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Erinnerungen an einen Abend bei der PI Freising und mehr teilte Hans Söllner mit dem Lindenkeller-Publikum. Foto: lehmann

Musikrebell Hans Söllner in Freising

Freising - Seine Begegnung mit einem Freisinger „Obersturmbandkommissar“ ist legendär. Jetzt hat es den Söllner Hans wieder mal nach Freising verschlagen: Im Lindenkeller spielte der Musik- und Politrebell sauber auf.

„Griaß God“ sagt er. Und alle lachen. Wenn Hans Söllner, der inzwischen 57-jährige bekennende Kiffer und Marihuana-Gartler, die Bühne betritt, weiß man, was einen erwartet: Da ist einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt, der boarisch-derb über Politiker, Polizei und eine Gesellschaft herzieht, die sich in Gleichgültigkeit übt. „Wir sind solche Pflaumen und Hosenscheißer“, ruft Söllner am Mittwoch in den ausverkauften Lindenkeller - und die Leute klatschen.

Dabei gibt sich Söllner vor allem Anfang und am Ende seines Programms „Sososo“ bissig, zynisch und satirisch. Dass Amerika Milliarden ausgibt, um festzustellen, „dass man auf dem Mars ned lebn ko“, ärgert den Liedermacher genau so wie sein lädierter, von ihm selbst mit Pflaster und Streichhölzern geschienter Finger: „Es ist so ein Scheiß, wennst ned Gitarre spuin kost, aber muaßt.“

Seine schon öfter dargebrachte Story, als er auf der Autobahn A 9 eine Polizeistreife nicht als solche erkannte, sich mit vier Polizeiwagen eine mehr oder minder wilde „Verfolgungsjagd“ lieferte („Da war der Deifi los“) und schlussendlich auf der Freisinger Polizeiinspektion landete, ist für Söllner die seltene Gelegenheit, die Geschichte da zu erzählen, wo sie passiert ist. Denn: „Normalerweise fahr ich an Freising schnell vorbei.“ Es folgen Söllner’sche Aufrufe und Tipps, wie man seinen Führerschein schützt - das Publikum hat viel zu lachen. Söllners Appell: „Suachts Eich jeden Tag a Streife!“

Jubel erntet der Söllner Hans vor allem auch für sein Lied, in dem er Politiker mit - gelinde gesagt - nicht sehr schmeichelhaften Bezeichnungen versieht: Heuchler, Schwammerlfresser, Blender, Volksverhetzer, geistige Hartz-IV’ler, „ihr seid’s die Blödsten auf der ganzen Welt“. Minutenlang geht das so, es ist das, was das Publikum von Söllner erwartet.

Doch der Mann mit Gitarre und schlecht verarbeiteter Mundharmonika, in der sich seine Barthaare ständig verklemmen, kann auch anders: Im Mittelteil seines Programms gibt sich Söllner fast zahm, singt von Liebe und den Schönheiten der Natur, von den einfachen Dingen, die das Leben ausmachen. Da ist Söllner fast Philosoph, hat was von Bob Dylan. Am Ende ist er froh, dass das Konzert gut über die Bühne gegangen ist. Trotz lädiertem Finger.

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