Er sollte die „schlimme Verkehrssituation“ lösen: Die Stadt Moosburg hatte die Berechnung eines Mini-Kreisverkehrs für die Kreuzung Landshuter-/Stadtwaldstraße beauftragt. Doch das Bauwerk könnte 300 000 Euro verschlingen – für die Mehrheit der Stadträte stand das in keiner Relation zum Nutzen. Nun will man nach billigeren Alternativen suchen. Foto: Forster

Moosburgs Problem-Kreuzung: Kreisverkehr ist Stadträten zu teuer

Moosburg - Beinahe täglich kommt es rund um die Kreuzung Landshuter-/Stadtwaldstraße zum Verkehrschaos. Die Stadt ließ deshalb berechnen, ob sich dort ein Kreisverkehr lohnt. Das Ergebnis wurde nun am Montag präsentiert - und schreckte die Stadträte ab.

Dass der Bau eines solchen Mini-Kreisverkehrs gleich 300 000 Euro verschlingen würde - so schätzt es ein Ingenieurbüro -, damit hatten einige Mitglieder des Moosburger Bauausschusses offenbar nicht gerechnet. „Das ist schon ein Haufen Geld“, bilanzierte etwa Bürgermeisterin Anita Meinelt und fand: „Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist nicht sinnvoll.“ Schließlich würden zu den Bau- noch Nebenkosten kommen. Meinelt: „Wenn man in München zum Berufsverkehr in die Stadt fährt, weiß man auch, dass man im Stau stecken wird. Das ist halt so. Mal sechs Minuten mit dem Auto stehen erscheint schlimm - ist es aber nicht.“

FW-Rat Ludwig Kieninger zeigte sich auch überrascht von den hohen Kosten, meinte jedoch: „Man muss etwas machen. Die Situation ist schlimm.“ Martin Pschorr (SPD) sah es ähnlich: „Das ist kein rausgeschmissenes Geld, es geht um die Verkehrssicherheit.“ Vor allem Linksabbieger aus der Stadtwaldstraße seien derzeit gefährdet. Pschorr: „Vielleicht ist es Zufall, aber ich hab’ dort schon drei Unfälle erlebt.“ Er empfahl, die Summe in die Haushaltsberatungen für 2015 aufzunehmen.

Ob es denn wirklich einen so teuren Neubau brauche, wollte FW-Rat Josef Dollinger von Bernhard Pritscher (BBI Beratende Ingenieure) wissen, der im Gremium die Berechnungen seines Büros präsentierte. In einem Schreiben hatten die Planer bereits ihr Fazit dargelegt: „Aus unserer Sicht ist ein Umbau zu einem Kreisverkehrsplatz zu empfehlen“, hieß es in dem Papier. Pritscher kam schließlich Dollingers Wunsch nach und schlüsselte die Kosten auf: Man müsse sicher den ganzen Asphalt- und Frostschutzbereich ausbauen sowie die Oberflächenentwässerung und die Randsteine neu gestalten. „Die 300 000 Euro sind eine Schätzung, mit der man auf der sicheren Seite ist“, sagte Pritscher.

Doch Dollinger hielt dagegen: „Ich hätte einen pragmatischen Vorschlag: Der Belag ist dort doch okay, wieso kann man nicht in der Mitte eine Erhöhung aufpflastern und die Markierungen ändern? Dann kämen wir auf 50 000 Euro.“ Pritscher überzeugte das nicht: „In einem Kreisverkehr wirken ganz andere Kräfte, für die es einen speziellen Asphalt braucht. Wenn der zu schwach ist, schiebt es ihn nach außen.“ Dollinger ließ nicht locker: „Den kann ich ja dann in zehn Jahren auch noch austauschen.“

Letztendlich fand sich für die 300 000-Euro-Variante keine Mehrheit im Rund. Was für Anita Meinelt jedoch kein Grund war, sich mit der Verkehrssituation zufrieden zu geben. Sie versprach den Stadträten, weiter nach einer Lösung für die prekäre Lage zu suchen. „Wir werden uns nochmal mit dem Bauhof zusammensetzen und Alternativen prüfen.“

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