Eine Person mäht Rasen.
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Rasenmähen ist künftig bis 18 bzw. 20 Uhr erlaubt. (Symbolbild)

Kontroverse Debatte

Wegen Kinder-Bettgehzeit: Grünen-Stadträtin plädiert für 19-Uhr-Abendruhe - und blitzt ab

Wie lange sollen in Moosburg lärmintensive Tätigkeiten erlaubt sein? Darum und um Pflichten von Hauseigentümern wurde jetzt im Stadtrat kontrovers debattiert.

Moosburg – Feste Zeiten, um laute Haus- und Gartenarbeiten durchzuführen und um Musizieren und Musikhören zu dürfen, sind in einer entsprechenden Verordnung der Stadt Moosburg festgehalten. Weil diese bereits 20 Jahre alt sei, müsse sie überarbeitet werden, erklärte nun Evelyn Stadler von der Geschäftsleitung der Stadtverwaltung bei der Stadtratssitzung am Montag.

Moosburg: Kontroverse Diskussion um ruhestörende Haus - und Gartenarbeiten

Von sieben bis zwölf Uhr und von 14 bis 19 Uhr durften Bürger bisher montags bis freitags ruhestörende Haus- und Gartenarbeiten ausführen, an Samstagen von acht bis 12 und 14 bis 17 Uhr. Die Verwaltung schlug nun vor, die Zeiten abends jeweils um eine Stunde zu verlängern.

Ob man es montags bis freitags nicht bei der alten Regelung belassen könne, fragte Evelin Altenbeck (Grüne). Für Klein- und Schulkinder sei die Zeit zwischen 19 und 20 Uhr „Bettgehzeit“, meinte sie. „Wenn da der Nachbar noch seinen Rasenmäher direkt unter dem Schlafzimmerfenster anwirft, dann stört das.“ Als Kompromiss schlug Altenbeck vor, die Samstage wie die übrigen Werktage zu behandeln.

Moosburg: Stadträtin appelliert „Bettgehzeit“ der beachten - Änderungsantrag abgelehnt

Für Pendler sei das aber oft die einzige Zeit, um noch kurz im Garten zu arbeiten, warf Philipp Fincke (FDP) ein. Der Änderungsantrag von Altenbeck wurde dann auch mit knapper Mehrheit (14:10) Stimmen abgelehnt, und gemäß nachfolgendem Beschluss darf künftig unter der Woche bis 20 Uhr lautstark gearbeitet werden. An Samstagen muss künftig um 18 Uhr Ruhe herrschen.

Auch die Verordnung über die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen und Sicherung der Gehbahnen im Winter wurde neu gefasst. Wenn vor dem Grundstück kein Gehweg vorhanden sei, sei im Winter vom Eigentümer am Rande der öffentlichen Straße ein Streifen von 1,2 Metern vom Schnee freizuhalten, hieß es unter anderem. Wie das zu bewerkstelligen sei, wollte Alfred Wagner wissen. „Vor den Grundstücken parken die Autos.“ Da sollte die Verordnung doch praxisgerechter gestaltet werden.

Moosburg: Auch Gehweg-Sicherung neu geregelt

Nicht ganz klar war es Wagner auch, wie mit Bewuchs umgegangen werden sollte, der sich in Ritzen zwischen Eigentum und öffentlichem Raum angesiedelt habe. „Wenn ich immer wieder rausreiße, dann wächst es ja umso schneller nach.“

Einfach die Bediensteten der Stadtgärtnerei fragen, riet Georg Hadersdorfer (CSU). „So handhaben, wie ich es auch im eigenen Garten mach’“, meinte Bürgermeister Josef Dollinger (FW). Die Räte entschieden einstimmig, dass die bisher geltende Verordnung, die auch im Internet nachzulesen ist, in der derzeitig gültigen Fassung beibehalten werden solle.
Von Maria Martin

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels wurde fälschlicherweise berichtet, Evelin Altenbeck habe um eine Verkürzung der bisherigen lärmintensiven Zeiträume gebeten. Richtig ist jedoch, dass die Grünen-Stadträtin die bisherige Regelung beibehalten wollte. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Dass nach heftigen Starkregen Keller volllaufen, liege nicht an Versäumnissen der Stadt Moosburg, betonen die Verantwortlichen - und bieten Hilfestellung an. Noch mehr Nachrichten aus der Region Freising lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Freising-Newsletter.

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