Türgriff mit Schloss.
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Die Türschlösser der Wasserwacht am Moosburger Aquapark wurden gezielt unbrauchbar gemacht. (Symbolbild)

Am Aquapark Moosburg

Türschlösser von Wasserrettern sabotiert - „Im Einsatz hätten wir keine Chance gehabt“

  • Armin Forster
    vonArmin Forster
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Die Türschlösser der Wasserwacht am Aquapark Moosburg wurden absichtlich unbrauchbar gemacht. Der Schaden ist enorm und hätte schlimme Folgen im Notfall gehabt.

Moosburg - Diese Tat macht sprachlos: Wie die Moosburger Polizeiinspektion in ihrem Bericht vom Samstag mitteilt, hat ein Unbekannter einen Großteil der Türschlösser der Wasserwachts-Station am örtlichen Aquapark sabotiert. Der ehrenamtlichen Rettungsorganisation ist so nicht nur ein hoher Sachschaden entstanden - die Helfer wären im Ernstfall auch nicht einsatzfähig gewesen.

Die Aktion muss sich laut Bericht im Zeitraum von Samstag, 9. Oktober, 14 Uhr bis Samstag, 17. Oktober, 9 Uhr ereignet haben. Dabei wurden an der Wasserwacht-Hütte am Ostufer des Baggersees die Schlösser von insgesamt fünf Außentüren verklebt. Der Unbekannte nutzte dafür offenbar Zweikomponenten- oder Sekundenkleber.

Auch das Motorrettungsboot der Wasserwacht war betroffen

Wasserwachts-Vorsitzender Stefan Aigner zeigte sich im Gespräch mit dem Freisinger Tagblatt fassungslos: „Es ist eine absolute Frechheit, dass man Ehrenamtliche in ihrem Dienst mit so schwachsinnigen Aktionen behindert.“ Man könne von Glück sagen, dass es im betreffenden Zeitraum nicht zu einem Einsatz gekommen sei. Denn: „Auch die Türe zu unserem Motorrettungsboot war zugeklebt“, berichtet Aigner. „Im Einsatz hätten wir da keine Chance gehabt, da hätten wir schon das Garagentor rausreißen müssen.“

Rund zweieinhalb Stunden dauerte es, bis ein Schlüsseldienst sämtliche sabotierte Schlösser aufgebohrt und ersetzt hatte. In einer ersten Schadensschätzung ist von rund 5000 Euro die Rede - aus Sicht des Wasserwachts-Leiters dürfte die letztendliche Summe jedoch noch höher liegen: „Es muss jetzt unsere komplette Schließanlage ausgetauscht werden. Wir reden da von insgesamt 14 Zylindern und über 60 Schlüsseln.“ Von jedem Wasserwachts-Mitglied die Schlüssel einzusammeln sei auch allein zeitlich ein „riesiger Aufwand“.

Zeugenaufruf der Polizei - Es ist nicht der erste Fall am Aquapark

Auch wenn sich „da jemand richtig Zeit genommen“ habe: Dass die verantwortliche Person gezielt der Wasserwacht schaden wollte, glaubt Stefan Aigner nicht. „Ich wüsste nicht warum. Vermutlich war irgendwem langweilig.“ Der Fall reihe sich nämlich in eine traurige Historie von Vandalismus-Schäden ein. „Das reicht von eingeschlagenen Fensterscheiben bis hin zur verrichteten Notdurft vor unserer Eingangstüre. Uns wurde auch schon Material vom Steg runtergeschraubt und im Wasser versenkt.“

Die Polizei hat einen Zeugenaufruf gestartet, man setze beispielsweise auf „aufmerksame Spaziergänger“, die Hinweise unter Tel. (08761) 30180 geben könnten. Auch Stefan Aigner hofft, dass sich Zeugen melden und der Täter so ermittelt werden kann. Außerdem denkt er bereits laut über Videoüberwachung nach: „Bisher haben wir keine Kameras installiert. Aber nach dieser Tat ist es jetzt dann wohl so weit, dass wir welche installieren.“ Man müsse noch Fragen zum Datenschutz klären, das eigene Objekt könne aber sicher damit ausgestattet werden.“ Aigner: Wenn wir die ganzen Vandalismusschäden aufrechnen, ist die Überwachungsanlage am Ende sicher billiger.“

Zwei Männer haben am Freitagabend in Freising Passanten mit einem Messer und einem Beil bedroht - und sie teilweise sogar verfolgt.

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