Wand des Antoßes: Mehrere Untersuchungen werden zeigen, was die Ursache für den Einsturz war. Foto: Albrecht

B11 für Wochen gesperrt

Warum stürzte die Lärmschutzwand ein?

Moosburg - Nach dem Einsturz der Lärmschutzwand an der B11 bei Moosburg suchen die Behörden weiter nach der Ursache. Derweil fordert der erste Stadtrat den kompletten Abriss. Die Straße bleibt bis auf weiteres gesperrt.

Sie ist etwa 500 Meter lang, exakt sechs Meter hoch und noch nicht einmal drei Jahre alt: die Lärmschutzwand an der B 11 im Stadtgebiet Moosburg, die am Montag gegen 15.30 Uhr auf einer Länge von 25 Metern eingestürzt ist. Was die Ursache anbelangt, stehen die Behörden weiter vor einem Rätsel. Fakt ist nur: Die B 11 wird wohl - zumindest in Richtung München - noch für längere Zeit gesperrt bleiben.

Michael Neupert ist als Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Freising für die Straßen zuständig, er hat sich gestern vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Aber nicht alleine: Vertreter der Verkehrsbehörden, der Polizei und der Stadt Moosburg waren ebenso anwesend, wie ein Prüfstatiker der Landesgewerbeanstalt. Wegen der Verformungen an den noch intakten Teilen der Wand gehe er davon aus, „dass auch die Standsicherheit dieser Teile nicht gewährleistet ist“, sagt Neupert. Das sei jedoch nicht mehr, als eine erste Einschätzung. Tatsache ist aber: „Es liegt kein Anfahrschaden vor, die Wand ist von alleine eingestürzt.“

Der Ortstermin am Dienstag war in puncto Ursachenforschung daher also erst der Anfang. Die Stadt Moosburg müsse nun, sagt Neupert, „ein langwieriges Prozedere einleiten, um die Verkehrssicherheit wiederherzustellen“. Dazu gehören nähere Gutachten zur Standsicherheit und eine Materialprüfung der mit Erde verfüllten Kunststoff-Elemente. „So etwas zieht sich über Wochen hin“, prophezeit Neupert. „Deshalb bleibt die Straße erstmal gesperrt.“

Tatsache ist: Auf die Stadt Moosburg kommt damit viel Arbeit zu. Zwar habe der Erschließungsträger des angrenzenden Baugebiets die Kosten für die Lärmschutzwand in Höhe von rund einer Million Euro gestemmt, sagt Reinhard Dick, Bauamtsleiter der Stadt Moosburg. „Sie ist aber danach in unser Eigentum übergegangen.“ Es seien etliche Fragen zu klären: Was war die Ursache für den Einsturz? Ist der Rest der Wand standfest? Kann man den betroffenen Teil abstützen und reparieren? Oder muss man gleich eine neue Wand errichten? „Vor allem muss die Firma, die diese Wand montiert hat, den Nachweis erbringen, dass sie fachgerecht errichtet wurde.“ Denn immerhin stehen etwaige Schadensersatzansprüche im Raum. „Die Firma hat eine Gewährleistungspflicht bis 2015“, betont Dick.

Meterhohe Lärmschutzwand stürzt auf Fahrbahn der B 11

Genau das hatte Rathauschefin Anita Meinelt bereits am Montag in der Sitzung des Bauausschusses betont. Man habe sich nichts vorzuwerfen und habe beim Bau zur Sicherheit ein Gutachten in Auftrag gegeben. So oder so: Für Stadtrat Anton Neumaier stand in der Sitzung bereits fest, wie es weitergehen soll: „Ich jammere dieser Mauer keine Minute nach.“ Sie stelle eine „Stadtverschandelung ersten Rangs dar“, meinte er und empfahl, stattdessen „eine ordentliche Wand zu bauen“.

Das ist noch Zukunftsmusik. Jetzt geht’s erst einmal darum, dass der Verkehr wieder fließt. Und da hatte Bauamtsleiter Dick eine gute Nachricht: „Ich gehe davon aus, dass wenigstens die Fahrspur in Richtung Landshut noch in dieser Woche wieder freigegeben werden kann.“

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