Bürger müssen mehr zahlen

Moosburg: Wassergebühren steigen massiv an

Moosburg - Ganze 50 Cent mehr pro Kubikmeter müssen Moosburger ab sofort für das Wasser zahlen – das lieferte dem Stadtrat viel Diskussionsstoff.

Eigentlich gibt es daran nichts zu rütteln: Alle vier Jahre müssen die Wassergebühren neu kalkuliert werden. Dazu werden die vergangenen vier Jahre betrachtet und die anstehenden Investtionen der kommenden vier Jahre einberechnet. Und dann kommt ein Kubikmeter-Preis heraus, den die Bürger für die kommenden vier Jahre zu bezahlen haben. Das hat man jetzt auch in Moosburg gemacht. Das Resultat: Der Preis pro Kubikmeter Wasser steigt ab 1. Januar 2016 von 1,14 auf 1,64 Euro. Der Stadtrat hat das jetzt mit drei Gegenstimmen beschlossen.

Die Ergebnisse der Jahre 2012 bis 2015 ergeben, so hat das beauftragte Ingenieurbüro ausgerechnet, eine durchschnittliche Überdeckung (also einen Gewinn) von 208 000 Euro. Da Wassergebühren nur kostendeckend sein müssen, wird dieses Plus den Bürgern in den kommenden vier Jahren wieder gutgeschrieben. Weil aber zwischen 2016 und 2019 große Investitionen in das Leitungsnetz anstehen, müssen die Gebühren trotzdem steigen – und zwar laut Berechnung nicht unerheblich um 50 Cent pro Kubimeter Wasser.

Was einleuchtend klingt, führte im Stadtrat zu einer 90-minütigen Diskussion: Gerhard Beubl (SPD) beispielsweise wunderte sich, dass man das Jahr 2014 mit einem Plus von 457 000 Euro abgeschlossen habe, 2015 aber wohl mit einem Minus von 194 000 Euro beende. Die Begründung, man habe halt begonnen, das schon alte und marode Leitungssystem zu sanieren, und werde diese Maßnahmen verstärkt fortsetzen, rief dann Alfred Wagner (UMB) auf den Plan: Habe man da etwa in den vergangenen Jahren zu wenig gemacht? Antwort: Man müsse halt die durchschnittliche Länge der pro Jahr sanierten Wasserleitungen auf rund 1,5 Kilometer steigern.

Ebenfalls längere Diskussionen gab es um den Wasserliefervertrag mit Langenbach. Erwin Köhler und Wagner (beide UMB) hatten vorgerechnet, dass man Langenbach jetzt seit 18 Jahren „auf gönnerhafte Art“ sponsere. „Das reicht jetzt“, so Köhler. Und auch Wagner war nicht weiter bereit, der Gemeinde Langenbach 2016 wieder über 15 000 Euro zu schenken: „Das sehe ich gar nicht ein.“ Bürgermeisterin Anita Meinelt versprach, die Vertragsgestaltung zu überprüfen. Aber das sei ein anderes Thema.

Am Ende der Diskussion, in deren Verlauf es auch noch um VG-Urteile und Geschoßflächen, um Abwassergebühren und um Beiträge ging, wurden die neuen Gebühren mit den Gegenstimmen von Beubl und Martin Pschorr (beide SPD) sowie Georg Hadersdorfer (fraktionslos) beschlossen.

Die Variante, die Gebühren nur auf 1,58 Euro anzuheben und dafür die Grundgebühr für die Wasserzähler zu erhöhen, stand gar nicht zur Debatte. „Gerecht ist: Wer mehr verbraucht, zahlt auch mehr“, so das Credo von Johannes Becher (Grüne).

Andreas Beschorner

Rubriklistenbild: © dpa

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