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„Geld ist nicht alles“: Murat Dinsel (44) spendiert Obdachlosen und Bedürftigen in Moosburg Döner und Getränke.

Ungewöhnliche Aktion

Moosburger Imbissbuden-Besitzer spendiert Bedürftigen Döner

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Moosburg - Mit dem Kauf eines Imbisswagens hat sich Murat Dinsel (44) vor zwei Monaten einen Traum erfüllt. Jetzt sorgt er mit einer Aktion für Aufsehen, die in Moosburg beispiellos ist, und erfüllt damit doch nur die oberste Maxime seiner Geschäftsphilosophie: „Menschlich bleiben.“

Es ist ein ganz und gar ungewöhnlicher Aufruf, mit dem sich der Moosburger Imbissbuden-Besitzer Murat Dinsel auf Facebook an seine Kunden wendet. „Liebe Gäste, wenn Sie Hunger haben, dann können Sie hier gerne essen und später bezahlen. Wenn Sie mal nicht bezahlen können, dann ist das auch nicht schlimm, denn niemand soll hungern müssen. Wenn Sie Obdachlose kennen oder Menschen, die es sich gar nicht leisten können, dann schicken Sie sie bitte her. Wir schenken eine Mahlzeit und ein Getränk.“

Wie ist der 44-Jährige aus Markt Schwaben (Kreis Ebersberg), der den Catering-Service Kebab & Smoothie betreibt, auf diese Idee gekommen? „Gute Frage“, sagt er. Dadurch, dass sein Imbisswagen am Bahnhof liege, habe er oft Kontakt zu Obdachlosen und anderen bedürftigen Menschen. Da könne er gar nicht anders, als in diesen kalten Tagen mal einen Kaffee oder Tee auszugeben. Auch wenn er selbst nicht auf Rosen gebettet ist. Seine Dönerbude hat er erst seit zwei Monaten. „Aller Anfang ist schwer“, sagt er. Dennoch sei ihm dieser Aufruf wichtig. „Ich habe mir fest vorgenommen, menschlich zu bleiben. Geld ist nicht alles.“ Aus eigener Erfahrung weiß er, wie schlimm es ist, wenn man mal nichts hat.

Der Facebook-Post

Murat Dinsel ist ein bunter Hund. Gelernt hat er Bau- und Kunstschlosser. Später wurde er Werkschutzmeister. Nebenbei hat er ein Tonstudio betrieben. In den vergangenen vier Jahren arbeitete er beim Möbelhaus Segmüller. „Nach 30 Jahren hatte ich genug von dem Arbeitnehmer-Modus“, sagt er. „Ich habe gekündigt und mir den Imbisswagen gekauft.“

So vielseitig seine Biografie ist – eine Konstante zieht sich durch Murat Dinsels Leben: seine soziale Ader. So hat er beispielsweise Ende der 90er Jahre und Anfang des neuen Jahrtausends, als er in Berglern (Kreis Erding) sein Tonstudio betrieben hat, Schüler aus Moosburg musikalisch gefördert. „Damals war die Kriminalitätsrate hier noch etwas höher als heute“, berichtet er. „Mir war es da ein Anliegen, Schülern eine Perspektive zu geben.“ Deshalb durften Jugendliche bei ihm im Tonstudio aufnehmen. Deshalb veranstaltete er auch Konzerte. Und weil die Geheimzutat des Imbissbuden-Besitzers Menschlichkeit ist, kennt ihn in der Stadt nicht nur jeder Zweite, sondern darum ist er hier auch äußerst beliebt. „Karamurat“ nennen ihn die Moosburger liebevoll.

In seinem Appell bittet der 44-Jährige zwar darum, seine Gutmütigkeit nicht auszunutzen, damit die wirklich Bedürftigen von dem Angebot profitieren können. Er kenne ein paar Experten, die gerne mal einen Gratis-Döner bei ihm erschleichen wollten. Angst davor, dass er übers Ohr gehauen wird, hat er aber nicht. „Ich sehe schon, wer es nötig hat, und wer nicht.“

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