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Wegen Valerie (12) verschenkt die Stadt Moosburg jetzt Saatgut an alle

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Von: Armin Forster

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Wollen die Bürger zum Blumen-Anpflanzen bewegen: Valerie Fetzer und Moosburgs Rathauschefin Anita Meinelt.
Wollen die Bürger zum Blumen-Anpflanzen bewegen: Valerie Fetzer und Moosburgs Rathauschefin Anita Meinelt. © Forster

Gratis Blumensaatgut kann jetzt im Moosburger Rathaus abgeholt werden. Die Aktion geht zurück auf das Schulprojekt einer zwölfjährigen Bienenfreundin.

Moosburg – Valerie Fetzer ist zwölf Jahre alt, lebt in Moosburg und besucht die siebte Klasse der Freisinger Montessorischule. Dort ist es üblich, dass in der achten Jahrgangsstufe eine sogenannte „Große Arbeit“ präsentiert wird. Das Thema kann von den Schülern frei gewählt werden und umfasst einen praktischen und einen theoretischen Teil. Nach längerem Überlegen, was denn ihre „Große Arbeit“ sein könnte, entschied sich Valerie dazu, mit ihrer Kamera ein Fotobuch zu erstellen. Doch wovon sollte es handeln?

Da kam der Vater des Mädchens ins Spiel: Robert Fetzer hatte im heimischen Garten eine 30 Quadratmeter große Wildblumenwiese angepflanzt. Innerhalb von ein paar Wochen haben sich zwei Erdbienenvölker sowie viele weitere Insektenarten angesiedelt. Parallel bekam das Thema Bienen eine politische Dimension – wegen des Volksbegehrens. Valerie war nun überzeugt: Sie will ein Fotobuch mit Vorher- und Nachher-Bildern von Wildblumenwiesen zusammenstellen.

Valeries Aktion wird über Facebook publik gemacht

Aber wie kommt man als Zwölfjährige an das nötige Wissen über Fotografie und grafische Gestaltung? Da wurde Valerie bei Matthias Gabriel fündig: Der passionierte Hobbyfotograf, der zuletzt mit dem Dokumentationsprojekt „Moosburg ganz anders“ von sich Reden machte, ist ein Freund ihres Vaters – und unterstütz die Schülerin jetzt beim Fotografieren und Nachbearbeiten ihrer floralen Bilder.

Blieb noch ein letztes Problem: Wie kommt man an genügend Stellen, an denen Wildblumen wachsen? An diesem Punkt wurde aus Valeries Schulprojekt eines für die gesamte Moosburger Gesellschaft. „Ich schlage zwei Fliegen mit einer Klappe und starte eine Aktion“, so der Geistesblitz des Mädchens. Sie startete gemeinsam mit ihrem Papa die Facebook-Seite „Rettet die Bienen – Wir alle können aktiv werden“ und rief dort dazu auf, Blumen zu pflanzen und ihr die Flächen zu melden – zum Fotografieren, wie es vor dem Anpflanzen und danach aussieht.

Bürgermeisterin ist begeistert und lässt 500 Samenbeutel springen

Damit möglichst viele Bürger mitmachen, gibt es seit Freitag kostenlose Samen-Tütchen im Einwohnermeldeamt. Denn Valerie Fetzer hat vor zwei Wochen auch Bürgermeisterin Anita Meinelt von ihrem Plan erzählt, was bei der Rathauschefin spontan Begeisterung auslöste. „Ich fand die Idee gleich toll“, sagte Meinelt am Freitag, als sie mit Valerie das Saatgut im Rathaus bereitstellte. „Wir bemühen uns schon seit 2006 darum, mit der Stadtgärtnerei mehr Blühstreifen anzulegen. Aber wir haben bislang wohl zu wenig Öffentlichkeitsarbeit dafür gemacht.“ Da komme die Aktion wie gerufen. Dass die Stadt die 500 Päckchen Blumensamen in Bio-Qualität spendiert, sei keine Frage gewesen, sagte die Bürgermeisterin. „Schließlich haben in Moosburg ja ganz viele Menschen für das Volksbegehren zur Artenvielfalt unterschrieben.“

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Wer also nun im Einwohnermeldeamt vorbeischaut, darf sich nicht nur gratis ein Packerl Blumensamen abholen, sondern auch – sofern man möchte – die Adresse der geplanten Anpflanzstelle auf einer vorbereiteten Liste eintragen. „Am besten mit Telefonnummer“, so Valerie. Die diene nämlich dazu, dass sich die Schülerin dann melden könne – und zum Fotografieren vorbeischaut. „Ihr unterstützt nicht nur mich“, betont die Zwölfjährige. „Sondern Ihr helft auch den Bienen und Insekten.“

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