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Symbolbild

Ehemann mit Messer schwer verletzt

Nach Bluttat in Hallbergmoos: Jahrelange Haftstrafe für Asylbewerberin

Was der Grund für die Bluttat in einem Hallbergmooser Asylbewerberheim gewesen sein mag, konnte vor dem Amtsgericht Freising am Dienstag nicht geklärt werden. Tatsache ist, dass es bei einem Streit zwischen einem nigerianischen Ehepaar zu einem lebensgefährlichen Stich mit einem Küchenmesser kam.

Freising– Dass der Teufel seine Hand im Spiel gehabt haben soll, dass alles nur ein Unfall gewesen sein soll, als der Mann schwer verletzt wurde – das wollte und konnte Amtsrichter Manfred Kastlmeier nicht glauben.Die Eheleute Martha (31) und Joseph E. (32, Namen geändert) hatten unmittelbar nach der Tat und gestern vollkommen unterschiedliche Angaben zum Hergang in jener Nacht des 8. Oktober 2016 gemacht. Von einem Messer in der Hand seiner Frau wollte Joseph E. nichts gesehen haben. Sie wiederum sprach davon, dass ihr Mann sie nur hindern habe wollen, das gemeinsame Zimmer zu verlassen. Das Messer habe sie schon in der Hand gehalten – aber nur, weil sie noch einmal in die Küche gehen wollte. Einen Streit habe es nicht gegeben. Zu der Verletzung sei es nur gekommen, weil sie sich aus dem Griff ihres Ehemannes befreien wollte. Quasi ein Missgeschick. Der Ehemann bestätigte dies.

Das stand im Gegensatz zur Aussage einer Zeugin, die in unmittelbarer Nähe wohnt und von der Frau Schreie voller Wut und Zorn gehört haben will. Auch das etwa zweieinhalbjährige Kind des Ehepaars habe geschrien, was nicht normal gewesen sei.

Dass es zuvor in der Küche Streit zwischen Martha E. und einer Mitbewohnerin gegeben hatte, das räumte die Angeklagte ein. Bei einer Geburtstagsfeier, bei der Wodka getrunken worden sei, sei es wegen einem „Drink“ zur Auseinandersetzung zwischen den beiden Frauen gekommen, hieß es. Der Ehemann ergänzte, er habe den Streit schlichten wollen. Die Mitbewohnerin habe sich bei ihm darüber beschwert, und er habe sich bei ihr für das Verhalten seiner offensichtlich betrunkenen Ehefrau entschuldigt. Ja, er sei sogar auf die Knie vor ihr gegangen. Als seine Frau zurück in die Küche gehen wollte, habe er sie davon abgehalten, weil zu befürchten war, dass die beiden Frauen sich dort erneut begegnen und der Streit eskalieren könne, gab der als Zeuge geladene Ehemann an.

Eine Polizistin erklärte, Martha E. habe nach der Tat zunächst völlig ruhig und nicht sonderlich alkoholisiert gewirkt, sei dann aber bei der Verhaftung sehr aggressiv geworden. Man habe ihr Handschellen anlegen müssen.

Erschwerend kam hinzu, dass der Stich laut einem medizinischen Gutachten wohl von vorne und mit großer Wucht erfolgt ist. Dass der derart verletzte Ehemann das Messer vorher weder gesehen haben will und er die Verletzung zunächst nicht einmal bemerkt haben wollte, erachtete der Amtsrichter als „Quatsch“. Darauf angesprochen, antwortete der Ehemann, dass „der Teufel wohl Überstunden“ gemacht habe in dieser Situation.

Der Staatsanwalt glaubte dem Ehepaar auch nicht. Er habe eine Vermutung, weshalb es zu dem Streit der beiden Frauen gekommen sei, sagte er vor Gericht. Er wolle darauf aber nicht weiter eingehen. Stattdessen beharrte der Staatsanwalt auf dem Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung. Weil keine Vorstrafen vorlägen und Alkohol im Spiel gewesen sei, forderte er vier Jahre Haft. Verteidiger Walter Huber hatte dagegen auf eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je zehn Euro plädiert.

Richter Kastlmeier blieb auf Grund der Schwere des Vergehens nichts anderes übrig, als sich weitgehend der Staatsanwaltschaft anzuschließen.

Alexander Fischer

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