Auktionator Konrad Schmid mit einer Drohne.
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Auktionator Konrad Schmid und die Drohne: „Zum Dritten – verkauft für zehn Euro!“ 

Schnäppchenjäger kommen auf ihre Kosten

Von Brautkleid bis Drohne: Kuriositäten bei Moosburger Fundrad-Versteigerung unter dem Hammer

Was haben ein Brautkleid, ein Surfbrett, Räder und eine Drohne gemeinsam? Sie alle kamen jetzt bei der Fundsachen-Versteigerung in Moosburg unter den Hammer.

Moosburg - Der Fokus lag, wie der Titel der Veranstaltung „Versteigerung von Fundrädern“ schon sagt, auf den Drahteseln. 81 dieser bereiften Fundstücke hatten sich über die vergangenen zwei Jahre im Lager des Bauhofs angesammelt und standen nun zur Besichtigung bereit.

Rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger hatten sich in der Böhmerwaldstraße eingefunden, um die insgesamt 221 Exponate intensiv zu begutachteten und danach in „Ein-Euro-Schritten“ dafür zu bieten. Den Zuschlag erteilte Auktionator Konrad Schmid, der die Versteigerung zum siebten Mal leitete. Er ist im richtigen Leben der Haus- und Hofschreiner am Moosburger Bauhof. Mit lauter und fester Stimme bot Schmid in der ihm eigenen humorigen Art die Exponate feil. Das kam bei den Anwesenden gut an. Hin und wieder fühlte man sich wie bei Sotheby’s, wenn von rechts und links die Gebote in Richtung Auktionator kamen und der gar nicht mehr zum altbekannten „Zum Ersten, zum. . .“ ansetzen konnte.

Die Fundräder konnten vor der Versteigerung auf dem Gelände des Moosburger Bauhofs ausgiebig begutachtet werden.

Die Beweggründe für den Besuch so einer Auktion sind vielfältig. Peter Hennrich suchte beispielsweise ein Radl für seinen Sohn. Dessen Gefährt war jüngst bei einem Trip nach Mailand gestohlen worden und deshalb musste kurzfristig ein Ersatz her. Der Moosburger nahm zum ersten Mal an der Veranstaltung teil, hatte keine konkreten Vorstellungen was die Exponate und Preise angeht und wollte sich überraschen lassen. Am Ende kostete ihn die Überraschung drei Euro. Eine andere Besucherin suchte ein günstiges „Bahnhofsradl“ für den Besuch einer weiterführenden Schule in Landshut – und fand es ebenfalls für drei Euro. Eine Dame aus Mauern wollte eigentlich ein Fahrrad für die Tochter erstehen, fand aber nichts, was ihren Vorstellungen entsprach und entschied sich kurzfristig, lieber eine Jacke zu ersteigern.

Schnäppchen ergattert: Ein glücklicher Peter Hennrich mit dem für drei Euro ersteigerten Marken-Fahrrad.

Es waren aber auch einige Routiniers anwesend, die häufiger an solchen Versteigerungen teilnehmen. Ein Moosburger, der sich als Herr Reinisch vorstellte, suchte beispielsweise nach Fahrrädern, die er herrichtet und entweder für ein, zwei Jahre selber fährt oder über Kleinanzeigen weiterverkauft. Mehr als vier oder fünf Euro pro Rad werde er nicht ausgeben, lautete seine Devise. Deshalb suche er zwar vorab einige Favoriten aus, bringe dann aber häufig einige andere Drahtesel mit nach Hause. Denn es sei wichtig, flexibel zu sein. „Oft fixieren sich mehrere Leute auf ein Rad und treiben dann den Preis auf 15 oder 20 Euro nach oben“, erzählte Reinisch. Dabei gebe es meist noch andere, gleichwertige Räder, die niemand haben wolle und die dann zwei Euro kosten würden.

Sohn Martin teilt die Leidenschaft seines Vaters. Er erwarb am Samstag neben einigen Rädern auch noch Schmuck und Audiozubehör. Sein Kumpel Jonathan war zum ersten Mal bei der Versteigerung dabei, war auf Anhieb begeistert und ersteigerte neben einigen Fahrrädern auch noch Mobiltelefone.

Technische Geräte heiß begehrt

Für ein Paar Marken-Kopfhörer wurden schwindelerregende 31 Euro bezahlt. Überhaupt fand technisches Equipment wie Ear-Pods oder eine Drohne großen Anklang. Alle Käufer mussten sich im Anschluss ausweisen, bar bezahlen und erhielten von Heidemarie Littmann und Stephanie Kreitmeier vom Moosburger Fundamt eine Quittung, die den rechtmäßigen Erwerb des Gegenstands belegt.

Ungewöhnlichstes Exponat war ein Brautkleid, das in der Thalbacher Straße gefunden worden war.

Das Brautkleid und das Surfbrett fanden am Samstag keine Abnehmer und werden so wie die meisten Fahrräder, Brillen, Schmuckstücke und Handys wieder eingelagert und dann bei der nächsten Auktion erneut angeboten. Heidemarie Littmann hätte es gerne gesehen, wenn mehr Artikel einen neuen Besitzer gefunden hätten. Denn das Lager sei relativ voll, nachdem wegen Corona seit zwei Jahren keine Auktion mehr stattgefunden habe. Dazu gebe es jetzt schon weitere Fundstücke, deren gesetzliche Aufbewahrungsfrist von sechs Monaten bis zur nächsten Versteigerung ablaufen würde – und die dann unter den Hammer kommen.
Josef Fuchs

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