Würde eine Photovoltaikanlage auf diesem Dach (vorne) das Kirchenensemble verschandeln? Um diese Frage wird zwischen der Stadt und dem Landratsamt gerungen. 

Das Landratsamt sagt Nein

Verträgt sich Photovoltaik optisch mit Moosburgs Kirchtürmen?

  • vonNico Bauer
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Darf im Umfeld einer Kirche eine Photovoltaikanlage auf ein Hausdach platziert werden? Diese Frage stellt sich in Moosburg bereits seit einiger Zeit. Nun wird das Anliegen zum Politikum.

Moosburg – An der Thalbacher Straße in Moosburg  hatte das Landratsamt Freising eine PV-Anlage abgelehnt, weil diese direkt neben der Johanniskirche steht und das Denkmalschutzamt sein Veto eingelegt hatte. Moosburgs Stadtrat genehmigte nun mit 21:1 Stimmen den Plan – und hofft mit seinem Signal auf ein Umdenken in der Freisinger Behörde.

PV-Anlage neben Johanniskirche und Kastulusmünster

Die Anlage soll auf der Westseite des Hauses neben Johanniskirche und Kastulusmünster errichtet werden. Somit ist sie von den Kirchen aus nicht zu sehen. Dritter Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne) brachte gleich ein Wortspiel Richtung Denkmalschutz an: „Denk-Mal-Nach! Die Einstellung ist nicht nachvollziehbar.“ Er kritisierte, dass auf der anderen Seite der Kirchen, auf dem „Plan“, ein Parkplatz mit 60 Fahrzeugen offenbar auch keine Beeinträchtigung darstelle. Alfred Wagner (Grüne), der als einziger Stadtrat gegen die PV-Anlage gestimmt hatte, zeigte Verständnis für den Denkmalschutz. Vom Zehentstadel kommend sehe man die Photovoltaikanlage sehr prominent vor den Kirchtürmen. „Die Energiewende scheitert nicht am Denkmalschutz“, sagte Wagner, „so etwas findet sich vielleicht in einem Prozent der Fälle.“

Johannes Becher: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“

Johannes Becher (Grüne) war bereits mit dem Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags vor Ort gewesen. Man habe mit Engelszungen auf die Vertreter der großen Politik eingeredet, um ein Umdenken beim Denkmalschutz erreichen zu können. „Mit unserem Beschluss ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, sagte Becher, der noch eine längere Diskussion erwartet. Er verbindet den Moosburger Kampf um die Photovoltaikanlage an der Thalbacher Straße mit dem Wunsch, im Landkreis und darüber hinaus die Sichtweise verändern zu können: „Vielleicht ist Moosburg dann der Grund, dass der Denkmalschutz grundlegend seine Haltung überdenkt.“ Mit 21:1 Stimmen wurde beschlossen, dass die Anlage keine Beeinträchtigung des kirchlichen Ensembles darstellt.

Das Freisinger Klinikum soll zukunftsfähig werden. Wie? Das lesen Sie hier im Interview mit Freisings neuem Landrat Helmut Petz. 

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