Zeitgenössische Interpretation von Musik vergangener Jahrhunderte: das Heinrich-Schütz-Ensemble. foto: lehmann

Musik aus Jahrhunderten - zeitgenössisch interpretiert

Freising - Ein geistliches Konzert gab das Heinrich-Schütz-Ensemble in der Heilig-Geist-Kirche. Unter dem Titel „Maria, Maria“ trugen die Musiker Gesänge und Orgelstücke vor.

Zu einem geistlichen Konzert lud das Heinrich-Schütz-Ensemble am Samstagabend in die Heilig-Geist-Kirche in Freising. Unter dem Titel „Maria, Maria“ erklangen marianische Gesänge und Orgelstücke aus verschiedenen Jahrhunderten.

Im voll besetzten Kirchenschiff des historischen Gotteshauses hätte man eine Stecknadel fallen hören: Der vierstimmige Kanon „Ave Maria“ von Wolfgang Amadeus Mozart (KV 554) wurde von den Sängern unter Leitung von Zoltán Ambrus ungewöhnlich vorgetragen. Der Chor positionierte sich im Kirchenschiff an vier verschiedenen Stellen. So hatten die Zuhörer den Eindruck, die schönen Klänge drängen aus allen vier Himmelsrichtungen an das Ohr.

Dem sehr gelungenen Einstieg in das einstündige Programm folgte das Orgelstück „Lobe den Herren meine Seele“ von Dietrich Buxtehude. Nach zwei Renaissance-Gesängen, die von Hans Leo Hassler und Jacobus Gallus stammen, intonierte der Chor aus der Motette „Mein Herz erhebet Gott, den Herrn“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Diesen romantischen Klängen folgte im „Salve Regina“ von Franz Liszt eine strenge gregorianische Singweise.

Mit dem „Ave Maria“ von Franz Abt brillierte eine erfolgreiche junge Sopranistin: Gabriele Goerge trug ihr Solo sehr professionell vor. Die schöne Stimme der Sängerin ist auch im Vokalensemble St. Georg zu hören. Dem Heinrich-Schütz-Ensemble gehört sie seit dem Jahr 2002 an. Nach zwei Wiegenliedern von Max Reger erklang ruhig und fast überirdisch schön das „Ave Maria Stella“ des zeitgenössischen Komponisten Trond Kverno. Das „Stabat Mater“ trug der Chor in einer Vertonung des Ungarn Zoltán Kodály (vor. Mit „Himmelskönigin, freue Dich, Halleluja“ des Renaissance-Komponisten Giovanni Pierluigi Da Palestrina verabschiedete sich das Ensemble vom Publikum.

Dieses spendete langanhaltenden, stürmischen Applaus. Wieder einmal hatte der Gründer und Leiter des Ensembles, Zoltán Ambrus, bewiesen, wie zeitgemäß und anspruchsvolle A-cappella-Literatur der vergangenen Jahrhunderte interpretiert werden kann. (mam)

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