Auf höchstem künstlerischen Niveau waren die Interpretationen der Künstler, die im Freisinger Camerloher-Gymnasium die „Musik gegen das Vergessen“ spielten. Foto: lehmann

Musikalische Verbeugung vor verfolgten Künstlern

Freising - Am Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz gab es im Camerloher-Gymnasium „Musik gegen das Vergessen“ - mit Werken von Komponisten, die unter dem NS-Terror zu leiden hatten.

Es sei „ein ganz besonderes Konzert“, hatte der stellvertretende Schulleiter des Camerloher-Gymnasiums, Peter Spanrad, zu Beginn angekündigt. Und er sollte Recht behalten: Was da am Montag im Rahmen der Odeon-Konzerte unter dem Titel „Klappen und Tasten“ von Könnern der Münchner Hochschule für Musik und Theater zu hören war, waren nicht nur musikalische Darbietungen auf höchstem künstlerischen Niveau. Sieht man einmal von Wolfgang Amadeus Mozarts Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn - Instrumente mit Klappen und Tasten eben - ab, standen auch Komponisten auf dem Programm, die unter dem Naziregime zu leiden hatten: „Verfemte Komponisten“ werden sie von den Machern der Konzertreihe betitelt.

Da war zunächst Bohuslav Martinu (1890-1959), dessen Sextett für Klavier und Bläserquintett eine wunderbare Interpretation erfuhr und der 1940 aus Frankreich in die USA geflohen war, als sich der Einmarsch der deutschen Truppen ankündigte. Martinu, ein gebürtiger Tscheche, hatte Verbindungen zur tschechischen Widerstandsbewegung. Und da war Alexander von Zemlinsky (1871-1942), der 1938 wegen seiner teilweisen jüdischen Abstammung Wien verließ und ebenfalls in die USA emigrierte. Dort schrieb er 1939 die „Humoreske für Bläserquintett“, die am Montag aufgeführt wurde. Dazu noch zwei Stücke von Francis Poulenc (1899-1963): das Trio für Oboe, Fagott und Klavier sowie das Sextett für Klavier und Bläserquintett.

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