Ein kleiner Opernabend war der erste Teil des Konzerts der Musikwerkstatt Weihenstephan. Foto: Lehmann

Musikwerkstatt Weihenstephan: Ein kleiner Opernabend

Freising - „Frei und froh“, so heißt es im Text zur Oper „Acis und Galatea“, lebt es sich im idyllischen Arkadien. Frei und froh ist auch das Studentenleben - vor allem wenn die Weihenstephaner Musikwerkstatt zum Konzert lädt.

Einen „kleinen Opernabend“ hatte Moderator Ralph Blum den rund 150 Zuhörern im Hörsaal 14 versprochen, als Chor und Orchester mit Auszügen aus Händels „Acis und Galatea“ (in der Bearbeitung von Mozart) den ersten Teil des alljährlichen Konzertereignisses bestritten. Und: Ein Chor, der sowohl das kompositorisch abgebildete abgehackte Stampfen des Riesen Polyphem als auch die Adagio-Klage der Galatea in Moll so gut interpretierte, verdiente sich den Applaus zu recht.

Dasselbe gilt für das Orchester unter Leitung von Felix Mayer. Passagen des Werks, die die Lieblichkeit der arkadischen Landschaft musikalisch darstellten, fanden in dem Ensemble einfühlsame Interpreten wie Teile, die das ganze dramatische Geschehen der mythischen Liebesgeschichte á la Ovild abbildeten. Dass nach Beginn des Klassik-Konzerts noch viele Zuhörer den Saal betraten und sich in den Rängen ihre Plätze suchten, ist eine der Besonderheiten des WMW-Konzerts, vor allem für „c.t.“-gewöhnte Studenten.

Blum geleitete das Publikum durch das Klassik-Programm, erzählte von Komponisten und Werk und schilderte die Handlung. Gut so, schließlich saß man ja in einem akademischen Hörsaal. Chor und Orchester hatten sich also mindestens ein „cum laude“ verdient - eine Doktornote, die man auch der Bigband im zweiten Teil des Konzertes getrost verleihen konnte. Denn auch wenn die Bigband mit exakt 14 Musikern (inklusive Rhythmusabteilung) fast schon als Littleband bezeichnet werden konnte, war die Stückauswahl und vor allem auch der Sound durchaus einer Bigband angemessen.

Dirigent Karl Musikini und seine Combo zeichneten sich durch jene für diese Art der Musik so wichtige Mischung aus musikalischer Exaktheit und spielerischer Lockerheit aus. Und auch Muskini hatte für diesen Konzertabend eine Besonderheit zu verkünden: „Wir spielen heute die Stücke, die im Programm stehen“ - von „Sugar“ bis „Mack the Knife“.

Auch interessant

Kommentare