Security findet 21-Jährige im Gebüsch​​ an der Wiesn - Polizei geht vom Schlimmsten aus

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Mit Bannern und Trillerpfeifen machten die Beschäftigten der beiden Jungheinrich-Werke und der Elektrotechnischen Werke Fritz Driescher & Söhne gestern Vormittag ihrem Unmut kund. 

Warnstreik in Moosburg

Warnstreik in Moosburg: Zwei Prozent mehr Lohn „sind lächerlich“

Sechs Prozent mehr Lohn und optimierte Arbeitszeiten: Das fordert die IG Metall derzeit im Tarifstreit mit den Arbeitgebern. Heute Vormittag wurde in Moosburg die Arbeit für zwei Stunden niedergelegt.

MoosburgEs wehte ein strenger Wind über den Plan, als sich rund 300 Beschäftigte der beiden Jungheinrich-Werke und der Elektrotechnischen Werke Fritz Driescher & Söhne in Moosburg gegen 10 Uhr mit Bannern und Trillerpfeiffen einen Weg von den Firmensitzen an der Steinbock- und Driescherstraße zum Stadtzentrum bahnten. „Miteinander für morgen“ stand auf den Warnwesten: Wohl ein Aufruf an die Arbeitgeber, sich zum Ende der Tarifverhandlungen hin doch noch zu bewegen. Die angebotenen zwei Prozent Lohnsteigerung seien ein „Hohn“, sagte der Vertreter der Jungheinrich-Beschäftigten, Ludwig Stürzl. „Wer schafft den Reichtum und wer holt sich den größten Anteil vom Reichtum?“, fragte Stürzl provokant in die Menge. Im Vorjahr habe die Metallindustrie Rekordumsätze verbuchen können. „Es wird Zeit, dass auch bei uns im Geldbeutel etwas davon landet. Zwei Prozent sind lächerlich“, sagte auch Marek Werner von den Driescher-Werken. „Jedes Weißbier hat mehr.“

Deutliche Worte fand Marek Werner beim Streik.

Neben der Lohnerhöhung fordert die Gewerkschaft das Recht für jeden Beschäftigten, seine Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang von 35 auf 28 Stunden pro Woche zu verkürzen – mit teilweisem Lohnausgleich und dem Recht, wieder in Vollzeit zurückzukehren. „Und das ist gerechtfertigt“, sagte die zweite Bevollmächtigte der IG Metall, Birgit von Garrel. Die Arbeitgeber würden diese Forderung als „wahnsinnig“ hinstellen, und „für verrückt“ erklären. „Wir fordern nichts Rechtswidriges“, so von Garrel. Es sei an der Zeit, an die eigenen Familien zu denken: Eltern, die Zeit für die Kinderbetreuung benötigten oder Zeit für pflegebedürftige Angehörige. Flexible Arbeitszeiten seien nötig. Nicht das, was die Arbeitgeber unter Flexibilität verstünden – Schichtarbeit. Die Absicht der Arbeitnehmer, die Entgeltabsicherung wegfallen zu lassen, sei schlichtweg eine „Schweinerei“.

Noch deutlicher wurde Bevollmächtigter Robert Grashei. „Wer 30 Jahre Schichtarbeit geleistet hat, weiß, was das ist. Kein Unternehmer weiß, was Schichtarbeit ist.“ Zu allem Überfluss wappneten sich die Unternehmer derzeit auch noch mit einem Rechtsgutachten, das die Forderungen der IG Metall zu Teilarbeitszeit mit Lohnausgleich als rechtswidrig einstufe. „Das Gutachten könnt Ihr Euch in den Arsch stecken“, so Grashei in Richtung Arbeitgeber. Dass man die von der IG Metall genannten Forderungen auf den Weg bringen werde, das sei sicher: „mit Druck und Warnstreiks“. Denn nur die Arbeitsverweigerung der Beschäftigten sei die Sprache, die die Unternehmer verstünden. „Dann gibt es keine Wertschöpfung mehr. Und Geld alleine arbeitet nicht.“

Sollte die letzte Tarifrunde am Freitag, 24. Januar, nicht die gewünschten Ergebnisse bringen, so werde ein „Sturm über Deutschland hinwegziehen“, kündigten die Vertreter der IG Metall an. Und der sei stärker als der Wind, der gestern über den „Plan“ wehte.

Maria Martin 

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