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Diese Fläche vor der Moosburger Johanniskirche möchte das Café am Münster (gegenüber) bald bestuhlen. Doch nicht jedem Stadtrat gefällt die Idee.

Moosburger Bauausschuss gibt Grünes Licht

Trotz Kritik vom Bürgermeister: Café darf direkt vor der Kirche bewirten

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Ein Café möchte auf der Fläche vor der Moosburger Johanniskirche Tische aufstellen. Doch im  Stadtrat ist nicht jeder von dieser Idee begeistert.

Moosburg – Das Moosburger Café am Münster würde im Sommer gerne auf der gegenüberliegenden Rasenfläche vor der Johanniskirche an zehn Tischen Gäste bewirten. Der Bauausschuss hat diesem Ansinnen der Pächter, der Sabine Schöne & Josef Reif GbR, am Montag Grünes Licht gegeben.

Was sich bei einem Abstimmungsergebnis von 10:1 wie ein ganz problemloser und unumstrittener Tagesordnungspunkt anhört, sorgte durchaus für längere Diskussionen im Gremium. Denn Josef Dollinger (FW), einer von denen, die zwar im Ausschuss nicht stimmberechtigt sind, aber trotzdem mitreden dürfen, wetterte gar deftig gegen das Vorhaben: Er begrüße eine Belebung der Innenstadt, „aber doch nicht an dieser Stelle“. Da habe er „erhebliche Bedenken“. 

Josef Dollinger: „Drinnen die Maiandacht, draußen Remmidemmi“

Grund: Die Schankfläche sei doch direkt vor einem Denkmal, darauf gelte es Rücksicht zu nehmen. Außerdem könnten Gottesdienste gestört werden. „Drinnen die Maiandacht, draußen Remmidemmi“, warnte Dollinger. Sein Fazit: „Das kann doch nicht sein. Ich bin sprachlos.“

Sprachlos vor allem darüber, dass sich die große Mehrheit der Stadträte und die Verwaltung so aufgeschlossen gegenüber dem Ansinnen zeigten. Denn Gerhard Beubl (SPD) etwa hatte der Aussage von Bürgermeisterin Anita Meinelt, dass es alle schön fänden, beigepflichtet: „Schön, wenn sich was tut.“ Ein Café vor einer Kirche – das sei doch in jedem Ort so, das sei doch gerade das Schöne. Marketingreferent Alfred Wagner (fraktionslos) befürwortete das Vorhaben ebenfalls. Und Hans Reif (FW) sagte, seiner Ansicht nach seien die Kirchtürme weit genug von den Tischen entfernt.

Karin Linz: „Wenn der Pfarrer nichts dagegen hat“

Wichtig: Auch das katholische Pfarramt hatte in einer schriftlichen Stellungnahme keine Einwände erhoben. Diese Stellungnahme war auch für Karin Linz (CSU) entscheidend: „Wenn der Pfarrer nichts dagegen hat“, dann finde sie das auch in Ordnung und werde nicht dagegen votieren. Lediglich die Möglichkeit, dass tatsächlich rosa Stühle und Tische aufgestellt werden könnten, wenn nicht noch am Farbkonzept etwas geändert wird, hätte Linz zu einem Nein gebracht.

Im Endeffekt votierte dann aber nur Dollingers Fraktionskollege Ludwig Kieninger gegen den Antrag. Jetzt müssen noch Betriebszeiten, Verkehrssicherungspflicht, Geltungsdauer, Erhalt und Pflege der Grünfläche geklärt werden.

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