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5. Festival am Aquapark 

Utopia Island in Moosburg: Techno, Rap & Co. in Gummistiefeln

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Moosburg - Es war der ultimative Test – für Gummistiefel, für die Geländegängigkeit von Autos und für die Qualität der Zelte. Beim 5. Festival auf dem Utopia Island war es feucht, nass, schlammig. Und laut. Und teuer.

Es war kaum ein Durchkommen mehr: Auf der Mainstage gaben sich am Samstag Marteria und danach Martin Garrix die Ehre, zusammen mit K.I.Z. am Freitag die Headliner beim 5. „Utopia Island“ am Aquapark bei Moosburg. Schon am Donnerstag hatte das Festival am See begonnen, das vor allem Freitag zu einer Schlammschlacht wurde. Doch auch wenn sich das tanzende und hüpfende Volk einen Urlaub auf Utopia Island rein wettertechnisch anders vorgestellt hatte, wenn man von lauen Sommernächten und nicht von kühlen 12 Grad geträumt hatte, war die Stimmung gut. Dafür sorgten nicht nur die großen Hauptacts der Szene, nicht nur Affentheater, HouseKaspeR, Pretty Pink oder auch Marshmello. Nein, dafür sorgte auch das so schön bunt beleuchtete Riesenrad.

Es brauchte schon eine gute Portion Liebe für all das, was da auf vier Bühnen aus den Lautsprecherboxen wummerte und hämmerte, um sich von Dauerregen und Dreckswetter nicht die gute Laune verderben zu lassen. Dancing in the rain – selten passte der Song von Ruth Lorenzo besser als zu jenem Freitag am Aquapark. Das Festivalgelände mutierte zum Catwalk der Gummistiefelmodelle. Und wer keine weißen, gelben, geblümten oder gestreiften wasserdichten Treter dabei hatte, der griff zur guten alten Plastiktüte über die Schuhe, scherte sich nicht um nasse Füße oder hüpfte gleich barfuß von einer Bühne zur anderen – stets auf der Suche nach dem richtigen Sound, nach der besten Stimmung und nach dem Rapper oder DJ, der einem besonders gefiel, der einen die kühlen Temperaturen vergessen ließ, weil einem gar warm ums Herz wurde.

Ein Gruppe Indianer, die von einem Oberhäuptling mit aufwändigem Federschmuck angeführt wurde, kam zwar mit Kriegsgeheul ziemlich martialisch daher, war aber in friedlicher Mission unterwegs und wohl eher auf das Paffen einer Friedenspfeife geeicht. Andere machten es sich auf den Sitzbänken am See gemütlich, kuschelten sich auf den Stühlen aus Europaletten nah aneinander, während andere sich mit ihren Bändchen an den Top Up-Stellen einfanden, um die „Bandl“ mit Geld aufladen zu lassen. Denn mit Bargeld kam man auf Utopia Island nicht weit, alles wurde über die Bändchen und digital abgebucht. Das war schön, weil man kein Bargeld mitschleppen musste. Weniger schön war – und das sorgte bei manchen Festivalbesuchern auch für Unverständnis und Irritationen –, dass man an den Top Up-Stellen nur Scheine und keine Münzen annahm. Und dass man sein Restguthaben erst in einigen Tagen und dann umständlich über Internet sich auf sein Konto überweisen lassen kann, war dann doch etwas umständlich.

Dabei brauchte man ein „aufgeladenes“ Bändchen ziemlich oft – bei durchaus gesalzenen Preisen, wie man allenthalben von leicht verärgerten Festivalbesuchern hörte. Und wer besonderes Pech hatte, der musste einem Landwirt zusätzlich zu der Parkgebühr von fünf Euro auch noch zehn Euro zahlen, damit der mit seinem Traktor das Auto aus dem Schlamm zog. Ab Samstag hatten die Veranstalter freilich das Dilemma erkannt und Bauern engagiert, die die versumpften Pkw retteten – gratis.

Doch auch wenn solche Kleinigkeiten etwas nervten, hielten die Gigs, was sie versprachen. Dass K.I.Z. einen riesigen Panzer als DJ-Pult auf die Bühne stellte, wirkte zwar befremdlich, darf bei diesem Quartett, das gerne provoziert, aber nicht wundern. Dafür war Tinie Tempah als eine Art roter Flummi sogar aus weiterer Entfernung gut zu sehen – auch ohne die beiden Großbildschirme neben der Hauptbühne. Ein Geheimtipp war die Seaside-Bühne – klein, aber fein, familiär und fast schon ein bisschen exklusiv.

Den besten Überblick hatte man freilich vom Riesenrad aus. Mit fünf Euro war man dabei, konnte sich hoch über die Insel erheben und sich den echten, wahren Überblick verschaffen. Und das war dann schon beeindruckend, das Areal von oben zu sehen, die Größe der Zeltstadt zu erkennen, die Menschenmassen zu beobachten, wie sie die Insel friedlich und fröhlich eroberten. Für eine genaue Analyse der Gummistiefel-Mode freilich musste man schon selbst den Kampf gegen den und durch den Schlamm aufnehmen.

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