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Funkt seit kurzem auch mit LTE-Standard: die Mobilfunk-Sendeanlage an der Moosburger Poststraße. Die ÖDP protestiert gegen die Installation, da Strahlenbelastung in unmittelbarer Nähe zum Kastulus-Kindergarten befürchtet wird.

Wegen LTE: Neuer Protest gegen Moosburger Telekom-Sendemast

Moosburg - Nachdem LTE-Antennen auf dem Sendemast in der Nähe eines Moosburger Kindergartens installiert wurden, protestiert die ÖDP mit einem offenen Brief an die Telekom. Die Stadtverwaltung erwägt derweil, sich in die Diskussion einzuschalten.

Long Term Evolution - kurz: LTE - ist der Mobilfunkstandard der vierten Generation. Und weil auch Moosburgs Telekom-Kunden auf ihren Smartphones in den Genuss von schnellem Internet kommen möchten, treibt der Mobilfunkbetreiber den Netzausbau weiter voran. Die jüngste LTE-Anlage haben Techniker vergangene Woche an der Poststraße installiert. Doch weil der Standort nur einen Steinwurf weit vom Kastulus-Kindergarten entfernt ist, formiert sich Protest gegen den Sendemast: Die örtliche ÖDP hat sich mit einem offenen Brief an Konzernchef Timotheus Höttges gewandt - mit der Betreffzeile: „So nicht, liebe Telekom!“

„Ich persönlich und meine Fraktion halten diesen Standort für einen Skandal“, schreibt Ortsvorsitzender Jörg Kästl. Man verteufle nicht die Handys, jedoch „lehnen wir Standorte von Mobilfunkmasten in sensiblen Bereichen wie Schulen und Kindergärten ab“. Es müsse immer eine Alternative geben, schreibt Kästl.

Man werde nun das rücksichtslose Vorgehen der Techniker öffentlich machen. „Außerdem werden wir die fehlende Transparenz für die kommunalen Gremien und die Kindergarten-Eltern sowie Ihr mangelndes Gesundheitsbewusstsein in aller Öffentlichkeit darstellen.“ Er sei bitter enttäuscht von dieser Firmenpolitik, heißt es in Kästls Brief. Daher werde die ÖDP bei öffentlichen Vergaben und auf kommunaler und europäischer Ebene auf die Praktiken des Unternehmens hinweisen.

Die Stadt will "nachhaken"

Bereits Anfang des Jahres hatte eine Moosburger Partei die Strahlenbelastung in der Innenstadt zum Thema gemacht: Die Piraten um Bürgermeisterkandidat Franz-Josef Bachhuber erwirkten damals, dass die Stadt Langzeitmessungen durchführen ließ. „Nahezu das gesamte Innenstadtgebiet wurde damals in die Messung mit eingeschlossen“, sagt Josef Mühlberger, Chef der Stadtverwaltung. Die Ergebnisse seien allerdings beruhigend gewesen: „Die Belastung ging überall gegen null.“

Damals war LTE jedoch noch nicht installiert. Der Aufbau verzögerte sich, auch weil einige Wochen immer wieder Störche auf der Antennen-Plattform gesichtet wurden.

Dass eine Sendeanlage im direkten Umfeld eines Kindergartens schnell für Diskussionsstoff sorgt, ist auch Mühlberger klar. Deshalb zeigt er sich im Gespräch mit dem FT offen für ein erneutes Engagement der Stadt: „Wir werden nochmal nachhaken und uns intern mit unserem Bauamt beraten, ob und welche weiteren Schritte es geben kann. Einfach, dass die Eltern beruhigt sein können.“

Dass dabei gravierende Verstöße aufgedeckt werden, bezweifelt der Behördenleiter jedoch: „Der Betreiber hat eine Konzession. Der wird einen Teufel tun, gegen geltende Auflagen zu verstoßen.“

Armin Forster

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