egal, wie die Stellvertreter-Wahl am 4. Mai ausgeht: Ich könnte mit jedem problemlos überparteilich zusammenarbeiten“. Aber natürlich sei Georg Hadersdorfer ihm am politisch am nächsten – „er kommt schließlich ursprünglich von den Freien Wählern und trägt unsere Grundeinstellung in sich“. Daher sei dieser sein Favorit.

Stanglmaier will Erwartungshaltung der Wähler erfüllen

Michael Stanglmaier (Grüne) sieht die Sache naturgemäß anders. Er sagt: „Es ist natürlich das gute Recht der CSU, ihren Kandidaten als ersten Stellvertreter vorzuschlagen. Das Wahlergebnis ist aus unserer Sicht jedoch relativ klar: Es gab ein sehr knappes Ergebnis in der Stichwahl, dann sollte der Zweitplatzierte auch 2. Bürgermeister werden. Man muss schon eine sehr seltsame Betrachtungsweise haben, wenn man da keine Legitimation sieht.“ 

Für ihn sei der Ausgang der Kommunalwahl „eine Verpflichtung, die Erwartungshaltung zu erfüllen“ – er wolle das Amt aber auch persönlich gerne übernehmen. Stanglmaier verweist außerdem darauf, dass er neben der Bürgermeister- auch in der Stadtratswahl mehr Stimmen als Hadersdorfer erhalten habe.

Nächster Diskussionspunkt: Der Posten des Energie- und Umweltreferenten

Erstaunt habe ihn außerdem die Überlegung von Rudolf Heinz, eventuell als Umwelt- und Energiereferent kandidieren zu wollen. Stanglmaier: „Ich bin seit 18 Jahren auf dem Posten und sehe mich in aller Bescheidenheit als die geeignetste Person im Stadtrat.“ Deshalb wolle er seine Arbeit auch weiterführen. „Es ist wichtig, dass man sich in diesem Amt auskennt, hinter dem Thema steht und gut vernetzt ist – auch über Moosburg hinaus. Da geht’s nicht bloß um ein paar Photovoltaik-Anlagen.“ Es brauche bei den Themen Umwelt, Energie- und Mobilitätswende keinen, „der eher als Bremser auftritt“.

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