+
Genügend Parkplätze, auch in Zukunft: So lautet die Forderung von Kritikern der Plan-Umgestaltung.

Autoren wehren sich gegen Manipulations-Vorwürfe

„Übel und perfide“: Dieses Flugblatt sorgt für Ärger in Moosburg

  • schließen

Versuchen die Initiatoren des Plan-Bürgerentscheids, mit Falschinfos auf einem Flugblatt die Moosburger zu manipulieren? So jedenfalls lautet der Vorwurf von Befürwortern des Plan-Umbaus. Doch die Macher des Flyers sind sich keiner Schuld bewusst, im Gegenteil.

Moosburg – Je näher der Termin für den Plan-Bürgerentscheid rückt, umso gespaltener scheinen die Lager. Schon lange wird mit Leidenschaft diskutiert, ob der von der Stadt Moosburg beabsichtigte Plan-Umbau den Wegfall von Parkplätzen rechtfertige. Nun werden die Gemüter durch ein Flugblatt zusätzlich erhitzt: Es wurde von den Initiatoren des Bürgerentscheids verteilt – unter anderem im Briefkasten des Moosburgers Matthias Gabriel. 

Der ist nicht nur bekennender Befürworter des Plan-Umbaus, sondern auch Administrator in der 2800 Mitglieder starken Facebook-Gruppe „Moosburg für Jung und Alt“. Dort stellte er ein Foto des Flyers ins Netz – und wunderte sich: „Stimmt es denn, dass es keine Märkte und Veranstaltungen mehr auf dem Plan gibt, wenn dieser umgebaut wird?“

Michael Stanglmaier: „Vorsätzliche Falschaussage“

Gabriel bezieht sich damit auf eine Passage, die auch von zahlreichen anderen Diskussionsteilnehmern als mindestens missverständlich interpretiert wurde. Denn die Flugblatt-Autoren schreiben: „Mit Ihrer Ja-Stimme tragen Sie dazu bei, dass die bewährte Vielfachnutzung des Plans erhalten bleibt.“ In den Zeilen davor zählen sie unter anderem die Wochen- und Jahrmärkte auf.

Gibt es keinen Wochenmarkt mehr, falls beim Bürgerentscheid mit „Nein“ gestimmt wird? Oder ist diese Interpretation des Flugblatts an den Haaren herbeigezogen? Die Meinungen darüber gehen weit auseinander.

3. Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) beantwortete in einem Kommentar zunächst Gabriels Eingangsfrage: Die Ausschreibung für den Architektenwettbewerb habe die Maßgabe enthalten, dass der Plan nach dem Umbau für alle Funktionen wie Großveranstaltungen, Märkte, aber auch als Parkplatz auf der gesamten Fläche im Bedarfsfall genutzt werden könne. Da dies auch den Bürgerentscheid-Initiatoren bekannt sei, handle es sich um eine „vorsätzliche Falschaussage“. Auch sein Fraktionskollege Alfred Wagner empörte sich über „die Verbreitung dieser Unwahrheit“.

Daniela Eiden: „Übler Unsinn und perfide“

Daniela Eiden, Vorsitzende der Altstadtförderer und Verfechterin des Plan-Umbaus sowie scharfe Kritikerin des Bürgerentscheids, kann beim Lesen des Flugblatts nur den Kopf schütteln: „Das ist übler Unsinn. Damit werden die Leute komplett verunsichert und verrückt gemacht.“ Dabei habe doch ein verschönerter und umgebauter Plan das Ziel, wieder attraktiver für Marktbeschicker zu werden. Was laut Eiden besonders perfide sei: „Die zeigen auf dem Flyer zwar das Münster – aber nicht den Plan mit dem Blechverhau darauf.“

Die Empörung über das Flugblatt kann Anton Neumaier nicht nachvollziehen. Der ehemalige Bürgermeister ist einer der vier Initiatoren des Bürgerentscheids – und steckt in diesen Tagen eifrig die besagten Flyer in Moosburger Briefkästen. „Ich stehe jedem Bürger Rede und Antwort“, sagt Neumaier mit gewohntem Selbstbewusstsein – und sieht keinen Anlass zur Kritik. „An dem Flugblatt ist nichts Übles, das sind einfach unsere Informationen.“

Anton Neumaier: „Wer Zeilen nicht versteht, muss nur richtig lesen“

Wer die Zeilen nicht verstehe, müsse sie nur „richtig lesen“. Man habe nirgendwo geschrieben, dass es nach einem Plan-Umbau keinen Markt mehr gebe, so Neumaier. Wenn die Bürger mit Ja stimmten, sei aus Sicht der Bürgerentscheid-Verfechter immerhin für die nächsten Jahre gesichert, dass sich am Markt auf dem Plan nichts ändere.“ Vorausgesetzt, der Stadtrat entscheide sich später nicht für eine Verlagerung. „Schließlich ist dort schon mal diskutiert worden, den Markt auf den Viehmarktplatz zu verlagern.“

Ein Bild, das Umbau-Befürwortern gefällt: Nach der Neugestaltung soll am Plan mehr Platz zum Verweilen und für Gastronomie entstehen. Einen kleinen Anfang machte jetzt das Café am Münster – mit Stühlen vor St. Johannes.

In Richtung der Altstadtförderer-Vorsitzenden richtete Anton Neumaier dann noch eine Spitze: „Frau Eiden sollte einmal über ihre Aussagen von vor ein paar Jahren nachdenken. Damals war sie auch eine Befürworterin, dass nach dem Parkplatz-Wegfall im gleichen Umfang Ersatz geschaffen wird. Sie war sogar dafür, dass ein Aufzug hoch zum Plan gebaut wird.“

Am Flugblatt werde jedenfalls weiter festgehalten, betont Neumaier. „Ich finde die Äußerungen unserer Kritiker gut: Die führen nur dazu, dass sich noch mehr Leute mit dem Thema befassen. Die Bürger sollen sich ein Bild machen. Das ist ja das urdemokratische an der Sache.“

Darum geht‘s im Plan-Bürgerentscheid am 15. April in Moosburg

Die Moosburger werden in knapp zwei Wochen an die Urne gerufen. Am Sonntag, 15. April, soll folgende Frage geklärt werden: „Sind sie dafür, dass mit dem Umbau des Bereichs ,Auf dem Plan‘ erst dann begonnen wird, wenn die entfallenden öffentlichen Parkflächen in unmittelbarer Umgebung der Innenstadt (z. B. Gelände ,Alte Polizei’, Prüfung Tiefgarage ,auf dem Plan’) für diesen Zweck rechtlich gesichert und fertiggestellt sind?

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nur noch drei Bezirksräte für den  Kreis Freising: Lebich gescheitert
Der Landkreis stellt künftig nur noch drei Bezirksräte. Seit Freitagmorgen steht fest: Siglinde Lebich (Grüne) hat den Einzug in den Bezirkstag nicht geschafft. Damit …
Nur noch drei Bezirksräte für den  Kreis Freising: Lebich gescheitert
Keine Hundepension und auch keine Karpfenzucht: Neue Schlappe für Ex-Stadtrat Raith
Mit seinem umstrittenen Plan, eine Hundepension in der Bonau zu bauen, war der frühere FW-Stadtrat Klaus Raith im Moosburger Gremium einst gescheitert. Nun wollte er das …
Keine Hundepension und auch keine Karpfenzucht: Neue Schlappe für Ex-Stadtrat Raith
Kinderschutzbund: Schnupperkindergarten gerettet, Kassier weiterhin gesucht
Das unermüdliche Engagement des Kinderschutzbunds Moosburg hat sich gelohnt: Nach sechsmonatiger Zwangspause öffnet der Schnupperkindergarten im Januar wieder in neuen …
Kinderschutzbund: Schnupperkindergarten gerettet, Kassier weiterhin gesucht
Jägerfeld-West: Nagelprobe fürs neue Kinderhaus in Hallbergmoos
Das Neubaugebiet Jägerfeld-West in Hallbergmoos nimmt Gestalt an. Die ersten Häuser sind fertig, und auch der Rohbau des Kinderhauses, das die Gemeinde für 3,7 Millionen …
Jägerfeld-West: Nagelprobe fürs neue Kinderhaus in Hallbergmoos

Kommentare