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Auf dieser Wiese in Degernpoint möchte eine Hamburger Immobilienfirma eine Logistikhalle bauen – und an Amazon vermieten. Moosburgs Stadträte sind einverstanden.

Monsterbau darf kommen

Trotz Kritik an XXL-Planung: Moosburg sagt Ja zu Amazon-Logistikhalle in Degernpoint

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Moosburgs Bauausschuss hat der geplanten Logistikhalle für Amazon in Degernpoint zugestimmt. Ganz wohl war einigen Stadträten bei der Sache allerdings nicht.

Moosburg – Was seit Tagen in der Stadt heftig debattiert wird, sorgte am Montag auch im Bauausschuss für reichlich Diskussionsstoff: das Bauvorhaben einer Hamburger Immobilienfirma, die für den Mieter Amazon im Gewerbegebiet Degernpoint eine Logistikhalle errichten möchte. Wie berichtet, soll auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück in Nachbarschaft zum Wertstoffhof ein Verteilerzentrum für Paketsendungen samt vierstöckigem Parkhaus entstehen.

Dass die Pläne baurechtlich genehmigungsfähig sind, darüber herrschte im Gremium Konsens. Doch das hieß nicht, dass mit Kritik gespart wurde. Michael Stanglmaier von den Grünen ergriff als erstes das Wort: „Wir werden das Vorhaben ablehnen.“ Vor allem der eklatante Flächenverbrauch sei nicht hinnehmbar. Stanglmaier: „Dort wird ein Parkdeck errichtet – und dann baut man noch einmal 88 Stellflächen zusätzlich? Das ist doch nicht mehr zeitgemäß.“ Im Koalitionsvertrag zwischen CSU und FDP sei vereinbart worden, den Flächenverbrauch zu deckeln.

Stanglmaiers Kritik zu Amazon-Bau in Moosburg: „Das hilft den Anwohnern aber wenig“

Der nächste Kritikpunkt war die Verkehrsbelastung. Bürgermeisterin Anita Meinelt jedoch versuchte zu relativieren: „Die umliegenden Straßen sind Staatsstraßen. Da ist Verkehr drauf und die können natürlich genutzt werden.“ Stanglmaiers Konter: „Das hilft den Anwohnern aber wenig.“

Hintergrund zum Bauvorhaben: Das plant Amazon in Moosburg-Degernpoint

Auch an den mutmaßlich niedrigen Gewerbesteuereinnahmen störte sich Stanglmaier. Im Vorfeld der Sitzung hatte er dazu eine E-Mail an Meinelt geschickt – mit der Bitte um Auskunft über die erwartbaren Einnahmen. Meinelt entschuldigte sich jedoch: „Ich hab’s leider heute wegen der Fluglärmkommission nicht mehr geschafft, nachzufragen.“

Linken-Stadtrat fürchtet „prekäre Arbeitsverhältnisse“ in Amazon-Halle in Moosburg

Die Vermutung Stanglmaiers, dass Moosburg lediglich mit Einnahmen „im fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Euro-Bereich“ rechnen könne – Stanglmaier hatte dazu Erfahrungen von anderen Amazon-Standorten herangezogen – bestätigte Meinelt durch Nicken. „Das orientiert sich an den Mitarbeiterzahlen. Wenn die 300 Angestellte beschäftigen, dann kommt da schon was zusammen“, meinte die Rathauschefin. 

Eine 6700-Quadratmeter-Logistikhalle soll für Amazon im Moosburger Gewerbegebiet Degernpoint gebaut werden. Von dort will man die Endkunden beliefern.

Stanglmaier sah das anders: „Im Verhältnis zur bebauten Fläche und den Arbeitsplätzen ist das nicht wirklich viel.“ Durch die neuen Jobs kämen auf Moosburg schließlich Folgelasten wie benötigter Wohnraum oder zusätzliche Kinderbetreuung zu. Zusammenfassend urteilte der Grünen-Sprecher: „Moosburg hat keine Vorteile, sondern nur Nachteile.“

Linken-Rat Stefan John sah das genauso. „Die Abkehr von Dienstleistern wie DHL hat bei Amazon wohl vor allem Lohndumping als Hintergrund“, sagte er. „Wir schaffen dort nur prekäre Arbeitsverhältnisse.“ Anita Meinelt signalisierte Verständnis für die Argumente ihrer Vorredner. „Aber maßgeblich muss für uns das Baurecht sein.“ Ähnlich äußerte sich SPD-Mann Gerhard Beubl.

CSU-Rätin ärgert sich über Kritik an Amazon-Bau: „Wollen wir in Moosburg alles verhindern“

Kurz vor der Abstimmung war es dann Karin Linz (CSU), die als einzige ausdrücklich Unterstützung für das Vorhaben formulierte: „Wollen wir in Moosburg alles verhindern? Wenn die nicht bei uns bauen, dann ziehen sie vielleicht in die Weixerau oder nach Langenbach. Dann haben wir den Verkehr genauso.“ Linz war der Überzeugung: „Das ist ein Gewerbegebiet und das passt da hin.“

Mit 9:3 Stimmen (Grüne und Linke waren dagegen) wurde am Ende das Einvernehmen erteilt. Dass das Landratsamt als Genehmigungsbehörde keine größeren Einwände erhebt, war wie berichtet bereits im Vorfeld bekannt geworden.

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