Schauspieler der Bühne Moosburg in einer Aufführung.
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Nicht die schlausten Ganoven: Bei Chantal (Renée Schöfer) und Manni (Thomas J. Heim) läuft allerhand schief.

Im Amtsgerichtsgarten

Zum Schreien komisch: Bühne Moosburg begeistert Open-Air-Publikum bei Theaterpremiere

Die kulturlose Zeit ist vorbei: Der Re-Start der Bühne Moosburg im Amtsgerichtsgarten war für Schauspieler wie Zuschauer besonders.

Moosburg – Die Bühne Moosburg ist zurück: Nach vielen Monaten des Lockdown haben die Schauspieler mit der Premiere zur Gaunerkomödie „Zwei wie Bonnie & Clyde“ am Donnerstag eine fulminante Rückkehr gefeiert. Für das rasante Zwei-Personen-Stück auf der Freiluftbühne im Moosburger Amtsgerichtsgarten spendete das dankbare Publikum tosenden Applaus.

Eigentlich sollte es der große Coup werden. In der Komödie von Tom Müller und Sabine Misiorny träumen Manni (Thomas J. Heim) und Chantal (Renée Schöfer) vom großen Geld: Heiraten in Las Vegas, später ein Lebensabend auf Hawaii – doch dazu muss Geld her. Ganz nach Vorbild des legendären Gangsterpaares Bonnie und Clyde planen sie deshalb einen Banküberfall. Wie die Diebestour jedoch grandios scheitert, das bereitete dem Publikum großes Vergnügen. Es tat fast weh, als man zusehen musste, wie es für Chantal bereits bei den einfachsten Aufgaben scheinbar unüberwindbare Hindernisse gab. Als Beifahrerin verwechselte sie auf der Flucht rechts und links. Anstatt der Beute entwendete sie in der Bank die Einkaufstüte einer Kundin, sodass es keine „Moneten“ waren, die sie nach und nach auf den Tisch „blätterte“, sondern Dosen mit Fertiggerichten und Klopapierrollen.

Bravo! Das Publikum im Amtsgerichtsgarten sparte nicht mit Applaus für die Freiluft-Aufführung.

Ein neuerlicher Überfall wurde „geübt“. Dabei fühlte sich das Publikum fast an große Bühnenmomente eines Vicco von Bülow als Erwin Lindemann erinnert. Wie Chantal ihren Manni durch dummes Nachfragen fast zur Weißglut bringt, das hatte sogar gelegentlich die Komik des Stummfilm-Paares Stan Laurel und Oliver Hardy als „Dick und Doof“. Ganz dilettantisch wird dann auch noch statt einer reißfesten Strumpfhose als Maske eine blickdichte besorgt, sodass Manni während des Überfalls wortwörtlich im Dunklen tappt. Als Zuschauer möchte man auf die Bühne springen und eingreifen: „So dumm kann doch ein Mensch gar nicht sein!“ Das hatte sogar Manni im Stück einmal angemerkt.Wie zu guter Letzt das Denkvermögen dann doch noch zum „Happy End“ führt – zumindest für Chantal –, das sei an dieser Stelle noch nicht verraten.

Paraderollen für die Darsteller

Inspirierend war es, was die beiden Protagonisten aus dem Stück machten. Wie die zwei von Fehlschlag zu Fehlschlag taumeln, das kann sich sehen lassen. Thomas J. Heim und Renée Schöfer haben sich da wirklich Paraderollen ausgesucht.

Der Beifall war zum Schluss auf beiden Seiten. „Sie glauben gar nicht, wie schön es ist, endlich wieder Applaus zu hören“, bedankten sich die Schauspieler bei ihrem Publikum. Ganz penibel hatten die Organisatoren auch auf die nötigen Hygiene- und Abstandsregeln unter freiem Himmel geachtet.
Maria Martin

Gut zu wissen

Eine weitere Aufführung gibt es an diesem Samstag, 19. Juni, um 19.30 Uhr im Amtsgerichtsgarten in Moosburg. Bei schlechtem Wetter wird die Aufführung auf Samstag, 3. Juli, verschoben. Mehr Infos: www.buehne-moosburg.de

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